Unnötige Arthroskopien?

Knie: Münchner Top-Ärzte erklären ihre besten Therapien

Welche Behandlung ist die Richtige für mein Knie? Münchner Experten helfen.

Knackpunkt Knie – Millionen Menschen haben Beschwerden an diesem Gelenk, und viele von ihnen legen sich früher oder später unters Messer. In unserer Gesundheitsserie erklären Ärzte ihre bewährtesten Therapien.

So gehört die Arthroskopie zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Unter Fachleuten wird heiß diskutiert, ob das Kniegelenk zu viel bzw. oft unnötig arthroskopiert wird. Unstrittig ist dabei, dass eine Arthroskopie zur reinen Arthrosebehandlung keinen Sinn macht. Dagegen eignet sich das Verfahren oft, um Reparaturen vorzunehmen, etwa an den Menisken, an den Kreuzbändern oder am Knorpel. Manchmal müssen die Eingriffe allerdings auch in klassischer, offener OP-Technik vorgenommen werden. Wie häufige Operationen am Kniegelenk ablaufen, erklären Spezialisten aus München heute in der großen tz-Medizinserie.

Meniskus

Unser Experte
Dr. Ernst-Otto Münch,

Ortho. Chirurgie München,

Steinerstr.6, 81369 München

Tel.: 089/206082-0,

www.ocm-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Meniskus-OP (unter anderem Meniskusnaht, Meniskus-Teilentfernung).

Diese Untersuchungen sind nötig 
Ausführliche Anamnese (Befragung), manuelle (händische) klinische Untersuchung, bildgebende Verfahren wie Röntgen, Kernspin (MRT).

Die typischen Beschwerden 
Schmerzen, Blockaden und Schwellungen nach akuten Verletzungen. Belastungsschmerzen, Bewegungseinschränkungen und Schwellneigung bei chronischen Meniskusschäden.

Das Einsatzgebiet
Größere Meniskus-Einrisse, teilweise mit abgetrennten oder verschobenen Meniskusteilen.

So funktioniert’s 
Minimalinvasiv. Es sind nur zwei kleine Hautschnitte von wenigen Millimetern Länge nötig. Durch den ersten Schnitt wird eine Optik eingeführt, die mit einer Kamera verbunden ist. Die Bilder werden live auf einen Monitor übertragen. Durch den anderen Kanal werden feine OP-Instrumente ins Gelenk eingebracht.

Der Ablauf
OP in leichter Narkose, Dauer etwa 20 bis 40 Minuten. Ambulant oder mit einer Nacht zur Beobachtung in der Klinik. Danach muss sich der Patient einige Tage mit Gehstützen und Teilbelastung bewegen. In der Regel ist er eine Woche arbeitsunfähig. Üblicherweise 6 bis 12 Wochen kein Sport, der das Knie belastet.

Chancen und Risiken 
Sehr gut erprobtes Verfahren. In 80 bis 90 Prozent der Fälle ist das Knie nach einigen Monaten wieder belastbar. Komplikationen sind äußerst selten (Risiko: unter 0,5 Prozent). So kann sich ein Bluterguss bilden, der entfernt werden muss (Punktion). Schlimmstenfalls droht eine Infektion mit Knorpelschädigung.

Kosten
Werden von allen Krankenkassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Nach einer Knie-OP ist Physiotherapie enorm wichtig. Eine große US-Studie zeigt, dass eine konsequente Nachbehandlung das Risiko einer erneuten Verletzung am betroffenen Knie um 60 Prozent reduziert. Der Operateur hat den Eingriff mehr als 10 000 Mal gemacht.

Kreuzband

Unser Experte
Dr. Erich Rembeck,

Arabellastraße 17,

81925 München,

Telefon: 089/9233394-0, www.knie-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Arthroskopische Kreuzbandersatz-Operation (Kreuzbandplastik), in einigen Fällen ist auch eine kreuzbanderhaltende OP möglich.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Genaue Befragung, körperliche Untersuchung, Bildgebung wie Röntgen und MRT.

