Hormonelles Ungleichgewicht

Sie werden immer dicker? Das Cushing-Syndrom könnte dahinter stecken

Frau isst Suppe
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Sie ernähren sich gesund und nehmen trotzdem zu? Es könnte am Hormonhaushalt liegen.

Produziert der Körper zu viel Cortisol, kann sich das sogenannte Cushing-Syndrom entwickeln. Unkontrollierte Gewichtszunahme am Bauch ist ein Symptom der Störung.

Vom Cushing-Syndrom sprechen Mediziner, wenn es im Körper zu einer krankhaft gesteigerten Produktion des Hormons Cortisol kommt. Meist wird dies durch einen gutartigen Tumor in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ausgelöst, der eine Überproduktion des Hormons ACTH zur Folge hat, wie die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) informiert. ACTH stimuliert die Nebennierenhormonproduktion, was zu einem Anstieg von Cortisol im Blut führt. Handelt es sich um einen zu hohen Cortisolspiegel durch einen Hypophysentumor, sprechen Mediziner vom Krankheitsbild Morbus Cushing.

Typisch für das Cushing-Syndrom sind eine Reihe von körperlichen Veränderungen ausgelöst durch das Zuviel an Cortisol im Körper, dazu zählen:

  • Gewichtszunahme, besonders am Rumpf; Arme und Beine bleiben dagegen in der Regel schlank
  • Hamsterbäckchen
  • rundes Vollmondgesicht
  • Dehnungsstreifen an Bauch, Hüfte und Achseln, die durch Einblutungen oft rot erscheinen
  • schlechte Wundheilung
  • vermehrt Blutergüsse
  • vermehrte Körperbehaarung bei Frauen
  • Akne
  • dünner werdende Haut („Pergamenthaut“)
  • unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutung
  • Verlust der Muskelkraft (vor allem in den Oberschenkeln und im Gesäß)
  • Stimmungsschwankungen, Ängstlichkeit, depressive Gedanken

Folgen des Cushing-Syndroms: Diabetes und Bluthochdruck

Infolge des Cushing-Syndroms kann es zu Diabetes, Bluthochdruck, Osteoporose und einem gefährlich niedrigen Kaliumspiegel kommen, weshalb die Störung so frühzeitig wie möglich behandelt werden sollte. Stellt ein Mediziner die Diagnose „Morbus Cushing“, ist die Therapie der Wahl das operative Entfernen des Tumors an der Hypophyse. Führt die Operation nicht zur Linderung der Beschwerden, führt die DGE Strahlentherapie oder medikamentöse Behandlung als Optionen auf. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Hormonhaushalt im Gleichgewicht

Die Frauenärztin Dr. Sara Gottfried erklärt in der Kindle-Ausgabe des Buches „Die Hormonkur: So bringen Sie Ihren Hormonhaushalt natürlich ins Gleichgewicht“ (werblicher Link), wie man mithilfe von Fragebögen aufdeckt, welche spezifischen Hormonmangelzustände hinter bestimmten Symptomen stecken. Gottfried geht unter anderem auf Beschwerdebilder ausgelöst durch Cortisolüberschuss oder Östrogenüberschuss ein und erklärt, welche Maßnahmen hilfreich sind.

Weiterlesen: Schützt „Frauenhormon“ vor Covid-19? Studie kürt Östrogen nun zum Coronaviren-Schutzwall.

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Ob und welche Beschwerden in den Wechseljahren auftreten, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Foto: Christin Klose © Christin Klose
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