Neun Pillen täglich

Frau erhält Parkinson-Diagnose - Jahre später kommt die unerwartete Wendung

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Eine Frau nahm jahrelang Medikamente gegen Parkinson - völlig umsonst.

Eine 73-jährigen Dortmunderin lebte elf Jahre lang mit der Krankheit Parkinson – bis zum August dieses Jahres. Dann kam plötzlich die Wahrheit ans Licht.

2007 erhielt die damals 62-jährige Dortmunderin die erschreckende Diagnose: Sie würde an der unheilbaren Nervenkrankheit Parkinson leiden. Ab diesem Zeitpunkt musste sie täglich neun Tabletten einnehmen, um die Krankheit in Schach zu halten – in elf Jahren kam sie deshalb auf unglaubliche 36.000 Pillen. Doch immer mehr beschlich die heute 73-Jährige das Gefühl, dass die Medikamente alles schlimmer machten – bis plötzlich die Wendung kam. Im August dieses Jahres stellte sich heraus: Die Frau leide überhaupt nicht an Parkinson.

Frau bekommt Diagnose Parkinson - doch danach wird alles schlimmer

Ihre unglaublich Geschichte erzählte die 73-Jährige den Ruhrnachrichten: Demnach wurde sie 2007 in das Krankenhaus Lütgendortmund eingeliefert, weil sie sich unruhig, verängstigt und zittrig fühlte. Ihr Mann holte sie später mit Tabletten vollgepumpt wieder heraus, bevor in der nächsten Klinik die Diagnose Parkinson gestellt wurde.

Fortan musste sie zahlreiche Medikamente einnehmen, doch statt einer Besserung fühlte sich die 73-Jährige ausgelaugt, jeder Schritt wurde zur Anstrengung. Zudem litt sie an Depressionen und bekam Herzprobleme. Schließlich kam diesen Sommer endlich die Erlösung: Als sie wegen des Herzens für vier Tage ins Krankenhaus musste, äußerte ein Kardiologe Zweifel an der Parkinson-Diagnose und riet ihr, erneut den Neurologen aufzusuchen. Doch erst als sie sich eine Zweitmeinung einholte und ein sogenannter Datscan durchgeführt wurde, stellte sich die Fehldiagnose heraus.

Auch interessant: Mann geht nach drei Jahren zum Arzt - das kommt zum Vorschein.

Nach erfreulicher Nachricht: 73-Jährige blüht wieder auf

Für die Dortmunderin veränderte dies nun alles: "Ich habe beim Bäcker wildfremden Menschen erzählt, dass ich kein Parkinson habe. Die haben mir gratuliert. Und ich hätte schreien können vor Glück. Denn ich wusste nicht wohin mit meinen Gefühlen", berichtete sie dem Nachrichtenportal. Ihre Geschichte möchte sie nun aus Dankbarkeit teilen, nicht krank zu sein und um anderen Mut zu machen. Auch ihr Mann zeigt sich erfreut: "Sie hat sich so sehr verändert." Nun würde sie langsam aber sicher die Medikamente wieder absetzen.

Hier erfahren Sie alles zu Ursprung, Symptomen und Therapie von Parkinson.

fk

Wie eingefroren - Bewegungsblockaden bei Parkinson lösen

Gezielte Trainings sollen Parkinsonpatienten vor Blockaden schützen. Freezing schränkt Betroffene nicht nur in ihrer Mobilität ein, sondern erhöht auch das Risiko für Stürze. Foto: Frank Rumpenhorst
Gezielte Trainings sollen Parkinsonpatienten vor Blockaden schützen. Freezing schränkt Betroffene nicht nur in ihrer Mobilität ein, sondern erhöht auch das Risiko für Stürze. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Sport gegen die Blockaden: Mitglieder der Selbsthilfeorganisation "evanda", die von und für Betroffene der Parkinson-Krankheit gegründet wurde, trainieren ihre Beweglichkeit. Foto: Frank Rumpenhorst
Sport gegen die Blockaden: Mitglieder der Selbsthilfeorganisation "evanda", die von und für Betroffene der Parkinson-Krankheit gegründet wurde, trainieren ihre Beweglichkeit. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Training gegen die Gangblockaden: 60 bis 80 Prozent der Parkinsonpatienten leiden unter Freezing. Was die Bewegungen einfrieren lässt, ist nicht geklärt. Foto: Frank Rumpenhorst
Training gegen die Gangblockaden: 60 bis 80 Prozent der Parkinsonpatienten leiden unter Freezing. Was die Bewegungen einfrieren lässt, ist nicht geklärt. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Gespräche unter Parkinson-Patienten: Hier werden Erfahrungen, Probleme und Lösungen ausgetauscht. Foto: Frank Rumpenhorst
Gespräche unter Parkinson-Patienten: Hier werden Erfahrungen, Probleme und Lösungen ausgetauscht. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Brigitte Kämpf ist Mitbegründerin des Parkinson-Selbsthilfevereins "evanda - Leben mit Parkinson" und lebt seit 15 Jahren mit der Diagnose Parkinson. Foto: Frank Rumpenhorst
Brigitte Kämpf ist Mitbegründerin des Parkinson-Selbsthilfevereins "evanda - Leben mit Parkinson" und lebt seit 15 Jahren mit der Diagnose Parkinson. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Prof. Andres Ceballos-Baumann ist Chefarzt an der Schön Klinik München Schwabing, einer Parkinson-Spezialklinik. Foto: Schön Klinik
Prof. Andres Ceballos-Baumann ist Chefarzt an der Schön Klinik München Schwabing, einer Parkinson-Spezialklinik. Foto: Schön Klinik © Schön Klinik

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