Gesundheits-Spezial

Hand & Arm: Münchner Ärzte erklären ihre besten Therapien

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München - Rund 41 Prozent aller Arbeitsunfälle betreffen die Hände – und auch in der Freizeit verletzen sich viele Menschen an den oberen Extremitäten. Experten erklären welche Therapien helfen.

Ein Klassiker im Winter: Immer wieder landen Fußgänger mit Brüchen im Krankenhaus. Im Sommer geht den Fachmedizinern die Arbeit freilich nicht aus: So hat es beispielsweise etwa jeden dritten Mountainbiker, der nach einem Sturz ärztlich behandelt wird, an den Händen oder am Handgelenk erwischt. Zu dieser Statistik kommen viele weitere Patienten, die wegen Überbelastung oder Verschleiß Probleme an Händen, Armen und insbesondere auch an den dazugehörigen Sehnen haben. Wie man einige häufige Erkrankungen an Händen und Armen behandelt, erklären Top-Ärzte aus München und der Region heute in unserer großen Medizin-Serie. Darin liefern mehr als 130 Spezialisten einen Überblick über erfolgversprechende Therapien zu den unterschiedlichsten Krankheitsbildern – darunter etablierte, weiterentwickelte, aber auch neue Behandlungsmethoden. Wichtig dabei: Die Beiträge zu allen hier vorstellten Therapien sind als eine erste Orientierungshilfe für die Patienten gedacht. Sie können natürlich eine professionelle Untersuchung und Beratung durch einen oder besser mehrere Mediziner nicht ersetzen.

Fachbegriffe

  • Karpaltunnel: Das ist eine knöcherne Röhre, praktisch eine Art Transportleitung in der Tiefe der Hand, in der Mittelhandnerven und Beugesehnen der Finger verlaufen. n
  • Karpaldach: So heißt das Band, das den Karpaltunnel von oben verschließt. Bei der Karpaldachspaltung wird dieses Band durchtrennt, dadurch der Raum im Karpaltunnel vergrößert und das Geflecht aus Nerven, Gefäßen und Sehnen entlastet.

Tennisellenbogen

Unser Experte 
Prof. Martin Jung, Ortho­pädische Chirurgie München (OCM), Steinerstr. 6, 81369 München, 089/206082-0, www.ocm-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Bei ausgereizter konservativer Therapie Einkerben des gemeinsamen Sehnenursprungs am äußeren Knochenvorsprung des Ellenbogens. Übersetzt/vereinfacht: OP eines Tennisarms.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Manuelle Untersuchung des Ellenbogens, eventuell Röntgenbild des Ellenbogens, MRT bei unklaren Befunden.

Die typischen Beschwerden 
Schmerzen bei Belastung, manchmal auch in Ruhe, am äußeren Ellenbogenknochen im Bereich des gemeinsamen Sehnenursprungs der Handgelenks- und Fingerstrecker. Eine Ausstrahlung in den Unterarm ist möglich.

Das Einsatzgebiet 
Konservativ austherapierter Tennisellenbogen (Schmerzen trotz längeren Dehnungsübungen, Physiotherapie, Wärme/Kälteanwendung, Ellenbogenbandage, eventuell. einmalige Injektion, eventuell Stoßwellentherapie).

So funktioniert’s 
Kleiner Hautschnitt über dem Ellenbogen, Einkerben des Sehnengewebes, damit Entspannung der betroffenen Muskulatur, diese OP ist unter dem Namen „Operation nach Hohmann“ bekannt. Eine Verödung der kleinen schmerzleitenden Nervenäste um den Sehnenursprung herum wird häufig als weitere schmerzlindernde Maßnahme durchgeführt.

Der Ablauf 
Ambulanter Eingriff in Betäubung des Armes oder kurzer Vollnarkose, Dauer ca. 20 bis 30 Minuten. Ruhigstellung des Ellenbogens in einer Schiene für ca. 2 Wochen. Anschließend Ergo- oder Physiotherapie.

