Effiziente Schutzmaßnahme

„Mit Masken für alle wäre die Pandemie im Keim erstickt worden“ - Behörde unterläuft gravierender Fehler

Mundmasken gelten als sinnvolle Maßnahme, um andere vor Corona- und Influenzaviren zu schützen. Doch die WHO hat lange vor Mund-Nasen-Schutz gewarnt.

  • Mundschutzmasken sollen die Übertragung von Covid-19 verhindern.
  • Doch viele Mediziner empfehlen Mundschutz nur in bestimmten Fällen.
  • Nur wer eine Mundmaske richtig anwendet - so die Annahme - soll andere vor einer Ansteckung mit Coronaviren* schützen können.

Update vom 16.07.2020: Jeder sollte Mundschutz tragen - „Mit Masken für alle wäre die Pandemie im Keim erstickt worden“

Das Thema „Mundschutz" verwirrte - und verwirrt bis heute - die Gemüter. Wo zu Beginn der Coronavirus-Pandemie viele Mediziner und auch das Robert Koch-Institut (RKI) als Bundesbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten verlauten ließ, dass wirklich nur kranke Menschen Mundschutz zum Schutz ihrer Mitmenschen tragen sollten, ergeben Studien heute ein anderes Bild. Viele Erkenntnisse weisen jetzt darauf hin, dass das Tragen einer Maske viel mehr Schutz als Gefahr verspricht. Die Argumente der Masken-Gegner: Menschen würden sich öfter ins Gesicht fassen und eine Mundschutzmaske würde auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln, was sich negativ auf das Einhalten der Abstandsregel und Händehygiene auswirken würde. Auch ein gängiges Argument gegen die Maskenpflicht: Der Nutzen sei wissenschaftlich nicht erwiesen. Doch wie jetzt bekannt wurde, überwiegt wohl trotz alledem immer noch der Nutzen einer Mundschutzmaske.

Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) schreibt, hätte eine frühzeitigere Mundschutzpflicht viele Leben retten können. Denn sogar nach Bekanntwerden von Covid-19-Fällen, bei welchen die Patienten keine Symptome zeigten, hielten wichtige Gesundheitsbehörden an der Empfehlung fest: keine Mundschutzmasken für Erwachsene, die keine Corona-Symptome zeigen. Ein großer Teil der Fachwelt konnte und kann das nicht nachvollziehen. So zitiert die SZ Klaus-Dieter Zastrow, Professor für Hygiene an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen: „Mit Masken für alle wäre die Pandemie im Keim erstickt worden. Es ist ein Skandal, dass sich WHO und RKI dagegengestellt haben. Stattdessen hätte die Botschaft sein müssen: Ziehen Sie sich irgendetwas über Mund und Nase, alles ist besser als nichts.“ Auch etliche Studien legen nahe: Eine Mundschutzpflicht verhindert die Ausbreitung von Covid-19 enorm. US-Forscher kamen in einer Analyse zu dem Schluss, dass durch das Tragen von Masken 78.000 Infektionen in Italien und 66.000 Fälle in New York City verhindert werden konnten.

Update vom 14.05.2020: Robert Koch-Institut empfiehlt Stoffmasken für den Alltag 

Eine Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff sei im Alltag ausreichend, so die Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) als Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten. Sie könne "ein zusätzlicher Baustein sein, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit* von Covid-19 in der Bevölkerung zu reduzieren", wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) das RKI zitiert. Allerdings sei das nur der Fall, wenn die Abstands-, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten würden.

Zwar entfalten einfache Stoffmasken in der Regel nicht den Schutz, den eine OP- oder FFP-Maske bietet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weist dem NDR zufolge darauf hin, dass durch Stoffmasken kein Verlass darauf sei, "dass diese Sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde." Vor dem Hintergrund, dass ein Mund-Nase-Schutz vor allem dazu da ist, von kranken Menschen getragen zu werden, um andere nicht anzustecken, sind Stoffmasken für gesunde Menschen in den Augen vieler Experten ausreichend. Wer krank ist, sollte ohnehin zuhause bleiben. Und auch der Fakt, dass auch OP- und FFP-Masken keinen hundertprozentigen Schutz vor Covid-19 bieten, spricht für die Alltagsmasken aus Stoff.

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Update vom 05.05.2020: "Damit kann dieses Verfahren nicht mehr für die Dekontamination von Masken empfohlen werden"

Krankenhäuser, Pflegeheime, Arztpraxen und auch Privatleute nutzen Mund-Nasen-Schutz oft mehrfach. Zwar handelt es sich bei den meisten Mundschutzmasken um Einwegprodukte, die nach dem Gebrauch ausgetauscht werden sollten. Doch verschiedene Wissenschaftler und die Bundesregierung kamen in den vergangenen Wochen zu dem Schluss, dass ein Erhitzen auf 70 Grad Celsius Masken von Viren befreit und sie so nochmal gebraucht werden können.

