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Cannabis auf Rezept gibt es bereits – Legalisierung kommt laut Lauterbach

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Cannabis soll bald nicht nur für Schmerzpatienten auf Rezept, sondern auch legal und lizenziert erhältlich sein, laut deutscher Bundesregierung.

Berlin – Kaum ein anderes drogenpolitisches Thema beschäftigt Politiker und Menschen seit Jahrzehnten mehr als Cannabis. Soll es nun legal erhältlich sein? Wenn ja, in welcher Form? Dazu beriet sich unlängst die Deutsche Bundesregierung. Bisher können sich insbesondere Schmerzpatienten das „grüne Gold“ – auch als Hanf, Haschisch und Marihuana bekannt – zu medizinischen Zwecken auf Rezept verschreiben lassen.

Der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert (SPD) möchte gemeinsam mit Karl Lauterbach (SPD) einen konkreten Plan ausarbeiten, wie die kontrollierte Freigabe von Cannabis in Deutschland möglich sein könnte. „Es geht darum, das Wissen und die Erfahrungen zu bündeln, aber auch Einwände und Vorbehalte sehr offen anzusprechen“, sagte Blienert gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa).

Cannabis auf Rezept bereits möglich – Legalisierung folgt laut Lauterbach

Bis zum Herbst 2022 möchten sich die führenden Politiker mit Experten zum Thema austauschen: kontrollierte Abgaberegelung, Gesundheitsschutz, Anbau, Lieferketten und Besteuerung sollen dabei diskutiert werden. SPD, Grüne und FDP hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, eine „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften“ einzuführen. Bis zur zweiten Jahreshälfte soll ein Gesetzentwurf zur Hanf-Legalisierung ausgearbeitet werden.

Der Aspekt des Jugend- und Gesundheitsschutzes im Zusammenhang mit der Legalisierung von Cannabis soll besonders in den Fokus gerückt werden, sagte Blienert. „Denn am Ende sollen in Deutschland natürlich nicht mehr, sondern weniger Jugendliche Cannabis konsumieren.“ Es soll in der zukünftigen Drogen- und Suchtpolitik mehr um Schutz und Hilfe statt um Repression gehen. Dennoch schätzen manche Experten die mögliche Legalisierung kritisch ein.

Seit 2017 ist Cannabis im Rahmen des Gesetzes „Cannabis als Medizin“ in Deutschland offiziell als Medizin erhältlich.

Cannabis in der Medizin – Hilfe für Schmerzpatienten und bei Multiple Sklerose

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert (SPD) sprechen sich ab Herbst 2022 für die Legalisierung von Cannabis aus.
Sollte der Erhalt von Cannabis in Deutschland durch die Deutsche Bundesregierung legal werden, würde Hanf nicht nur für Schmerzpatienten auf Rezept zugänglich sein. (Symbolbild) © Westend61/Imago

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Beim Gedanken an die Hanfpflanze Cannabis kommt den meisten wahrscheinlich das verbotene Rauschmittel in den Sinn. Dabei hat die grüne Pflanze auch einen therapeutischen Aspekt. Seit über fünf Jahren wird Cannabis verstärkt und erfolgreich als Arzneimittel bei chronisch kranken Schmerzpatienten, Menschen nach einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus und mit Multiple Skerlose und Spastiken eingesetzt. Laut Studie sollen Cannabinoide auch vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen können.

Es sind die Wirkstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), die den therapeutischen Ansatz ausmachen. TCH kann Schmerzen lindern und die Stimmung positiv beeinflussen. CBD wirkt ebenfalls schmerz- und krampflindernd sowie entzündungshemmend.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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