Chancen und Risiken 
Die Operation sollte erst erfolgen, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft worden sind. Nach erfolgloser, mehrmonatiger Therapie bietet sie jedoch eine sehr gute Möglichkeit zur Schmerzlinderung.

Kosten 
Werden von allen Krankenkassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

Anmerkungen, Erläuterungen 
Circa 90 Prozent der Patienten mit einem korrekt diagnostizierten Tennisellenbogen werden durch die Operation beschwerdefrei.

Handgelenksbruch

Unser Experten 
Dr. Michael Strassmair, ­Manus-Sana Zentrum für Handchirurgie, Osswaldstr. 1, 82319 Starnberg, Tel. 08151-182396, www.manus-sana.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie 
Differenzierte Behandlung von Handgelenksbrüchen.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Röntgenbild. Bei komplizierten Brüchen oder zur OP-Planung kann zusätzlich eine Computertomografie erforderlich werden.

Die typischen Beschwerden 
Nach einem Sturz auf das Handgelenk kommt es sofort zu Schmerzen sowie Funktionsverlust. Nach einigen Stunden Bluterguss und deutliche Schwellung. Fehlstellung des Handgelenks.

Das Einsatzgebiet 
Alle Altersklassen können von einem Handgelenksbruch betroffen sein. Ein besonderes Augenmerk liegt jedoch auf Frauen ab 50 Jahren, da hier eine eingetretene Osteoporose einen Knochenbruch bei einem Sturz begünstigt.

So funktioniert’s 
Unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Auswahl: vom einfachen „Eingipsen“ über eine Befestigung mit Drähten hin bis zu einer Stabilisation mit einer Platte oder einem im Knochen verankerten Titanballon. Ziel ist in allen Fällen eine Wiederherstellung der natürlichen Form des Knochens sowie eine stabile Fixation.

Der Ablauf
OP meist ambulant in Oberarmnarkose, d.h. nur der betroffene Arm wird betäubt. OP-Dauer 30 bis 60 Minuten. Gelingt eine stabile Befestigung der Knochenteile wie etwa mit einer Platte, so ist keine Ruhigstellung nötig. Die Nachbehandlung kann sofort beginnen. Dies ist gerade bei älteren Menschen wichtig, um die Beweglichkeit des Handgelenks zu erhalten. Bei einer Gipsbehandlung für 6 Wochen schließt sich die Nachbehandlung nach der Gipsentfernung an. Moderne Implantate müssen nicht mehr zwingend entfernt werden.

Chancen und Risiken 
Bei richtiger Behandlung sind die Ergebnisse nach einem Handgelenksbruch als gut zu bewerten. Bis zur völligen Wiederherstellung kann es mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern.

Kosten 
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen 
Neue Erkenntnisse der Biomechanik sowie die Entwicklung moderner Implantate ermöglichen eine sehr individuelle Behandlung.

Mittelhandbruch

Unser Experte 
Dr. Bernhard Lukas, Schön Klinik Harlaching, Harlachinger Str. 51, 81547 München, Telefon 089/6211 2061, www.schoen-kliniken.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie 
Versorgung von Brüchen der Mittelhandknochen, operative Stabilisierung oder Ruhigstellung in speziellen Schienen.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Röntgen, Computertomographie.

Die typischen Beschwerden 
Schmerzen und Schwellung, eingeschränkte Beweglichkeit oder Drehfehler der Finger. Bluterguss, ungenügender Faustschluss.

Das Einsatzgebiet 
Brüche der Mittelhandknochen.

So funktioniert’s 
Unverschobene oder wenig verschobene Brüche können konservativ durch Ruhigstellung der Hand in einer speziellen Schiene für 4 bis 6 Wochen behandelt werden. Alle instabilen und komplizierten Brüche sollten gerichtet werden, da sie sonst meist schlechter heilen.