Doch die Sterilisation durch Erhitzen ist doch nicht so sinnvoll wie angenommen, wie das ZDF-Format Frontal21 berichtete. In einem Papier des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), das Frontal21 exklusiv vorliegt, wird das bisher von der Bundesregierung befürwortete Aufbereitungsverfahren per Trockenhitze bei 70 Grad als ungeeignet eingestuft. So zitiert Frontal21 aus der Arbeit, dass das Prozedere nicht ausreiche, um eine vollständige Inaktivierung infektiöser Viruspartikel auf den inkubierten Masken zu erzielen. Weiter heißt es: "Damit kann dieses Verfahren nicht mehr für die Dekontamination von Masken empfohlen werden." Das BfArM fordert deshalb, das aktuelle Aufbereitungsverfahren unverzüglich zu beenden. 

Das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesarbeitsministerium hatten Anfang April einen Beschluss veröffentlicht, der das Wiederverwenden von Atemschutzmasken nach einem vorgeschriebenen Sterilisationsverfahren möglich macht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sahen in dem Aufbereitungsverfahren eine sichere Lösung, um für mögliche Masken-Lieferengpässe gewappnet zu sein. Diese Annahme hat sich mit der aktuellen BfArM-Veröffentlichtung zerschlagen

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Update vom 27.04.2020: Mundschutzmaske im Notfall wieder verwenden - das müssen Sie beachten

Seit dem 20.04.2020 herrscht zwar keine Mundschutzpflicht in Deutschland, allerdings sprach Markus Söder als bayerischer Ministerpräsident eine dringliche Empfehlung aus, beim Einkauf oder in öffentlichen Verkehrsmitteln zur Mundschutzmaske zu greifen. Ab dem 27. April - mit dem Zeitpunkt der Öffnung der Geschäfte - gibt es jetzt eine Maskenpflicht* in Bayern. Sie gilt unter anderem in Geschäften und dem öffentlichen Nahverkehr. Ein Schal sei ausreichend, wichtig sei nur, dass er Mund und Nase bedecke.

Mund-Nasen-Schutzmasken und FFP-Masken sind zwar Einmalartikel, deren Schutzwirkung bei einer mehrmaligen Verwendung nicht garantiert ist. Doch wenn Sie keine neue Maske mehr griffbereit haben, muss zwangsläufig die alte nochmal herhalten - oder eben der Schal oder das Tuch. Wichtig dabei ist, dass diese frei von Krankheitserregern sind. "Auch wenn über das neuartige Coronavirus bislang nur wenig bekannt ist, gilt als sicher, dass der Erreger keine große Hitze verträgt. Bei Temperaturen jenseits von 60 bis 70 Grad Celsius stirbt er ab. Ein simples Mittel, ihn auf Masken zu zerstören, ist es also, die Schutzausrüstung zu erhitzen. Entscheidend dabei ist, dass die Masken nicht kaputtgehen dürfen. Im Hinblick auf einfache OP- oder Stoffmasken zeigt sich der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité zuversichtlich, dass es ausreicht, sie bei 70 Grad in den Backofen zu legen, bis sie trocken sind. Stoffmasken seien zudem bei 60 Grad waschbar, sagte er dem NDR.", informiert der Spiegel über die Möglichkeit einer Sterilisation von Mundmasken. Masken aus Stoff lassen sich gut selbst nähen, mittlerweile sind auch mehrere Firmen umgestiegen und produzieren Mundmasken aus Stoff. Auch DIY-YouTuber Fynn Kliemann stellt jetzt Masken zum Schutz gegen das Coronavirus her, wie ingame.de* berichtet.

Professionelle FFP-Masken seien wegen des eingebauten Filters schwieriger zu reinigen. Sie können allerdings in der Mikrowelle schonend desinfiziert werden, wie US-Forscher herausgefunden haben. Dafür legten sie die getragene Maske mit der Außenseite nach unten auf zwei Gefäße mit jeweils 50 Milliliter lauwarmem Leitungswasser in eine Mikrowelle. Zwei Minuten lang wurde die Maske so bei 750 Watt erhitzt. Der erzeugte Wasserdampf reinigte die Maske, ohne die Filterwirkung zu schwächen.

Es gilt jedoch: Eine Wiederverwendung wird generell nicht empfohlen und sollte nur im Notfall erfolgen. Vor allem Mundmasken mit Metallteilen haben in einer Mikrowelle nichts zu suchen, weil Metall zu Funkenschlag führen kann und somit Brandgefahr bedeutet. 

