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Corona: Long-Covid – lange Fehlzeiten im Job

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Von: Judith Braun

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Long-Covid-Patienten können über eine längere Zeit unter extremer Müdigkeit, Atemnot und Schmerzen leiden. Oftmals fehlen sie dann auch im Job.

München – Wer sich mit Corona infiziert, kann auch danach noch längere Zeit unter bestimmten Symptomen leiden. Dieses Phänomen nennt man Long Covid, welches sowohl nach einem schweren als auch leichten Verlauf auftreten kann. Beschwerden gelten generell als Long Covid, wenn sie länger als vier Wochen nach einer Ansteckung bestehen. Post-Covid-Patienten hingegen leiden länger als zwölf Wochen nach der Infektion unter Symptomen und sind dadurch im Alltag eingeschränkt. Oftmals fehlen Betroffene Long-Covid-Patienten deshalb längere Zeiten in ihrem Job, wie eine Analyse der Techniker Krankenkasse (TK) ergab. Berechnet wurden die Ergebnisse anhand der Daten aller 4,3 Millionen Erwerbspersonen von 15 bis 64 Jahren, die von 2019 bis 2021 durchgehend bei der TK versichert waren.

Corona: Long-Covid-Patienten haben lange Fehlzeiten im Job

Long-COVID-Patienten leiden oftmals unter Schmerzen, Atemnot und extremer Müdigkeit. Nach einer Corona-Infektion sind sie teilweise über 100 Tage krankgeschrieben.
Long-Covid-Patienten leiden oftmals unter Schmerzen, Atemnot und extremer Müdigkeit. Nach einer Corona-Infektion sind sie teilweise über 100 Tage krankgeschrieben. (Symbolbild) © Andriy Popov/IMAGO

Andauernde Erschöpfungszustände, Kurzatmigkeit oder Schmerzen: Das sind nur einige der vielfältigen Symptome einer Long-Covid-Erkrankung, durch die die Betroffenen eingeschränkt sind und die durchaus denen einer Diabetes-Erkrankung ähneln können. Welche langfristigen Auswirkungen eine Coronainfektion auf den Krankenstand der Beschäftigten in Deutschland hat, zeigt nun eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse. Zwar machen diese länger anhaltenden Symptome vorerst nur einen relativ geringen Anteil an Fehlzeiten im Job aus. Allerdings fallen die Beschäftigten lange aus. Während jede bei der TK versicherte Person im Jahr 2021 im Durchschnitt 14,6 Tage arbeitsunfähig gemeldet war, kamen Long-Covid-Betroffene teilweise auf über 100 Tage.

Laut den Ergebnissen der Analyse war von den bei der TK versicherten Erwerbstätigen, bei denen im Jahr 2020 eine Corona-Infektion mittels eines PCR-Tests nachgewiesen wurde, im darauffolgenden Jahr nur knapp ein Prozent aufgrund von Long Covid krankgeschrieben. Im Durchschnitt blieben sie allerdings 105 Tage mit ärztlichem Attest von der Arbeit fern. Selbst Patienten mit einem leichten Verlauf, die danach unter Long Covid litten, kamen auf durchschnittlich 90 Fehltage. Long-Covid-Patienten, die aufgrund ihrer Covid-19-Erkrankung mehr als sieben Tage im Krankenhaus behandelt werden mussten, waren 2021 im Schnitt 168 Tage krankgeschrieben. Patienten, die beatmet werden mussten, waren durchschnittlich 190 Tage krank.

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Long Covid: Langfristige Folgen nicht absehbar

„Die Analyse zeigt: Wer von Long Covid betroffen ist, hat lange mit dieser Krankheit - die uns noch viele Rätsel aufgibt - zu tun“, erklärt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. Mit knapp einem Prozent erscheint laut Baas die Zahl der Long-Covid-Patienten, die meist nur noch 50 Prozent ihrer alten Leistungsfähigkeit haben, zwar relativ gering, „aber das sind nur die Patientinnen und Patienten, die auch mit dieser konkreten Diagnose krankgeschreben worden sind - wir gehen zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer aus.“

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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