Ärzte stehen vor Rätsel

"Frozen Shoulder": Das hilft, wenn die Schulter plötzlich "einfriert"

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Wenn die Schulter "einfriert", können die Schmerzen höllisch sein.

Messerscharf kommt der Schmerz über Nacht. Die Schulter "friert ein", am Ende können sie ihren Arm nicht mehr bewegen. Was hinter dem Phänomen steckt, lesen Sie hier.

Plötzlich überkommt es einen und Betroffene wissen im ersten Moment gar nicht richtig, wie ihnen geschieht. Das Einzige, was sie allerdings sofort spüren: der stechende Schmerz, der in ihre Schultern fährt und sie nicht mehr schlafen lassen kann. Wenige Wochen später können sie sich nicht einmal mehr alleine anziehen, geschweige denn eine Kaffeetasse halten.

"Frozen Shoulder": Plötzliche Entzündung in der Schulter führt zu Schmerzen und Gelenksteife

"Frozen Shoulder" oder ädhasive Kapsulitis nennt sich dieses mysteriöse Phänomen, von dem meist Frauen im Alter von 40 bis 70 Jahren betroffen sind. Ihre Schulter "friert ein", das Gelenk wird steif – und Ärzte rätseln bis dato über die genauen Ursachen. Allerdings gehen sie davon aus, dass es sich bei der häufig vorkommenden Erkrankung der Schulter um eine autoimmune Entzündung handelt.

Besonders betroffen seien Patientinnen, die unter

  • Diabetes mellitus,
  • Stoffwechselstörungen oder
  • Schilddrüsenerkrankungen leiden.

Dabei handelt es sich um die primäre Form der Krankheit. Aber auch ein Knochenbruch oder ein Infekt nach einer Operation können eine mögliche Ursache für Betroffene in bzw. nach den Wechseljahren sein.

Meist kommt der Schmerz und die plötzliche Schultersteife über Nacht, die Gelenksteife folgt nur wenige Wochen später auf dem Fuße. Im dritten Stadium erleben Betroffene eine regelrechte Spontan-Heilung. Patientinnen können sich wieder wie zuvor bewegen – allerdings kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis die Rückbildung eintritt.

Tragisch: Diese Frau kann ihren Mund nicht mehr öffnen - und leidet Höllenqualen.

Ädhasive Kapsulitis: Autoimmun-Reaktion steckt wohl dahinter

Bei einer ädhasiven Kapsulitis kommt es zu einer s pontan überschießenden Entzündungsreaktion in der Kapsel und der Schleimhaut. Der messerscharfe Schmerz entsteht, wenn sich die Kapsel verdickt und schließlich verengt. Daher haben Betroffene das Gefühl, ihre Schulter sei wie in einem Schraubstock eingespannt. Anschließend schrumpft die Gelenkkapsel wieder, das Bindegewebe verhärtet sich jedoch und verklebt. Die Gelenksteife tritt ein.

"Frozen Shoulder": Cortison-Behandlung, Physiotherapie und/oder OP

In den ersten Wochen wird oftmals Cortison oral gegen die Schmerzen verabreicht. "Die orale Einnahme von Cortison über vier Wochen in absteigender Dosis mit fünf Tagen Gabe gefolgt von zwei Tagen Pause, ist jetzt hilfreich", erklärt Stephan Vogt, Chefarzt der Hessing Klinik für Sportorthopädie und Arthroskopie gegenüber Focus Online.

Die Cortison-Behandlung soll ihm zufolge zudem die Heilung der Erkrankung unterstützen und sie sogar verkürzen können. In der zweiten Phase ist die Entzündung nicht mehr vorrangig, stattdessen sollten Sie jetzt mithilfe von sanfter Physiotherapie der Gelenksteife entgegenwirken.

Wer den Genesungsprozess beschleunigen will, dem wird eine Operation empfohlen. Hierbei wird während einer Arthroskopie die Kapsel durchtrennt. Die Folge: Die Schulter lässt sich wieder bewegen. Allerdings ist auch hier im Anschluss eine Physiotherapie sinnvoll, um schließlich einen Rückfall zu vermeiden.

Lesen Sie auch: Frau hat Schmerzen im Arm - dann löst sich ihr Knochen plötzlich auf.

jp

Auch wenn es wehtut: Bei Arthrose ist Bewegung wichtig

Gegen Arthroseschmerzen hilft Bewegung - das kräftigt die Muskulatur und entlastet so die Gelenke.
Gegen Arthroseschmerzen hilft Bewegung - das kräftigt die Muskulatur und entlastet so die Gelenke. © Mascha Brichta
Im Verlauf der Arthrose nutzt sich der Knorpel immer mehr ab, im späteren Stadium reibt Knochen direkt auf Knochen.
Im Verlauf der Arthrose nutzt sich der Knorpel immer mehr ab, im späteren Stadium reibt Knochen direkt auf Knochen. © Rolf Vennenbernd
Wenn Bewegungen nach einer Ruhepause schmerzen, kann das ein Anzeichen für Arthrose sein. Unter anderem die Hände sind am häufigsten betroffen.
Wenn Bewegungen nach einer Ruhepause schmerzen, kann das ein Anzeichen für Arthrose sein. Unter anderem die Hände sind am häufigsten betroffen. © Monique Wüstenhagen
Prof. Andreas Imhoff ist Chefarzt der Abteilung für Sportorthopädie und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar sowie Mitglied der Deutschen Arthrose-Hilfe.
Prof. Andreas Imhoff ist Chefarzt der Abteilung für Sportorthopädie und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar sowie Mitglied der Deutschen Arthrose-Hilfe. © Sportorthopädie TU München
Normalerweise ist der Gelenkknorpel eine Art Stoßdämpfer im Gelenk. Arthrose macht sich zunächst bemerkbar, indem Bewegungen nach einer Ruhephase schmerzen. Später reibt Knochen auf Knochen, das Gelenk ist warm, dick und schmerzt.
Normalerweise ist der Gelenkknorpel eine Art Stoßdämpfer im Gelenk. Arthrose macht sich zunächst bemerkbar, indem Bewegungen nach einer Ruhephase schmerzen. Später reibt Knochen auf Knochen, das Gelenk ist warm, dick und schmerzt. © dpa-Infografik

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