Die typischen Beschwerden
Bei akuten Unfällen ein Gefühl, als ob das Kniegelenk „herausspringt“ oder „mitten im Kniegelenk etwas gerissen ist“. Häufig Schmerzen auf der hinteren Außenseite des Knies. Bei Belastung Instabilität. Bei weiter zurückliegenden Fällen: Gefühl der Instabilität bei Dreh- oder Bremsbewegungen des Knies. Oft Schmerzen auf der Innen- oder Außenseite durch begleitende Meniskus- oder Knorpelverletzungen.

Das Einsatzgebiet
Widerherstellung der Stabilität des Kniegelenks, insbesondere bei sportlichen Menschen. Zusätzliche Meniskus- und Knorpelschäden bereiten oft Schmerzen und bedürfen auch bei weniger sportlichen Menschen einer OP.

So funktioniert’s 
Minimalinvasiv. Bei kreuzbanderhaltender OP nur zwei kleine Hautschnitte – wie bei einer Meniskus-OP. Bei der Kreuzbandersatz-OP müssen Sehnenanteile aus dem gleichen oder gegenüberliegenden Kniegelenk durch einen zusätzlichen 1,5 bis 3 cm langen Schnitt entnommen werden. Diese Transplantate werden mit biologischen Implantaten oder biologischen, selbst auflösenden Schrauben fixiert.

Der Ablauf
OP in Dämmerschlaf-Narkose, 30 bis 60 Minuten. Meist stationär, ein bis drei Tage Klinik. Sechs Wochen Knie-Schiene, zwei bis sechs Wochen Gehstützen. Physiotherapie mehrmals wöchentlich. Radeln ca. 6 Wochen nach der OP erlaubt, Joggen nach 10 bis 12 Wochen, Kontaktsport wie Fußball nach 5 bis 7 Monaten.

Chancen und Risiken 
Bei reinen Kreuzbandverletzungen ist eine vollständige Wiederherstellung der Belastbarkeit zu erwarten. Bei begleitenden Meniskus- oder Knorpelverletzungen ist die Prognose in der Regel schlechter. Wie bei jeder Knie-OP: Restrisiko von Blutergüssen und Infektionen.

Kosten
Werden von allen Krankenkassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Der Trend geht dahin, so viel Substanz des Kreuzbands wie möglich zu erhalten. Darin sitzen viele Rezeptoren und Sensoren, die für die spätere Funktion sehr wichtig sind. Ein Spezialist sollte mehr als 300 OPs pro Jahr machen.

Bakerzyste

Unser Experte
Prof. Hermann Mayr,

Schön Klinik Harlaching,

Harlachinger Str. 51, 81547 M., Tel.: 089/6211-2021

www.schoen-kliniken.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Behandlung der Bakerzyste, einer mit Gelenkflüssigkeit gefüllten Ausstülpung der Gelenkinnenhaut des Kniegelenkes in die Kniekehle.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung des Patienten. Abklärung möglicher rheumatischer, unfallbedingter und degenerativer Ursachen (Verschleiß). Händische Untersuchung, bildgebende Verfahren wie Sonographie, Röntgen, Kernspin, Rheuma-Diagnostik.

Die typischen Beschwerden 
Druckgefühl, Schwellung und Schmerz in der Kniekehle. Gelegentlich verminderte Beweglichkeit. Bei sehr großen Zysten Taubheitsgefühl, Durchblutungsstörungen oder sehr selten Lähmungserscheinungen unterhalb des Knies. Bei geplatzter Zyste schmerzhafte Schwellung, Verhärtung der Wade.

Das Einsatzgebiet
Entfernung der Bakerzyste bei rheumatischer Grunderkrankung sowie vollständige Entfernung der Gelenkinnenhaut und weitere Rheumatherapie. Bei Knieaarthrose oder mechanischen Schäden im Knie ist primär der auslösende Schaden zu behandeln.

So funktioniert’s 
Bei rheumatischen Erkrankungen Entfernung der Zyste über einen Schnitt in der Kniekehle oder neuerdings auch arthroskopisch (Gelenkspiegelung) und Entfernung der Gelenkinnenhaut über kleine Einstiche auf der Vorderseite des Knies. Bei mechanischen Schäden wie Meniskusschaden oder Instabilität des Kniegelenkes führt oft die alleinige Behebung des Schadens zur Rückbildung der Zyste. Vorübergehend kann die Zyste über eine Spritze von der Kniekehle aus entleert werden. Kleine Bakerzysten lassen sich durch Lymphdrainage behandeln.