Der Ablauf 
Über einen kleinen Schnitt auf dem Handrücken werden die Strecksehnen beiseite gedrängt, der Bruch eingerichtet und der Knochen stabilisiert. Stabilisierung mit Schrauben, Platten oder Drähten. Brüche der Mittelhandköpfchen eignen sich für ein minimalinvasives Verfahren. Dabei ist nur ein 1 cm großer Hautschnitt nötig, um stabilsierende Drähte in den Markraum des Knochens einzubringen. In der Regel ist nur eine Armnarkose nötig (Plexusanästhesie), gegebenenfalls kombiniert mit einem Dämmerschlaf. Die OP erfolgt ambulant oder mit einer Nacht zur Beobachtung in der Klinik. Nach der OP erhält der Patient eine maßgefertigte Schiene. Diese schützt, lässt aber gleichzeitig Bewegungsübungen zu.

Chancen und Risiken 
Standardisiertes OP-Verfahren mit sehr guten Ergebnissen. Der Faustschluss wird wieder krätig, Drehfehler mit Überkreuzen der Finger lassen sich vermeiden. Komplikationen sind sehr selten (unter 0,3 %): z.B. Plattenbruch, Infekt, Bluterguss, Gefühlstörungen am Handrücken.

Kosten 
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen 
Ergo- oder Physiotherapie bald nach der OP ist wichtig, um die Beweglichkeit schnell zurückzugewinnen. Drähte und Platten müssen nach einigen Wochen oder Monaten oft entfernt werden.

Karpaltunnelsyndrom

Unsere Expertin 
Dr. Anna Borys, Benedictus Krankenhaus Tutzing, Bahnhofstr. 5, 82327 Tutzing, Tel.: 089/898989, www.krankenhaus-tutzing.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie 
Minimalinvasive Karpaldachspaltung bei Karpaltunnelsyndrom (siehe Fachbegriffe). Übersetzt: Druckentlastung bei Einengung der Medianus-Nervs im Bereich des Handgelenks.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, klinische Untersuchung, neurologische Untersuchung zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.

Die typischen Beschwerden 
Einschlafen der ersten 3 bis 4 Finger. Nächtliches Kribbeln der Hand bis hin zu nächtlichen Armschmerzen, durch die der Patient regelmäßig aufwacht. Verlust des Feingefühls der Finger und im fortgeschrittenen Stadium Verlust der Kraft des Daumens beim Greifen.

Das Einsatzgebiet 
Bei starken Beschwerden im Alltag und erfolgloser konservativer Therapie OP ratsam.

So funktioniert’s 
Minimalinvasiv: Es ist nur ein kleiner Hautschnitt (2-3 cm) auf der Innenseite der Hand nötig (Foto). Über diesen Hautschnitt wird das Karpaldach gespalten und der Nerv (Medianus-Nerv) freigelegt. OP mit Lupenbrille.

Der Ablauf 
OP in lokaler Betäubung, OP-Zeit ca. 7 Minuten, Patient kann direkt nach der OP wieder nach Hause gehen, Handgelenksschiene für 5 Tage, freie Bewegung der Finger sofort möglich.

Chancen und Risiken 
Sofern vor der OP noch keine dauerhafte Nervenschädigung vorliegt, ist mit einem vollständigen Rückgang der Beschwerden zu rechnen – nach der OP kann es aber bis zu mehreren Monaten bis zum vollständigen Rückgang der Taubheit der Finger dauern. Nächtliche Schmerzen und Kribbeln der Finger sind in der Regel sofort nach der OP weg. Häufigstes Problem nach der OP ist eine verhärtete Narbe.

Kosten 
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Alternativ besteht die Möglichkeit, das Karpaldach endoskopisch zu spalten. Dieses Verfahren hat aber keine wesentlichen Vorteile gegenüber dem offenen Verfahren.

