Cannabis: medizinisches Marihuana als Heilmittel

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Die Blüten der Cannabispflanze enthalten neben dem rauscherzeugenden THC noch weitere Stoffe, denen heilsame Wirkung nachgesagt wird.

Cannabis findet langsam den Weg in die Gesellschaft. Früher noch als teuflische Droge verschrien, hat die Pflanze aufgrund der medizinischen Wirksamkeit viele Fürsprecher bekommen.

Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Cannabis zur Linderung von Beschwerden geben vielen Patienten die Chance auf ein besseres Leben. Die Blüten der Cannabispflanze sind heutzutage in der Apotheke erhältlich, doch viele Ärzte sträuben sich gegen die Verschreibung.

Teile der Hanfpflanze, auf Lateinisch: Cannabis, werden bereits seit Jahrtausenden für verschiedene Zwecke eingesetzt. In China soll die Pflanze zuerst in sinnvolle Erscheinung getreten sein. Die damals gängigen Verwendungsmöglichkeiten sind auch heute noch mehr oder weniger verbreitet. Aus den Fasern lassen sich Seile oder Fischernetze fertigen. Ebenso lässt sich Kleidung herstellen. Die Hanfsamen werden heute noch in Nahrungsmitteln verwendet – wenn auch weniger als früher. Selbstverständlich wurde Cannabis auch damals schon als Heilpflanze verwendet. Allerdings können die Möglichkeiten heute logischerweise professioneller ausgenutzt werden. Neben dem medizinischen Marihuana, das durch präzise Anbaumethoden und Sortenauswahl einen relativen stabilen THC-Wert aufweist, gibt es noch andere Produkte. Da sind beispielsweise CBD-Öl und Cannabisöl zu nennen.

Cannabinoide in der Hanfpflanze

Diese Öle werden ebenfalls aus Substanzen der Cannabispflanze hergestellt. Je nach Herstellungsverfahren enthalten diese Öle viel weniger THC als die Blüten, die in Joints geraucht werden. Innerhalb der EU ist der Verkauf von Ölen mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent erlaubt, weil bei diesem Wert sichergestellt ist, dass kein Rausch entsteht.

Dabei geht die Wirkung der Pflanze natürlich über den Rausch hinaus. Verantwortlich für die Wirkung der Inhaltsstoffe aus der Cannabispflanze ist die Interaktion von Cannabinoiden mit dem Endocannabinoidsystem in unserem Körper. Die Rezeptoren dieses Systems reagieren auf die Cannabinoide in unserem Körper. Das führt je nach Cannabinoid zu unterschiedlichen Effekten.

Je nach Hanfpflanze sind allerdings mehr als 100 verschiedene Cannabinoide enthalten. Der Großteil davon wurde allerdings noch nicht hinlänglich erforscht, so dass nur zu einem geringen Teil der enthaltenen Stoffe fundierte Aussagen möglich sind. Die bekanntesten Cannabinoide sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).

Cannabis hilft bei Krankheiten

Da THC für die rauscherzeugende Wirkung zuständig ist, ist er auch für die Einstufung als Droge und für die größte Aufmerksamkeit verantwortlich. Doch neben dem Rausch sorgt diese Substanz zur Linderung verschiedener Symptome. Die bekanntesten Anwendungsgebiete sind:

  • Chronische Schmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen wegen einer Chemotherapie
  • Muskelspatiken wegen Multipler Sklerose

Aber auch Cannabidiol hat zum Teil ähnliche heilsame Wirkungen. Auch CBD soll bei Übelkeit und Schmerzen helfen können. Zudem sind Fälle bekannt, bei denen es die Symptome von Epilepsie und Angststörungen gelindert hat. Der große Pluspunkt von CBD ist das Ausbleiben des Rausches. In Deutschland ist es daher auch frei verkäuflich und ohne Rezept erhältlich. Allerdings fußen die bekannten Wirkungen noch auf wenigen medizinischen Studien, so dass hier in jedem Fall weiterer Forschungsbedarf besteht.

Nicht alle Ärzte verschreiben Cannabis

Seit März 2017 ist aber auch medizinischer Cannabis in Deutschland erhältlich – allerdings nur auf Rezept. Die Ärzte sind hier oft geteilter Meinung. Einige Fürsprecher sehen es als gute Alternative, wenn andere Behandlungsmethoden nicht wirken. Andere Ärzte sehen es weiter als Droge und beziehen die Möglichkeit der Verschreibung nicht einmal in Betracht. Einige Cannabis-Patienten fühlen sich schikaniert.

Allerdings kommt die Tatsache hinzu, dass sich Personen mit Cannabis auf Rezept ihren Rausch beschaffen wollen. Einige Ärzte berichten, dass Patienten mit dem Wunsch nach medizinischem Marihuana an Sie herantreten, weil dies das einzige sei, was ihnen helfe. In solchen Fällen weigern sich die Ärzte häufig, aber dennoch findet auch medizinisches Marihuana seinen Weg auf den Schwarzmarkt. Aber dies ist bei Opiaten und anderen Medikamenten ebenso der Fall.

Man sollte die Cannabispflanze daher nicht von Vornherein als schlecht abstempeln. Die bereits bekannten Wirkungen zeigen, dass der Einsatz als Heilpflanze sinnvoll ist. Auf vielen Gebieten muss aber noch intensiver geforscht werden, um die Effekte der enthaltenen Substanzen auf den menschlichen Körper besser zu kennen. Es ist zu erwarten, dass hier noch einiges Interessantes zu entdecken ist. Bis dahin hilft nur abwarten und Hanftee trinken.

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