Chronische Beschwerden

Krämpfe direkt nach dem Essen? Das Dunbar-Syndrom könnte die Ursache sein

Eine junge Frau hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.
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Das Dunbar-Syndrom zeigt sich durch Übelkeit, Erbrechen und krampfartige Schmerzen im Oberbauch.

Leiden Sie oft nach dem Essen an Übelkeit, Erbrechen oder schlimmen Bauchschmerzen? Dann könnte dieses Syndrom schuld daran sein.

Bauchkrämpfe*, Übelkeit und Übergeben können viele Ursachen haben: Von einer Lebensmittelvergiftung über Schwangerschaft bis hin zu chronischen Magen-Darm-Erkrankungen. Daher ist es wichtig, seine Symptome genau zu beobachten und mit einem Arzt zu besprechen.

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Was ist das Dunbar-Syndrom? Symptome und Ursache

Das Dunbar-Syndrom, auch Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom, bezeichnet eine chronische Darm-Durchblutungsstörung. Betroffene leiden meistens direkt nach dem Essen an Symptomen wie Krämpfen und Schmerzen im Oberbauch sowie Erbrechen oder Übelkeit. Als Folge der unangenehmen Symptome können Betroffene ungewollt Gewicht verlieren, bei längerem Bestehen können sie auch zu einer Anorexie führen. Außerdem können Gefäße und Nerven dauerhaft geschädigt werden.

Das Syndrom entsteht durch die Einklemmung des Truncus coeliacus: Das ist der gemeinsame Anfangsabschnitt von drei Arterien aus der Bauchaorta. Diese Arterien sind wichtig für die Versorgung der Bauchorgane mit Sauerstoff. Auch der Solarplexus, ein Geflecht aus Nervenfasern, der sich in der Nähe befindet, kann in einigen Fällen eingeengt werden. Die Bauchorgane werden dann mit zu wenig Sauerstoff versorgt.

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Dunbar-Syndrom: Diese Möglichkeiten zur Behandlung haben Sie

Die Symptome des Dunbar-Syndroms können auf verschiedene andere Erkrankungen hinweisen, weshalb die Diagnose nicht einfach zu stellen ist. Ärztlich festgestellt werden kann das Dunbar-Syndrom durch eine Gefäßuntersuchung via Ultraschall, MRT oder CT. Zunächst müssen allerdings mögliche andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, etwa Gastritis, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Dickdarmerkrankungen. Erfahrene Gefäßmediziner können die korrekte Diagnose stellen.

Zur Behandlung sollte die Ursache der Arterien-Einengung beseitigt werden. Dies erfolgt bei hohem Leidensdruck der Betroffenen mittels einer Operation: Dabei wird der einengende Bindegewebsstrang operativ gespalten oder Muskelstränge des Zwerchfells werden entfernt, um mehr Platz zu schaffen. In den meisten Fällen treten nach dieser OP keine Beschwerden mehr auf. (mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Quelle: NDR.de

So läuft eine Darmspiegelung ab

Bei einer Darmspiegelung wird das Koloskop, ein langer flexibler Schlauch, in den Darm des Patienten eingeführt. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Bei einer Darmspiegelung wird das Koloskop, ein langer flexibler Schlauch, in den Darm des Patienten eingeführt. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn © Patrick Pleul
Dagmar Mainz ist Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie in Saarlouis und Mitglied im Vorstand des Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands. Foto: Benno Leinen/dpa-tmn
Dagmar Mainz ist Fachärztin für Innere Medizin und Gastroenterologie in Saarlouis und Mitglied im Vorstand des Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands. Foto: Benno Leinen/dpa-tmn © Benno Leinen
Prof. Alexander Meining ist Leiter des Schwerpunkts Gastroenterologie am Uniklinikum Würzburg und im Vorstand der Sektion Endoskopie (DGVS). Foto: Uniklinik Würzburg/dpa-tmn
Prof. Alexander Meining ist Leiter des Schwerpunkts Gastroenterologie am Uniklinikum Würzburg und im Vorstand der Sektion Endoskopie (DGVS). Foto: Uniklinik Würzburg/dpa-tmn © Uniklinik Würzburg
Prof. Thomas Seufferlein ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Ulm sowie Vorstandsmitglied der Gastro-Liga. Foto: Universitätsklinikum Ulm/dpa-tmn
Prof. Thomas Seufferlein ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Ulm sowie Vorstandsmitglied der Gastro-Liga. Foto: Universitätsklinikum Ulm/dpa-tmn © Universitätsklinikum Ulm
Am Monitor kann sich der Arzt bei der Untersuchung die Darmwand des Patienten genau ansehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Am Monitor kann sich der Arzt bei der Untersuchung die Darmwand des Patienten genau ansehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn © Patrick Pleul
Ab drei bis sieben Tage vor einer Darmspiegelung sind zum Beispiel Brote mit ganzen Körnern tabu. Foto: Marius Becker/dpa/dpa-tmn
Ab drei bis sieben Tage vor einer Darmspiegelung sind zum Beispiel Brote mit ganzen Körnern tabu. Foto: Marius Becker/dpa/dpa-tmn © Marius Becker
Weil Kiwis und Trauben kleine Kerne enthalten, die bei der Untersuchung noch im Darm haften könnten, darf sie der Patient einige Tage vor der Spiegelung nicht zu sich nehmen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Weil Kiwis und Trauben kleine Kerne enthalten, die bei der Untersuchung noch im Darm haften könnten, darf sie der Patient einige Tage vor der Spiegelung nicht zu sich nehmen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn © Franziska Gabbert

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