Wikinger-Krankheit

Unser Experte 
Prof. Riccardo Giunta, Handchirurgie des Klinikums der LMU, Pettenkofer Str. 8a, Tel. 089/4400-52697, www. handchirurgie-muenchen.com

Art bzw. Bezeichnung der Therapie 
Behandlung der Dupuytrenschen Beugekontraktur. Bei Morbus Dupuytren (im Volksmund: Wikinger-Krankheit) bilden sich gutartige Wucherungen, die die Fingersehen blockieren. Die Finger krümmen sich zur Handfläche hin.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, händische Untersuchung, Messung der Bewegungsumfänge der Fingergelenke.

Die typischen Beschwerden 
Finger lassen sich nicht mehr strecken. Alltagsprobleme z. B. beim Händeschütteln oder Gesichtwaschen.

Das Einsatzgebiet 

Bei Krümmung von ca. 30 Grad gibt’s 3 Verfahren:

  • operative Entfernung (partielle Aponeurektomie) offene, möglichst vollständige Entfernung des Kontrakturstrangs – das ist der Gewebestrang, der die Krümmung verursacht.

Vorteil: geringe Wiederauftretensrate. Nachteil: OP. 2 bis 4 Wochen Nachbehandlung. 

  • Durchtrennung durch die Haut mit Nadel in Lokalanästhesie (Nadelaponeurotomie).

Vorteil: keine Narben, geringe Kosten.

Nachteil: sehr hohe Wiederauftretensrate.

  • Behandlung mit Spritzen.

Vorteil: Auflösung großer Teile des Gewbestrangs, geringe Wiederauftretensrate.

Nachteil: Kosten (s. unten).

Der Ablauf 

  • OP in Armbetäubung. Dauer 40 bis 90 Minuten. 2 bis 3 Tage stationär, kleine Befunde ambulant. Fädenziehen nach 14 Tagen. 3 Monate Nachtschiene in Streckstellung.
  • Minimalinvasiv (Nadelaponeurotomie): ambulant unter örtlicher Betäubung. Dauer 15 Minuten. Kleine OP, kurze Wundheilung.
  • Spritzen: Ambulante Injektionen an zwei Tagen mit extra feiner Nadel in den Kontrakturstrang (jeweils ca. 10 Minuten).

Chancen und Risiken 

  • Standardverfahren. In der Regel vollständige Streckung wieder möglich. Geringste Wiederauftretensrate (ca. 20% auf 5 Jahre).
  • Minimalinvasiv: einfache Technik, sehr hohe Wiederauftretensrate (bis zu 80% in 2 Jahren).
  • Spritzen: Einfache Technik, deutlich geringere Wiederauftretensrate (ca 35% in 5 Jahren).

Kosten 
Die Methoden  OP und Minimalinvasiv werden von allen Kassen bezahlt. Die Methode mit der Spritze wird nur von privaten Kassen auf Antrag übernommen, sonst nur als Selbstzahler (ca. 1800 Euro).

Sehnenreizungen

Unser Experte 
Dr. Mark Kettler, Nymphenburger Str. 146, 80634 München, Telefon: 089/ 1399730, www.ortho-m.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie 
Behandlung von Sehnenreizungen an der Hand. Als Erstmaßnahme kommen konservative Therapien zum Einsatz: Ruhigstellungen, kühlende Verbände, Schmerzmittel, Spritzen, Stoßwellentherapie, Taping. Nur bei ausbleibendem Erfolg ist eine OP sinnvoll, z. B. Ringbandspaltung von Beugesehnen bei einem Schnappfinger.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, Untersuchung auf Schmerzpunkte und Fehlfunktionen. Ergänzend Ultraschall zur Beurteilung von Flüssigkeitseinlagerungen. In seltenen Fällen Kernspin (MRT).