Der Ablauf
OP meist unter Allgemeinnarkose oder Rückenmarksbetäubung. Kleine Eingriffe ambulant, größere Eingriffe stationär.

Chancen und Risiken 
Gute bis sehr gute Ergebnisse. Wenn das Grundleiden nicht behandelt wird, bildet sich die Bakerzyste wieder. Es kann sich nach der OP ein Bluterguss bilden, der abgesaugt werden muss. Schwere Komplikationen wie Gefäß-, Nervenschäden, Infektionen oder Blutgerinnsel sind sehr selten.

Kosten
Die Kosten werden von allen Krankenkassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

Patellasehne

Unser Experte
Dr. Tim Kinateder, ZFOS (Zentrum für Orthopädie und Sportmedizin), Nymphenburger Str. 108A, 80636 M., Tel: 089/1292033, www.zfos.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Rekonstruktion und Naht der Patellasehne und des Streckapparates (Patellasehnenriss).

Ursache der Verletzung
Landung mit gebeugtem Knie nach einem Sprung oder Sturz nach vorne auf das gebeugte Knie (Treppenstufe). Patienten meist jünger als 40, Männer häufiger betroffen als Frauen.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Körperliche Untersuchung, Ultraschall, Röntgen, Kernspin (MRT).

Die typischen Beschwerden 
Sofortige Schwellung, Schmerzen. Aktive Streckung des Kniegelenkes eingeschränkt, Belastung des Beines und Gehen nicht möglich.

Das Einsatzgebiet
OP in der Regel dringend nötig, weil das Bein nicht mehr belastbar ist. Konservative Therapie gelegentlich bei Teilrissen möglich.

So funktioniert’s 
Der Streckapparat des Kniegelenkes wird operativ wiederhergestellt, indem die abgerissene Sehne und beteiligte Kapselstrukturen an die Kniescheibe refixiert (befestigt) werden. Dies erfolgt mit direkten Nähten durch den Knochen bzw. mit Hilfe von Knochenankern. In manchen Fällen Verstärkung der Naht mit einer körpereigenen Sehne.

Der Ablauf
OP in Kurznarkose, Dauer ca. 45 Minuten. 2 bis 3 Tage Klinik. 6 Wochen Gehstützen und Knieschiene. Radeln nach zwei Monaten. Kein Lauf- und Sprungsport für drei Monate.

Chancen und Risiken 
Gute bis sehr gute Ergebnisse nach der OP, in der Regel wieder volle Belastbarkeit. Klassische OP-Risiken wie Infektion und Thrombose; Geringes Komplikationsrisiko: z. B. erneuter Riss oder Bewegungseinschränkungen.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Nach der OP ist gezieltes Training wichtig. Der Operateur macht pro Jahr circa 700 Knie-OPs, ist u. a. Arzt des Tennis-Davis-Cups-Teams.

Entzündung

Unser Experte
Dr. Uwe Glatzmaier, Krankenhaus Barmherzige Brüder, Romanstr. 93, 80639 M., Tel.: 089/1797 2502; www.barmherzige-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Behandlung von Schleimbeutelentzündungen (Bursitiden) im Kniegelenk.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, händische Untersuchung, Bildgebung mit Röntgen, Sonografie, MRT. Eventuell Punktion, mikrobiologische Untersuchung.

Die typischen Beschwerden 
Schmerzen, Schwellung, Rötung und Überwärmung, evtl. offene Verletzung mit Einblutung.

Das Einsatzgebiet
Akute Entzündung oder Infekt, chronische Schwellung, offene Verletzung.

So funktioniert’s 
Konservative Therapie mit Verbänden (z.B. Rivanol) und entzündungshemmenden Medikamenten ist nur sinnvoll bei akuter Entzündung ohne Infekte. In allen anderen Fällen ist eine OP sinnvoll: möglichst komplette Entfernung des Schleimbeutels, Einlegen von Drainagen für 2-3 Tage. Untersuchung des Schleimbeutelgewebes im Labor. Ruhigstellung mit Knieschiene für 2 Wochen.

