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Kassen-Check: Diese Extra-Leistungen bieten AOK und Co.

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München - Die medizinische Grundversorgung ist bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich, doch bei den Extraleistungen gibt es große Unterschiede. Die tz hat den Kassen-Check gemacht.

Da jede Kasse Extraleistungen anbieten darf, sollten Versicherte genau hinschauen, welche in der jeweiligen Lebenslage für den Versicherten am interessantesten ist: Die eine ist besser, was Kinder-Untersuchungen angeht, die andere ist top bei alternativen Heilmethoden. Die Stiftung Warentest nahm die gesetzlichen Krankenkassen unter die Lupe. Das Ergebnis: Immer mehr Kassen bieten Extras!

Die große Tabelle der Krankenkassen-Leistungen als pdf

Einige Beispiele:

Ärztliche Zweitmeinung: 2013 waren es nur elf Kassen, die für Schwerkranke eine ärztliche Zweitmeinung bei ausgewiesenen Spezialisten organisiert haben – inzwischen bieten 36 Kassen diesen Service.

Künstliche Befruchtung: 36 Kassen zahlen für kinderlose Paare, die auf natürlichem Weg kein Baby bekommen können, mehr als gesetzlich vorgeschrieben (2013: nur 19 Kassen).

Sportmedizinische Untersuchung: Mehr als doppelt so viele Kassen wie im Vorjahr bieten für Versicherte, die Sport treiben, hier einen Zuschuss an.

Alternative Behandlung: 69 Kassen zahlen Zuschüsse zur Osteopathie und unterstützen die Behandlung beim Homöopathen.

Rufbereitschaft Hebamme: 54 Kassen zahlen dafür, dass die Hebamme in der Zeit vor der Geburt rund um die Uhr erreichbar ist – fast doppelt so viele wie 2013.

So entkommen Sie Zusatzbeiträgen

Noch sind die Zusatzleistungen der einzige Punkt, an dem gesetzliche Krankenkassen eigenes Profil zeigen können. Denn der gesetzlich festgelegte Beitragssatz liegt derzeit bei allen einheitlich bei 15,5 Prozent (einschließlich 0,9 Prozent Sonderbeitrag der Versicherten), ab 2015 bei 14,6 Prozent. Doch in Zukunft dürfen die Kassen Zusatzbeiträge erheben – und die Stiftung Warentest geht davon aus, dass nur wenige darauf verzichten werden. In jedem Fall werden sich die Beitragssätze der Kassen wieder unterscheiden.

Es gibt schon jetzt einen Anhaltspunkt, um zu sehen, ob eine Beitragssatzerhöhung droht: Finanztest empfiehlt, auf die Höhe der Rücklagen zu achten (siehe Tabelle): Jede Kasse muss mindestens 25 Prozent einer Monatsausgabe zurücklegen, die finanziell gut gestellten haben aber die maximal erlaubten 100 Prozent Rücklage. Auch die Höhe der ausgeschütteten Prämien sind ein Hinweis darauf, wie dick das Finanzpolster einer Kasse ist.

Falls die Kasse einen Zusatz­beitrag verlangt, gilt ein Sonderkündigungsrecht – sprich: Sie können in diesem Fall zu einer günstigeren Kasse wechseln.

Der Wechsel ist erstaunlich einfach

Die Extra-Leistungen der Krankenkassen ändern sich ständig – deshalb empfiehlt die Stiftung Warentest, im Zweifel bei der Kasse nachzufragen, ob sie beispielsweise die Gelbfieber-Impfung für eine Fernreise bezahlt oder die zusätzliche Hautkrebsvorsorge-Untersuchung. „Viele haben in den vergangenen Monaten noch einmal nachgelegt bei Leistungen, Service und Geldprämien“, so Finanztest. „Wahrscheinlich können Sie von Ihrer Kasse jetzt mehr bekommen als noch vor einem Jahr.“

Falls Sie auf unserer Tabelle die Krankenkasse entdeckt haben, die besser zu Ihnen passt als die bisherige: Der Kassen-Wechsel geht leichter als viele befürchten!

Wechseln kann jeder, der seit mindestens 18 Monaten Mitglied seiner Kasse ist. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Sobald die alte Kasse die Kündigungsbestätigung ausgestellt hat, müssen Sie diese zusammen mit dem Mitgliedsantrag bei der neuen Versicherung einreichen. Keine Kasse darf gesetzlich Versicherte ablehnen. Sobald die neue Kasse die Mitgliedsbescheinigung ausgestellt hat, müssen Sie diese möglichst schnell dem Arbeitgeber übermitteln.

Eine schlechtere medizinische Grundversorgung müssen Sie bei keiner Kasse befürchten, denn die ist gesetzlich geregelt.

Geld für Yoga

Wer regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen geht oder an Gesundheitskursen wie Yoga teilnimmt, bekommt von vielen Kassen einen Bonus. Aber informieren Sie sich genau bei Ihrer Kasse, wie die Voraussetzungen für das Geldgeschenk sind!

Im Finanztest schnitten folgende Kassen in Sachen Bonus und Gesundheitskurse am besten ab:

1. BKK Mobil Oil (200 Euro Bonus für drei Gesundheitsmaßnahmen, 200 Euro Zuschuss pro Jahr für Gesundheitskurse)

2. IKK gesund plus (180 Euro Bonus, 80 Euro für Gesundheitskurse)

3. Actimonda KK (100 Euro Bonus, 75 Euro Zuschuss für Kurse)

4. Salus BKK (100 Euro Bonus, 80 Euro Zuschuss)

5. BKK IHV (90 Euro Bonus, 160 Euro Zuschuss)

6. BKK VDN (80 Euro Bonus, 200 Euro Zuschuss)

7. Energie BKK (80 Euro Bonus, 160 Euro Zuschuss)

tz

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