Die typischen Beschwerden 
Die typischen Beschwerden an der Hand oder Unterarm treten bei Belastungen (Greifen, Festhalten) auf. Aber auch das Bedienen einer Computertastatur kann schmerzhaft sein. Gelegentlich wird auch ein Schnappen von Fingern bei starker Beugung bemerkt. Manchmal Schwellungen der Sehnenscheiden.

Das Einsatzgebiet 
Eine OP ist nur notwendig, wenn konservative Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder die Symptome wiederholt auftreten.

So funktioniert’s 
Über einen kleinen Schnitt werden betreffende Ringbänder eröffnet und damit die Sehnen aus der Einengung befreit. Sind Zysten (Ganglien) vorhanden, werden diese auch entfernt.

Der Ablauf
OP meist in örtlicher Betäubung. Dauer: wenige Minuten. Danach Verband und Bewegungstherapie. Arbeitsausfall ein bis zwei Wochen.

Chancen und Risiken 
Hohe Erfolgsrate (über 90%), keine größeren Risiken. Selten Verletzung von Fingernerven, evtl. vorübergehende Wundheilungsprobleme oder stärkere Narbenbildungen.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen 
Mit konservativen Maßnahmen lässt sich ein Großteil dieser Erkrankungen erfolgreich behandeln.

Schnellender Finger

Unser Experte 
PD DR. Kai Megerle, Klinikum rechts der Isar, Ismaninger Straße 22., 81675 München, T. 089/41402178, www.plastchir.med.tum.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie 
Operation des schnellenden Fingers (A1-Ringbandspaltung).

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, manuelle (händische) Untersuchung; weitere bildgebende Verfahren sind meist nicht notwendig.

Die typischen Beschwerden
Zunächst Schmerzen beim Bewegen des Fingers, dann Entwicklung eines Schnapp-Phänomens, bei dem der Finger oder Daumen aus der Beugung nur ruckartig gestreckt werden kann. In extremen Fällen Versteifung des Fingers in Beugestellung.

Das Einsatzgebiet 
Bei erstmalig auftretenden Beschwerden ist eine einmalige Injektion eines Gemisches von Betäubungsmittel und Cortison möglich. Bei drohender Atrophie (Ausdünnung) der Haut ist eine Wiederholung jedoch nicht empfohlen. Die OP führt fast ausnahmslos zu einem dauerhaften Verschwinden der Beschwerden, und das Schnappen ist für immer beseitigt.

So funktioniert’s 
Bei der OP wird die entzündete, zu enge Sehnenscheide zum Teil eröffnet, sodass die Sehne frei gleiten kann. Da nur in örtlicher Betäubung mit einem neuartigen Narkoseverfahren (wide-awake-Technik) ohne störende Blutsperre operiert wird, kann der Patient den Finger während der OP bewegen. So kann bereits im OP-Saal sichergestellt werden, dass das Schnappen verschwunden ist.

Der Ablauf
OP in örtlicher Betäubung. Dauer 10 Minuten. Nach der OP keine Ruhigstellung, nur Verband. Der Patient kann den Finger sofort bewegen. Fadenzug nach 2 Wochen. 1 bis 2 Wochen bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit.

Chancen und Risiken 
Der Eingriff ist fast immer erfolgreich. Verletzungen der Nerven sind sehr selten. OP-Risiken wie Infektion, Wundheilungsstörung, störende Narben, Bewegungseinschränkung.

Kosten 
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen 
Nach OP keine Krankengymnastik nötig.

Arthrose

Unser Experten 
Dr. Willibald Walter, Marianowicz Medizin, Törringstr. 6, 81675 München, (0)89 4111859-0 , www.marianowicz.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie 
Stammzellen-Therapie bei Arthrose. Einsetzbar an allen Gelenken und Bandscheiben, auch an Armen und Händen.

Diese Untersuchungen sind nötig
Klinische Untersuchung, Kernspin (MRT) des betroffenen Gelenks oder des Bandscheibenfachs (nicht älter als 3 Monate), Laborkontrolle.

