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Legaler Schwindel mit „gesunder“ Ernährung

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Von: Karl-Heinz Dix

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Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung
Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung. © picture alliance / dpa

Gut gemeint statt gut gemacht: Vor einem Jahr hat die EU eine Vorschrift erlassen, mit der die ausufernde Werbung für scheinbar gesundheitsfördernde Lebensmittel eingedämmt werden sollte.

Doch der Schwindel mit nur scheinbar gesunden Produkten geht weiter. Die sogenannte Health-Claim-Verordnung hat nichts bewirkt. Die Verbraucherorganisation foodwatch kritisiert, dass die Hersteller jetzt irgendwelche billigen Vitamine beimischen und ein ansonsten ungesundes Produkt mit den Vitaminen weiter als gesundheitsfördernd bewerben. Verbraucher werden beim Lebensmitteleinkauf regelmäßig mit irreführenden Gesundheitsversprechen getäuscht – obwohl sie davor eigentlich seit einem Jahr durch eine EU-Verordnung geschützt sein sollten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Verbraucherorganisation foodwatch von verschiedenen Produkten, die gezielt mit Werbeaussagen zu Gesundheit und Wohlbefinden vermarktet werden.

Der Produkt-Check belegt das Scheitern der EU-Health-Claims-Verordnung. „Danone, Unilever & Co. vermarkten Industrieprodukte im falschen Gesundheitslook“, kritisiert Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelwerbung bei foodwatch. Die Verbraucherorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Gesundheitsversprechen auf Lebensmitteln: „Selbst Süßigkeiten dürfen mit Gesundheits-Claims beworben werden – wenn ihnen Vitamine zugesetzt sind. Eine ausgewogene Ernährung wird so eher verhindert als gefördert. Softdrinks, Süßigkeiten oder salzige Wurst werden zu überteuerten Preisen legal mit Gesundheitswerbung vermarktet.“

Becel pro.activ: Gesundheitsrisiko

Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung
Becel pro.activ. © Foodwatch

Das Produkt steht im Verdacht, selbst Ablagerungen in Gefäßen zu verursachen und damit das Risiko für Herzkrankheiten zu erhöhen.

Red Bull: Nebenwirkungen

Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung
Red Bull. © Foodwatch

Der Energy Drink wird wie wie ein Sportgetränk beworben. Als Softdrink mit elf Prozent Zucker kann er weder Flüssigkeits- noch Mineralstoffverlust ausgleichen. Experten warnen vor Nebenwirkungen

belvita Frühstückskeks: zu süß

Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung
belvita Frühstückskeks. © Foodwatch

Er enthält mehr Zucker als ein gewöhnlicher Butterkeks. Dennoch darf diese unausgewogene Süßigkeit beworben werden wie ein nahrhaftes Frühstück.

Actimel: eine Zuckerbombe

Actimel
Actimel © Foodwatch

Die künstlich zugefügten Vitamine machen aus einer Zuckerbombe kein gesundes Produkt. Actimel classic enthält in etwa so viel Zucker wie Coca Cola.

Ferdi Fuchs Salami: Viel Fett

Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung
Ferdi Fuchs Salami © Foodwatch

Die Minisalami ist alles andere als ausgewogen: Mit etwa vier Gramm Salz je 100g ist sie eine Salzbombe. Dazu kommt ein hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren (16,3 %). Weil Stockmeyer einen Vitamin-Cocktail zusetzt, darf der Hersteller die Wurst dennoch als „täglichen Beitrag für eine gesunde Ernährung“ bewerben.

Ungesunde Softdrinks

Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung
Ungesunde Softdrinks. © Foodwatch

Der Health Claim für Fruktose erlaubt es, Softdrinks mit Gesundheitswerbung zu versehen, obwohl diese ein Risikofaktor für Übergewicht sind.

LC 1: Teurer Joghurt

Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung
LC 1. © Foodwatch

Der Joghurt enthält Calcium. LC1 kostet dafür mehr als das Doppelte eines normalen Joghurts.

Active O2: ungesund

Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert EU-Verordnung
Active O2 © Foodwatch

Ein Softdrink mit Zucker. Dieser gilt als eigener Risikofaktor für Übergewicht und damit verbundene Krankheiten

di

Verbot von Werbe-Lügen auf Lebensmitteln

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