Wichtige Hinweise

Diese Medikamente dürfen Sie nicht zum Essen einnehmen - auch wenn Hersteller etwas anderes sagen

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Bei der Medikamenteneinnahme müssen Sie sich an Regeln halten, die nicht immer eindeutig sind.

Ob man eine Tablette vor oder nach dem Essen einnehmen soll, ist eine Frage, die viele Patienten ihrem Arzt stellen. Eine wichtige Frage und das ist die Antwort.

Wie schnell oder gut ein Medikament wirkt, hängt zu einem großen Teil davon ab, wie schnell sie verdaut wird und was sich dabei in Ihrem Magen befindet. Deshalb ist eine wichtige Frage, die Sie Ihrem Arzt stellen sollten, ob Sie ein bestimmtes Medikament vor, nach oder zum Essen einnehmen sollten.

Medikamente wirken nur unter bestimmten Bedingungen

Die Wirkstoffe von Tabletten und Co. werden in der Regel im Dünndarm absorbiert. Wie schnell sie dort ankommen liegt daran, wie rasch sie den Magen passieren können. Mit umfangreichen oder fetten Maßnahmen hat der Magen deutlich länger zu tun und so wird die Weiterreise der Medikamente unterbrochen. Die Wirkung setzt später ein. Das kann in Einzelfällen aber durchaus erwünscht sein.

Bestimmte Lebensmittel gehen aber auch unerwünschte Wechselwirkungen mit dem Medikament ein. Oxalsäurereiche Lebensmittel wie Rhabarber und ironischerweise auch Spinat, hemmen die Eisenaufnahme aus Eisenpräparaten.

Magensaftresistente Medikamente auf keinen Fall zum Essen einnehmen

Auf jeden Fall auf nüchternen Magen, also ohne zuvor gegessen zu haben, sollten Sie dagegen magensaftresistente Medikamente einnehmen. Diese sind mit einer speziellen Schicht überzogen, die die Magensäure nur schwer auflösen kann. Magensaftresistente Medikamente kommen beispielsweise zum Einsatz, wenn der Wirkstoff

  • durch den sauren pH-Wert im Magen angegriffen und dadurch wirkungslos wird
  • die Magenschleimhaut reizt und so Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen auslöst
  • lokal im Darm wirken soll

Dieser Schutz ist aber nur zeitlich begrenzt. Verbleibt das Medikament zu lange im Magen, kann die Schicht porös werden und sich dennoch auflösen, mit den vorher beschriebenen Folgen.  

Wenn Sie sich den Beipackzettel durchlesen und bei magensaftresistenten Mitteln empfohlen wird, sie zum Essen einzunehmen, dann sollten Sie diesen Hinweis deshalb lieber ignorieren. Das empfiehlt die pharmazeutische Zeitung.

Was Sie trinken kann die Wirkung eines Medikamentes verändern

Dabei ist aber nicht nur das Essen, sondern auch das Trinken wichtig. Bestimmte Getränke hemmen oder verändern die Wirkstoffe in Medikamenten:

  • Milch: Bestimmte Antibiotika reagieren mit Kalzium und können nicht vom Körper verwertet werden. Mindestens zwei Stunden vor und nach der Einnahme von Antibiotika sollten Sie keine Milchprodukte essen oder trinken.
  • Fruchtsaft: Bestimmte Früchte und damit auch Säfte hemmen beziehungsweise verstärken die Wirkung von Medikamenten. Dazu zählen nach Angabe der AOK die Säfte und das Fruchtfleisch von Grapefruit, Granatapfel und Cranberry.
  • Alkohol: Hemmt den Abbau von Wirkstoffen und verzögert so die Wirkung
  • Kaffee: Enthaltene Gerbstoffe können die Aufnahme von Wirkstoffen verschlechtern.
  • Tee: Enthaltene Gerbstoffe können die Aufnahme von Wirkstoffen verschlechtern.

Es ist deshalb am sichersten, wenn Sie Medikamente nur mit Leitungswasser einnehmen.

Auch interessant: Probiotika für einen gesunden Darm? Für wen das sogar gefährlich werden kann

Nährstoffmangel durch Medikamenteneinnahme

Es kann allerdings auch sein, dass nicht das Lebensmittel die Wirkung des Medikamentes beeinflusst, sondern das Medikament die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Lebensmittel. Einige Arzneimittel hemmen die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen, wie die Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention warnt. So behindern verbreitete Magensäurehemmer wie Omeprazol die Aufnahme von Vitamin B12 – ein dauerhafter Mangel kann schwerwiegende Folgen haben, wie der Fall eines erblindeten Jungen aus Großbritannien zeigt. Bestimmte Wirkstoffe, die beispielsweise bei Rheuma eingesetzt werden, wirken sich auf die Wirkung von Vitamin D und Kalzium aus.

Besonders eiweißreiche Lebensmittel sollten dagegen nicht von Menschen gegessen werden, die gegen Depressionen behandelt werden. Die dabei eingesetzten MAO-Hemmer sorgen dafür, dass der in den Lebensmitteln enthaltene Stoff Tyramin nicht vom Körper abgebaut werden kann. Das führt zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder ein erhöhter Blutdruck, wie die AOK warnt. Käse, Salami oder Fischkonserven sind also tabu.

Lesen Sie auch: Stiftung Warentest testet Schmerzmittel – Paracetamol, Ibuprofen & Co. im Vergleich

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Verdacht auf  Nahrungsmittelunverträglichkeit? 

Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden. Fotos: dpa-tmn Foto: dpa-tmn
Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden.  © dpa-tmn
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden.  © Klaus-Dietmar Gabbert
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. Foto: Andrea Warnecke
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. © Andrea Warnecke
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen. Foto: Florian Schuh
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen.  © Florian Schuh
Die Milch macht's nicht immer - manche Menschen vertragen keinen Michzucker. Foto: Franziska Gabbert
Die Milch macht's nicht immer - manche Menschen vertragen keinen Michzucker.  © Franziska Gabbert
Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt. Foto: Monique Wüstenhagen
Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt.  © Monique Wüstenhagen

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