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Update vom 15.04.2020: "Am besten wäre es, wenn einfach alle einen Mund-Nase-Schutz tragen" 

In vielen Ländern herrscht wegen der Coronavirus-Pandemie Mundschutzpflicht, etwa in den betroffenen Metropolen Chinas und in ganz Österreich. In Deutschland steht noch nicht abschließend fest, ob es zur Mundschutzpflicht kommt. Grund dafür sind unter anderem die verschiedenen Meinungen darüber, wie sinnvoll eine Atemschutzmaske überhaupt ist. Viele Mediziner sind sich einig, dass eine Mundschutzmaske nur dann einen Effekt hat, wenn kranke Menschen ihn tragen. Andere plädieren dafür, dass alle Menschen eine Maske zum Schutz vor Coronaviren tragen sollten - so wie Jochen Werner, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Essen.

"Am besten wäre es, wenn einfach alle einen Mund-Nase-Schutz tragen, dann ließe sich die Infektionsquote reduzieren", zitiert Focus den Mediziner: "Wenn sich ein Covid-19-Infizierter einen Mundschutz umbindet, dann fliegen die Tröpfchen nicht so ungehindert auf das Gegenüber wie ohne. Damit ist für mich absolut klar, dass ein Mundschutz andere Menschen schützt. Zwar nicht hundertprozentig, aber er vermindert das Risiko einer Infektion". Auch ein selbst genähtes Modell sei besser als kein Schutz. Nicht nur zum Schutz Anderer sei die Maske sinnvoll, sie trage auch zum Eigenschutz bei: "Wer einen Mund-Nasen-Schutz trägt, der fasst sich automatisch nicht so oft an Mund und Nase. Auch dadurch ist das Infektionsrisiko* geringer", erklärt Werner.

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Update vom 09.04.2020: Virologe Christian Drosten zum Thema "Mundschutzmaske für jeden?"

Steigende Covid-19-Fälle in Deutschland beunruhigen die Bürger, viele fragen sich: Sollte ich eine Mundschutzmaske tragen, wenn ich das Haus verlasse? Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité gab im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" eine fachliche Einschätzung ab: In seinen Augen ergibt eine Maske nur für diejenigen Sinn, die eine Atemwegserkrankung haben. "Je weiter man dann weg ist von dieser Quelle (Anmerkung der Redaktion: Mit Quelle ist in diesem Zusammenhang eine kranke Person gemeint, die hustet oder niest), desto mehr hat man es mit einem feineren Aerosol zu tun. Und das wird auch seitlich in eine Maske eingeatmet, egal, ob man von vorne in den Mund einatmet. Oder man hat eine Maske auf und saugt es sich an der Seite rein. Das ist dann einfach kein Unterschied mehr. Deswegen: Je näher dran an der Quelle, desto besser. Deswegen muss die Maske an der Quelle sein und nicht am Empfänger. Und das ist sicherlich eine vollkommen einleuchtende Überlegung. Was eben nicht so einleuchtend ist, dass ich mich in der Öffentlichkeit mit einer Maske nicht selber schützen kann. Das ist einfach vielleicht ein bisschen schwer zu vermitteln. Aber es gibt einfach in der Literatur entweder keine oder – je nachdem, wie man es interpretieren will – fast keine Evidenz dafür, dass das helfen könnte", so Drosten im Interview

In Anbetracht dessen, dass bereits vor den ersten bemerkbaren Symptomen eine Ansteckungsgefahr von Covid-19-Patienten ausgeht, diskutieren Mediziner und Politiker allerdings aktuell eine Mundschutzpflicht. Drosten sieht in einem Mundschutz auch deshalb Sinn, weil man sich so seltener ins Gesicht fasst, was bereits einen großen Effekt in Hinblick auf die Ansteckungsgefahr durch Schmierinfektion* hat: "Wenn ich niese, dann verteile ich kleinste Tröpfchen. Und wenn ich ein Stück Tuch vor dem Mund habe, das kann entweder so ein Zellulose-Tuch sein wie bei einer gekauften Maske, oder es kann auch natürlich ein Schal sein oder irgendetwas, diese großen Tröpfchen werden dann abgefangen. Da lässt sich nichts dran diskutieren. Und das ist natürlich gut."

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Artikel vom 16.03.2020: Mundmasken vielerorts ausverkauft

Vor allem im asiatischen Raum sind sie weit verbreitet: Mundschutzmasken, die Träger und auch deren Mitmenschen vor Keimen und Viren schützen sollen. Während der SARS-Pandemie im Jahr 2002/2003 wurde diese Schutzmaßnahme von Medizinern empfohlen, um sich selbst, aber auch andere vor den Viren zu schützen, die das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) auslösen.

