Problemzonen entfernen lassen

Fettabsaugung bei Männern: Die wichtigsten Fragen

München - Mal so richtig Fett absaugen lassen und schon ist man am Badesee der König? So einfach geht's leider nicht mit der Traumfigur. Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur Schönheits-OP.

Die Liposuktion, wie Mediziner die Fettabsaugung bezeichnen, dürfe nicht als Mittel zur Gewichtsreduktion missverstanden werden, betont Dr. Wagner. Zwar kommen die Fettpolster an den behandelten Stellen tatsächlich nicht mehr zurück, aber stattdessen können sich in anderen Körperregionen neue Problemzonen bilden. Deshalb sind die meisten Patienten, die sich Fett absaugen lassen, auch keine übergewichtigen Sofahocker. „Bei uns lassen sich in der Regel eher schlanke Menschen behandeln, die trotz intensiven Trainings ihre Fettpolster an bestimmten Stellen einfach nicht wegbekommen. 90 Prozent sind sportliche Männer“, erklärt Dr. Klöppel. Und seine Kollegin Dr. Markowicz von den Isar-Kliniken weiß: „Die klassischen Problemzonen bei Männern sind der Unterbauch, die Bereiche an den Lenden und die Brust."

Wie viele Menschen lassen sich Fett absaugen?

Genaue Zahlen dazu existieren in Deutschland nicht. Das liegt daran, dass sich nur ein Teil der plastischen Chirurgen an den Umfragen ihrer Fachgesellschaften beteiligen. Experten schätzen aber, dassin Deutschland jährlich etwa 250.000 Eingriffe vorgenommen werden. Weltmeister im Fettabsaugen sind die Amerikaner. In den USA gibt es circa 700.000 solcher Behandlungen jährlich. Allerdings, so Dr. Wagner, sei die Zahl der Schönheitsbehandlungen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten insgesamt aufgrund der Finanzkrise deutlich zurückgegangen.

Was geschieht beim Fettabsaugen?

In den allermeisten Fällen wenden die Ärzte die sogenannte Tumeszenz-Technik an. Dabei spritzen sie zunächst eine spezielle Flüssigkeit unter die Haut – genau in den Bereich, in dem das Fett abgesaugt werden soll. Diese Flüssigkeit besteht im wesentlichen aus Kochsalzlösung, einem Betäubungsmittel für den zu behandelnden Bereich und Adrenalin.

„Das Adrenalin macht die Gefäße enger und dämmt so Blutungen ein“, erklärt Dr. Markowicz. Die Lösung ingesamt dient dazu, die Fettzellen zu lockern. Dadurch lassen sie sich später besser absaugen. Die Menge der gespritzten Flüssigkeit ist ungefähr genauso groß wie das Volumen des Fetts, das der Chirurg entfernen will. Nach einer Wartezeit von ungefähr 15 bis 25 Minuten wird das überschüssige Fett mit feinen Kanülen abgesaugt. Diese speziellen Mini-Röhrchen haben in der Regel nur einen Durchmesser von wenigen Millimetern.

Wie viel Fett kann man absaugen?

Theoretisch gibt es so gut wie keine Begrenzung. „Aber ein verantwortungsvoller plastischer Chirurg wird pro Sitzung maximal sieben Liter absaugen. Und diese Menge ist schon extrem viel“, weiß Dr. Klöppel. Bei noch größeren Mengen wäre das Risiko für den Patienten zu hoch. Im Regelfall holen die Schönheitschirurgen zwischen 0,5 und drei bis vier Litern Fett aus dem Körper.

Tut der Eingriff weh?

Bis zu einer Menge von vier Litern Fett wird der Eingriff in der Regel ambulant durchgeführt. Ein Narkosearzt versetzt den Patienten in einen leichten Dämmerschlaf. „Das bedeutet, dass er von der Behandlung praktisch nichts mitbekommt“, erklärt Dr. Wagner. Er kann nach dem Eingriff wieder nach Hause gehen. Beim Absaugen von größeren Fettmengen entscheiden sich die Mediziner häufig dafür, den Eingriff in einer Klinik unter Vollnarkose vornehmen zu lassen.

Hat man nach dem Fettabsaugen Schmerzen?

„Viele Patienten berichten, dass sich der behandelte Bereich anfühlt wie bei einem starken Muskelkater nach dem Sport“, berichtet Dr. Klöppel. „Das ist aber nach einer bis drei Wochen vergessen.“

Braucht man eine Art Nachbehandlung?

Im klassischen Sinne nicht. Allerdings muss der Patient für etwavier bis sechs Wochen einen Stützverband tragen. Dieses Korsett soll verhindern, dass sich an den behandelten Stellen Dellen oder unschöne Verformungen bilden, beispielsweise durch unerwünschte Flüssigkeitsansammlungen. Man muss den Kompressionsverband auch nachts tragen, allerdings darf man ihn zum Waschen, Baden oder Duschen abnehmen.

Welche Riskiken gibt es?

Wie bei jedem operativen Eingriff kann sich theoretisch eine Infektion entwickeln. Das kommt allerdings sehr selten vor. Auch besteht kaum die Gefahr, dass Nerven, Muskeln oder Gefäße beschädigt werden. „Das liegt daran, dass die Absaugkanülen immer dünner werden. Vorne sind sie nicht scharfkantig, sondern rund“, erläutert Dr. Klöppel.

Welche Alternativen zur klassischen Methode gibt es beim Fettabsaugen?

Manche Ärzte setzen auf die sogenannte Vibrationstechnik. Dabei wird die Absaugkanüle in Schwingung versetzt, so sollen die Fettzellen praktisch losgerüttelt werden. „Mann kann die Fettzellen auch mit Hilfe von Ultraschall, Wasser- oder Laserstrahlen lockern“, erläutert Dr. Markowicz, „aber gerade der Einsatz eines Lasers birgt auch Gefahren. Wenn er nicht exakt eingesetzt wird, kann beispielsweise die Haut verletzt werden.“

Was kostet es, sich Fett absaugen zu lassen?

Die Rechnung richtet sich auch nach der Absaugmenge. Durchschnittlich bewegen sich die Kostenzwischen 2000 bis 5000 Euro. Die Krankenversicherungen beteiligen sich daran nicht.

Kann ich das Fettsabsaugen auch mit Hilfe einer Finanzierung bezahlen?

Ja. Eine Reihe von Schönheitschirurgen bieten ihren Patienten die Möglichkeit einer Ratenzahlung an.

Welche Behandlungen lassen Männer beim Schönheitschirurgen sonst noch vornehmen?

„Ein wichtiges Thema sind die Tränensäcke und Schlupflider“, berichtet Dr. Klöppel. Diese Korrekturen im Augenbereich kommen auf der Hitliste der beliebtesten Eingriffe bei Männern gleich hinter der Fettabsaugung.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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