Der Ablauf
Die OP in Voll- oder Rückenmarksnarkose dauert 30 bis 60 Minuten. Danach Knieschiene und evtl. zwei Wochen Gehstützen. Bei Infektverdacht Behandlung mit Antibiotika.

Chancen und Risiken 
Gute Chancen auf komplikationslose Heilung bei guten Haut- und Weichteilverhältnissen und radikaler Entfernung des Schleimbeutelgewebes. Die Gefahr auf ein Rezidiv (Rückkehr der Entzündung) erhöht sich bei langem, chronischen Verlauf der Schwellung vor OP, deutlichen Entzündungszeichen, schwieriger, nicht möglicher kompletter Entfernung des Schleimbeutelgewebes durch Verwachsungen und dünne Hautverhältnisse.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Der Erfolg der Behandlung hängt ab: von den Haut- und Weichteilverhältnissen bzw. einer Infektsituation und dem zugrundeliegenden Keim, Erfahrung und Geschick des Operateurs, konsequenter Nachbehandlung mit Ruhigstellung, Schonung und guter Wirkung des Antibiotikums bei Infekt.

Tibiakopf

Unser Experte
Prof. Peter Biberthaler,

Klinikum rechts der Isar,

089/ 4140-2126, Ismaningerstr. 22, 81675 München,

www.unfallchirurgie.mri.tum.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
OP nach Tibiakopffraktur (Bruch).

Diese Untersuchungen sind nötig 
Detaillierte Befragung über den Unfallhergang und die Begleitumstände. Händische Untersuchung sowohl des Kniegelenks als auch des Unterschenkels und des Fußes. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT und MRT.

Die typischen Beschwerden
Schmerzen im Kniegelenk, Patient kann nicht mehr auftreten, Instabilitätsgefühl.

Das Einsatzgebiet
Verschobene Brüche des Tibiakopfes.

So funktioniert’s 
Kleine Brüche können minimalinvasiv oder arthroskopisch unterstützt eingerichtet und mit kleinen Schrauben etc. fixiert werden. Größere Brüche erfordern Plattensysteme, welche den Knochen halten, bis er verheilt ist. Hier gibt es ganz neue, hochmoderne Systeme mit einer sehr hohen Tragfähigkeit, die man praktisch nicht spürt. Neue schonende OP-Zugangswege helfen, Bewegungsstörungen und Schmerzen zu vermeiden. Liegen begleitende Bandverletzungen vor, werden diese mit versorgt, sodass ein ganzheitlich stabiles Kniegelenk entsteht.

Der Ablauf
OP in Vollnarkose, Dauer zwischen 20 Minuten und 2 Stunden. Einige Tage Klinikaufenthalt. 90 Prozent der Patienten können binnen 3 Monaten wieder arbeiten, kniebelastender Sport nach 3 bis 6 Monaten.

Chancen und Risiken 
In 80-90 % der Fälle wird das Gelenk wieder voll funktionsfähig. Risiken sind eine unfallbedingte Arthrose und Bewegungsstörungen, verursacht von dem bei Gelenkbrüchen immer gleichzeitig vorliegenden Knorpelschaden.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Durch Weiterentwicklungen lassen sich deutlich bessere Ergebnisse erzielen als noch vor einem Jahrzehnt. Neue OP-Techniken erlauben eine weitaus bessere Wiederherstellung der Gelenkfläche wie früher. Der Operateur ist Mitentwickler und internationaler-OP Trainer.

Knorpelersatz

Unser Experte
Prof. Peter Biberthaler,

Klinikum rechts der Isar,

089/ 4140-2126, Ismaningerstr. 22, 81675 München,

www.unfallchirurgie.mri.tum.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
OP nach Tibiakopffraktur (Bruch).

Diese Untersuchungen sind nötig
Detaillierte Befragung über den Unfallhergang und die Begleitumstände. Händische Untersuchung sowohl des Kniegelenks als auch des Unterschenkels und des Fußes. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT und MRT.