Die typischen Beschwerden 
U.a. Belastungsschmerz, Schmerzen in Ruhe während der Nacht, Anlaufschmerz.

Das Einsatzgebiet
Beginnende bis fortgeschrittene Arthrose an allen kleineren und größeren Gelenken.

So funktioniert’s
Abnahme von Blut und Fettgewebe (Bauch). Beides wird jeweils zentrifugiert (Gewinn von Wachstumsfaktoren und Stammzellen), vermischt, unter einer speziellen Lampe aktiviert und dann in das entsprechende Gelenk ­injiziert.

Der Ablauf
Dauer: 60 bis 90 Minuten, ambulant, keine tiefe Narkose (Lokalanästhesie).

Chancen und Risiken
Da es sich um ein autologes Verfahren (das bedeutet: Es werden körpereigene Stammzellen verwendet) handelt, ist das Risiko von Komplikationen äußerst gering. Klassische Risiken bei Eingriffen an Gelenken wie Infektionen sind selten, aber nicht auszuschließen. Die Chancen, dass sich die Beschwerden nach dem Eingriff bessern, liegen Erfahrungswerten zufolge bei 78 %.

Kosten 
Circa 3000 Euro. Einige Kassen beteiligen sich in Einzelfällen auf Antrag an den Kosten.

Anmerkungen, Erläuterungen 
Je früher die Arthrose diagnostiziert wird, desto größer sind Chancen auf einen Behandlungserfolg. Im Anfangsstadium der Arthrose liegen sie bei über 90 Prozent.

Daumensattelgelenks-Arthrose

Unser Experte
PD Dr. Elias Volkmer, Handchirurgie des Klinikums der LMU, Pettenkoferstr. 8a, 80336 M., T. 089/440052697, www.handchirurgie-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie 
Eigenfetteinspritzung ins Sattelgelenk bei Arthrose (Rhizarthrose).

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, Beratung über Alternativen, manuelle Untersuchung, Röntgen, selten CT oder MRT.

Die typischen Beschwerden 
Schmerzen und Schwellung in der Daumenwurzel, vor allem während oder nach Belastungen, Schmerz beim kraftvollen Greifen von Objekten (Flaschen, Gartenschere), Unfähigkeit, Flaschen zu öffnen oder einen Schlüssel im Schloss zu drehen, Gegenstände fallen aus der Hand. Das Einsatzgebiet Gut geeignet sind leichte bis mittelgradige, aber schmerzhafte Arthrosen (Grad 1-3).

So funktioniert‘s 
Unter örtlicher Betäubung werden mit einer Spritze Fettzellen am Bauch abgesaugt und diese dann direkt ins Daumensattelgelenk eingespritzt. Hierbei reichen üblicherweise 1 bis 2 ml Fett aus. Zum einen wird so eine Art Puffer ins Gelenk eingebracht. Zum anderen enthält das Fett auch Vorläuferzellen, die Reparaturvorgänge einleiten können.

Der Ablauf 
Je ein 2-3-mm-Mini-Schnitt zum Fettabsaugen am Bauch und zum Einspritzen am Gelenk, beide werden hinterher vernäht. Daumenschiene für eine Woche. Dauer des Eingriffs: eine Stunde. Chancen und Risiken Noch keine verlässlichen Studien­ergebnisse vorhanden, aber Erfahrungswerte: Danach Verbesserung der Beschwerden bei 75 bis 85 % der Patienten. Wie lange die Behandlung wirkt, ist unterschiedlich – manche Patienten sind allerdings bereits seit einigen Jahren schmerzfrei. In 10 % der Fälle (fast) keine Verbesserung. Nebenwirkungen wie Infektionen oder Verletzungen von kleinen Hautnerven oder Blutgefäßen sind sehr selten.

Kosten
Werden von allen Krankenkassen übernommen.

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