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Erziehung: Rasenmäher-Eltern erledigen die Hausaufgaben ihrer Kinder

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Von: Judith Braun

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Eine hervorragende Bildung und gute Abschlüsse sind für Rasenmäher-Eltern wichtig. Ihren Kindern leisten sie deshalb oft zu viel an Unterstützung.

München – Rasenmäher-Eltern gehören zur Gruppe der Helikopter-Eltern, die ihren Kindern ein möglichst sorgenfreies Leben erschaffen wollen – ohne Hindernisse und Probleme, an denen die Kleinen letztendlich wachsen und reifen könnten. Dieser Erziehungsstil wird spätestens in der Schulzeit problematisch. Durch das Verhalten von Rasenmäher-Eltern passiert es oftmals, dass Kinder an der Entwicklung von Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Zielstrebigkeit gehindert werden. Dafür greifen Rasenmäher-Eltern bisweilen zu drastischen Mitteln.

Erziehung: Rasenmäher-Eltern machen Hausaufgaben ihrer Kinder

Zwar wollen Rasenmäher-Eltern für ihre Kinder meist das Beste. Mit ihrem Verhalten können sie jedoch Schaden anrichten.
Zwar wollen Rasenmäher-Eltern für ihre Kinder meist das Beste. Mit ihrem Verhalten können sie jedoch Schaden anrichten. (Symbolbild) © Mareen Fischinger/IMAGO

Rasenmäher-Eltern räumen ihren Kindern jegliche Hindernisse im Leben aus dem Weg, damit sie über Abkürzungen schneller ihre Ziele erreichen. Lehrer können laut einem Beitrag des Institut für integrative Lerntherapie und Weiterbildung (IFLW) ein Lied davon singen. Oftmals bringen Schüler fehlerfreie Hausaufgaben mit zum Unterricht. In Klassenarbeiten können sie dann jedoch keine vergleichbare Leistung abrufen. Das legt den Verdacht nahe, dass die Eltern die Hausaufgaben ihrer Kinder nicht nur korrigieren, sondern sie direkt für sie erledigen. Möglicherweise wollen sie damit erreichen, dass ihre Kinder kompetent wirken.

Dieses Verhalten kann sich durch die komplette Schullaufbahn ziehen. Sogar in der Oberstufe kann es noch vorkommen, dass Eltern das Erledigen von Hausaufgaben für ihre Kinder übernehmen oder für sie die Facharbeit schreiben. Auch U-Boot-Eltern verhalten sich, was die schulischen Tätigkeiten ihres Nachwuchses anbelangt, denkwürdig: Sie tauchen quasi ab und lassen sich bei Elternsprechtagen nie blicken. Das Gespräch mit den Lehrkräften wird erst dann gesucht, wenn beispielsweise die Versetzung des Kindes gefährdet ist. Dann drohen U-Boot-Eltern gerne auch mal mit einem Anwaltsschreiben. Zu diesem Mittel können aber auch Rasenmäher-Eltern greifen, sollte die Schulkarriere ihrer Kinder gefährdet sein.

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Rasenmäher-Eltern greifen bei schlechten Noten gerne mal zu juristischen Mitteln

Da es sich bei Rasenmäher-Eltern und Helikopter-Eltern meist um höher gebildete und intelligente Personen handelt, für die beruflicher Erfolg eine wichtige Rolle spielt, legen sie auch bei ihren Kindern Wert auf eine gute Bildung und gute Abschlüsse. Durch ihre Unterstützung wollen sie ihren Schützlingen einen gewissen Vorsprung verschaffen. Sollte es trotzdem nicht für gute Noten reichen, dann kann es sowohl zu einem nachdrücklichen Gespräch mit der Lehrkraft oder der Schulleistung kommen. Sollte das nichts nützen, greifen sie gerne auch mal zu juristischen Mitteln.

Was Kinder wirklich brauchen: Geduld der Eltern und Vertrauen in ihre Fähigkeiten

Anstatt Kinder zur Passivität zu erziehen, sollten sie selbst Erfahrungen machen dürfen. Zudem brauchen sie die Gewissheit, dass Niederlagen im Leben dazugehören und man aus Fehlern lernen darf. Deshalb sollten Eltern ihren Kindern Geduld und Vertrauen in ihre Fähigkeiten entgegenbringen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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