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Schlaganfall durch Corona-Impfung? So oft kommt es wirklich zum Hirnschlag nach der Immunisierung

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Von: Juliane Gutmann

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Die Coronaschutzimpfung war von Anfang an ein umstrittenes Thema. Weil noch relativ neu auf dem Markt, hatten viele Bedenken. Eine vermeintliche Nebenwirkung ängstigt besonders.

Zu Beginn der Impfkampagne 2021 war für viele klar, dass sie sich sofort gegen Corona impfen lassen möchten. Doch viele waren sich unsicher, da die ersten Impfstoffe noch nicht lange auf dem Markt waren. Meldungen über aufgetretene Nebenwirkungen schürten die Angst vor der Corona-Impfung noch. Doch die Ansage vonseiten des Robert Koch-Instituts und vielen weiteren Gesundheitsbehörden war klar: Die Vorteile überwiegen die Risiken der Impfung.

Doch die Skepsis blieb bei vielen. Von Unfruchtbarkeit und Herzmuskelentzündung bis hin zu hohem Thrombose-Risiko durch die Immunisierung: Viele Informationen dieser Art füllten Gespräche und auch viele Medienberichte. Tatsache ist, dass die Coronaschutzimpfung Nebenwirkungen birgt. Diese sind in der Regel aber vorübergehender Natur. Zu schwerwiegenden Impfkomplikationen kommt es dem Paul-Ehrlich-Institut zufolge enorm selten. Im aktuellen Sicherheitsbericht von Juni 2022 des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel heißt es: „Die Melderate von Verdachtsfällen betrug für alle Impfstoffe zusammen 1,8 Meldungen pro 1.000 Impfdosen, für Verdachtsfälle schwerwiegender Nebenwirkungen und Impfkomplikationen 0,3 Meldungen pro 1.000 Impfdosen“.

Eine Frau geht bei Regen mit einem Schirm an einem Corona-Impfzentrum in Bayern vorbei.
Eine Frau geht bei Regen mit einem Schirm an einem Corona-Impfzentrum vorbei. Die Impfung wird als Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und Long Covid empfohlen. © Peter Kneffel/dpa

Auch ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko war und ist als Folge der Corona-Impfung im Gespräch. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) informierte kürzlich, wie hoch das Risiko tatsächlich sein soll.

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Schlaganfall durch Corona-Impfung? Ärzteblatt bezieht sich auf Studienergebnisse

Wie das Ärzteblatt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie zitiert, erhöht eine Impfung gegen Sars-CoV-2 das Schlaganfall-Risiko nicht. Zwei entsprechende Publikationen, die in den Fachzeitschriften Neurology und Annals of Internal Medicine erschienen sind, würden dies zeigen. Die Autoren der einen Erhebung hatten insgesamt zwei randomisierte Studien, drei Kohortenstudien und elf registerbasierte Studien ausgewertet. Analysiert wurden so 17.481 Fälle ischämischer Schlaganfälle bei einer Gesamtzahl von 782.989.363 Impfungen. Die Schlaganfallrate betrug insgesamt 4,7 Fälle pro 100.000 Impfungen. Wie die Autoren schlussfolgern, ist damit die Schlaganfallrate nach der Impfung mit der in der Allgemeinbevölkerung vergleichbar, so das Ärzteblatt. Die Autoren wiesen außerdem darauf hin, dass das Risiko eines Schlaganfalls, ausgelöst durch eine Corona-Infektion, deutlich höher ist als nach einer Coronaschutzimpfung.

Insgesamt 73.325 Schlaganfälle bei 37 Millionen Geimpften: So das Ergebnis der zweiten Publikation. Im Detail zeigte auch diese Erhebung, dass es in Bezug auf die Schlaganfallrate für keinen der geprüften Impfstoffe ein höheres Risiko gab. DGN-Generalsekretär Peter Berlit schlussfolgert dem Ärzteblatt zufolge: „Die Tatsache, dass beide Erhebungen sehr große Kohorten auswertet haben und beide zum gleichen Ergeb­nis kommen, gibt uns zusätzliche Sicherheit: mRNA-Vakzine gegen Sars-CoV-2 erhöhen nicht das Schlagan­fall­risiko, die Sorge davor sollte also Menschen nicht davon abhalten, sich impfen zu lassen“.

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