Was hilft gegen den Tumor?

Brustkrebs: Neues Verfahren revolutioniert Therapie  

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Jeder Tumor ist anders. Welche Chemotherapie von Anfang an, die wirksamste und verträglichste ist, soll nun ein neues Verfahren zeigen.

Neben Operation oder Bestrahlung gibt es verschiedene Medikamente um Brustkrebs zu behandeln. Nun testen Forscher zuerst in einer Petrischale, welche Chemotherapie gegen den Tumor tatsächlich wirkt.   

Brustkrebs ist heute die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei der Behandlung von bösartigen Tumoren wird jede Therapie auf die Krebspatientinnen individuell zugeschnitten. Doch es gibt allein für Brustkrebs neun Medikamente. Wie wirksam das Mittel der Wahl beispielsweise bei einer Chemotherapie die Tumorzellen bekämpft, zeigt sich in der Regel erst bei der Anwendung. Hilft das erste Medikament in der Praxis nicht, wird das nächste ausprobiert.  

Münchner Wissenschaftlerinnen haben nun ein neues Verfahren entwickelt, das schon vor der Therapie überprüft, ob das Medikament auf den Krebs einer Patientin wirkt. In einer Petrischale züchten die Forscher aus Tumorgewebe der Patientinnen einen sogenannten Mikrotumor. An diesem Mikrotumor testen die Forscher dann welche verfügbaren Medikamente den bösartigen Krebs am besten bekämpfen oder ob er überhaupt auf den Wirkstoff anspricht. Innerhalb von acht Tagen liegt das Ergebnis vor.

Erst testen, dann therapieren

Für Privat-Dozentin Dr. Barbara Mayer von der Chirurgischen Klinik in Großhadern und ihr Team hat der Einsatz dieser Technologie große Vorteile: Schon vor Beginn einer Tumorbehandlung ermittelt der Test die wirksamste Therapie für jeden Krebspatienten.   

 „Wir haben erstmals in einer prädiktiven multizentrischen Studie bewiesen, dass unsere Methode funktioniert“, sagt Privat-Dozentin Dr. Barbara Mayer von der Chirurgischen Klinik in Großhadern. Bei der im Fachmagazin BMC Cancer veröffentlichten Studie wurde bei 218 Brustkrebspatientinnen eine Therapieanalyse durchgeführt. Unabhängig davon hat ein Arzt seine individuelle Entscheidung für ein geeignetes Medikament getroffen. Erst im Nachhinein fand ein Vergleich der Ergebnisse statt. 

Schon seit 2006 arbeitet Mayer zusammen mit ihrer Kollegin Privat-Dozentin Dr. Ilona Funke daran, vorhandene Therapieoptionen gezielt einzusetzen, um so den Behandlungserfolg bei jeder einzelnen Patientin zu verbessern.

Die zwei Münchnerinnen setzen nun weiter große Hoffnung in den von ihnen entwickelten sogenannten SpheroTest. Grundsätzlich ließe sich diese Methode nämlich für alle soliden Tumore benutzen. Weiterführende Studie sollen nun zeigen, ob die Technologie auch bei der Therapie von Eierstock- oder Magenkrebs bessere Behandlungserfolge zeigt.

Der SpheroTest gehört noch nicht zu Regelleistungen der Krankenkassen und Versicherungen.

ml

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