Seitdem der erste Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt wurde, überlegen sich auch immer mehr Deutsche, sich mit Mundschutzmaske vor einer Ansteckung mit Coronaviren zu schützen. In vielen Apotheken sind die Masken bereits ausverkauft. Auch in Australien und in den USA soll es Lieferengpässe geben, wie der Tagesspiegel meldete. Doch wie sinnvoll ist die Anschaffung? Experten haben dazu eine klare Meinung. 

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Mundschutzmaske sollte eng anliegen - dünne Papiermasken bringen wenig

In Deutschland sind Mundschutzmasken* in unterschiedlicher Qualität erhältlich. Sehr dünne Papiermasken hätten eine eher geringe Schutzwirkung, wie der Tagesspiegel berichtete. Diejenigen Masken, die auch medizinisches Personal tragen, seien dagegen eine gute Möglichkeit, andere vor Viren und Bakterien zu schützen - sofern sie richtig aufgesetzt werden. Die qualitativ hochwertigeren Masken sind innen saugfähig, nach außen flüssigkeitsabweisend und in Apotheken, aber auch teilweise in Drogerien erhältlich.

Eine gute Schutzwirkung sei einer Studie zufolge allerdings nur gegeben, wenn die Mundmasken richtig angewendet werden. Dazu sollte man folgende Regeln befolgen:

  • Die Maske sollte eng anliegen und Nase und Mund vollständig bedecken.
  • Eine effektive Mundschutzmaske sollte einen Metalldraht als Nasenbügel enthalten, damit man die Partie um die Nase genau anpassen kann.
  • Ist die Maske durch die Atemluft durchfeuchtet, muss sie gewechselt werden.

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Schutz vor Coronaviren: Mundschutzmasken für Operateure, Grippekranke und andere ansteckende Patienten

Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es keinen Beleg dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen werden Mundschutzmasken allerdings empfohlen, weil dies das Risiko verringert, dass sie andere anstecken. Auch medizinisches Fachpersonal wie Ärzte zählen zu denjenigen, bei welchen eine Mundschutzmaske Sinn ergibt.

Es gibt dem Tagesspiegel zufolge Hinweise darauf, dass Mundschutzmasken im öffentlichen Raum nicht annähernd so gut vor Keimübertragung schützen als in Kliniken und Arztpraxen. Eine Erklärung könnte sein, dass medizinisches Personal geschult ist im Umgang mit Mundschutzmasken und sie entsprechend richtig anwenden. Eine andere Erklärung wäre, dass Menschen mit Mundschutz andere Vorsichtsmaßnahmen unterlassen, die vor Viren und Bakterien schützen. Dazu zählt regelmäßiges Händewaschen* und Abstand halten zu infizierten Personen.

Generell raten Mediziner nicht dazu, Schutzmasken in der Öffentlichkeit zu tragen. Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken seien laut Bernd Salzberger, dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie vom Universitätsklinikum Regensburg, nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht, sondern sollen verhindern, dass potentiell infektiöse Tröpfchen aus dem Atemtrakt von Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen, wie der Bayerische Rundfunk meldete.

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Coronavirus-Infektion verhindern mit folgenden Schutzmaßnahmen

Allerdings stuft Salzberger Mundschutzmasken als sehr sinnvoll für Menschen ein, die erkrankt sind. So sollten etwa Grippekranke* eine Maske zum Schutz anderer Menschen tragen: "Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit", zitiert der BR den Experten Salzberger.

Auch Dr. Martin Hoch von der Taskforce Infektiologie des bayerischen Gesundheitsministeriums sieht keinen Sinn darin, derzeit als gesunder Mensch einen Mundschutz zu tragen. Einen wesentlich effektiveren Schutz verspricht in seinen Augen regelmäßiges Händewäschen und Niesen und Husten in die Armbeuge - und nicht in die Handinnenfläche.

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So ansteckend ist das Coronavirus wirklich

"Das Virus wird wie andere Infektionskrankheiten auch - zum Beispiel die Grippe - von Mensch zu Mensch übertragen", sagte Tropenmediziner Dr. Markus Frühwein im Interview: "Wir gehen im Moment davon aus, dass Menschen ansteckend sein können, bevor sie Symptome haben". Es sei allerdings naher Kontakt notwendig, um sich anzustecken*. Wer mit einem Coronavirus-Infizierten* im selben Konferenzraum war oder ein paar Reihen im Flieger von einer kranken Person entfernt gesessen ist, brauche sich in der Regel keine Sorgen machen, so Frühwein.

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Video: Coronavirus - Wie ansteckend ist das Virus?

jg

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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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