Die typischen Beschwerden 
Schmerzen im Kniegelenk, Patient kann nicht mehr auftreten, Instabilitätsgefühl.

Das Einsatzgebiet
Verschobene Brüche des Tibiakopfes.

So funktioniert’s 
Kleine Brüche können minimalinvasiv oder arthroskopisch unterstützt eingerichtet und mit kleinen Schrauben etc. fixiert werden. Größere Brüche erfordern Plattensysteme, welche den Knochen halten, bis er verheilt ist. Hier gibt es ganz neue, hochmoderne Systeme mit einer sehr hohen Tragfähigkeit, die man praktisch nicht spürt. Neue schonende OP-Zugangswege helfen, Bewegungsstörungen und Schmerzen zu vermeiden. Liegen begleitende Bandverletzungen vor, werden diese mit versorgt, sodass ein ganzheitlich stabiles Kniegelenk entsteht.

Der Ablauf
OP in Vollnarkose, Dauer zwischen 20 Minuten und 2 Stunden. Einige Tage Klinikaufenthalt. 90 Prozent der Patienten können binnen 3 Monaten wieder arbeiten, kniebelastender Sport nach 3 bis 6 Monaten.

Chancen und Risiken 
In 80-90 % der Fälle wird das Gelenk wieder voll funktionsfähig. Risiken sind eine unfallbedingte Arthrose und Bewegungsstörungen, verursacht von dem bei Gelenkbrüchen immer gleichzeitig vorliegenden Knorpelschaden.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Durch Weiterentwicklungen lassen sich deutlich bessere Ergebnisse erzielen als noch vor einem Jahrzehnt. Neue OP-Techniken erlauben eine weitaus bessere Wiederherstellung der Gelenkfläche wie früher. Der Operateur ist Mitentwickler und internationaler-OP Trainer.

Knorpel

Unser Experte
Dr. Frank Styra, Orthopädie am Stiglmaierplatz, Nymphenburger Str. 1, 80335 M., Tel.: 089/ 521310, www.orthopaedie-

stiglmaierplatz.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Mikrofrakturierung; Abrasionsarthroplastik, Knorpelrefixation.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, händische Untersuchung, bildgebende Verfahren wie Sonografie, Röntgen, Kernspin (MRT), Computertomografie (CT).

Die typischen Beschwerden 
Belastungsschmerzen im Kniegelenk, teilweise auch Schmerzen im Ruhezustand.

Das Einsatzgebiet
Knorpelschäden durch Verschleiß (Arthrose) oder durch Unfälle, Entzündung der Gelenkschleimhaut (Synovitis), Absterben des ­Knochengewebes ­(Osteonekrose), Flüssigkeitsansammlung im Knochen (Knochenmarksödem).

So funktioniert’s 
Minimalinvasiv: Zwei Hautschnitte von wenigen Zentimetern Länge. Durch den ersten Schnitt wird eine Mini-Kamera (Optik) eingeführt, die Bilder live auf einen Monitor überträgt. Durch den anderen Kanal kommen die Instrumente ins Gelenk. Damit wird abhängig vom Befund der Knorpel repariert, mikrofrakturiert (angebohrt) oder angefräst (Abrasionsarthroplastik). Durch die Einblutung von Stammzellen soll sich neuer Knorpel bilden.

Der Ablauf
OP in Dämmerschlaf-Narkose, Dauer etwa 20 Minuten. Ambulant oder eine Nacht in der Klinik. 6 Wochen Gehstützen. Danach kann das Knie schrittweise voll belastet werden. Keine stark kniebelastende Tätigkeit in Alltag, Beruf und Sport für 3 bis 6 Monate.

Chancen und Risiken 
Sehr gut erprobtes Verfahren. Komplikationen sind äußerst selten (unter 0,5 Prozent).

Kosten
Übernahme durch alle gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Der Operateur macht 400 bis 500 minimalinvasive Eingriffe pro Jahr.

Seitenbänder

Unser Experte
PD Dr. Peter Diehl, OZMO, Sonnen­str. 29, 80331 M., Tel. 089/454545-14,

www.orthopaedie-zentrum-

muenchenost.de.

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Konservative Behandlung von Seitenbandrissen. OP von Außen­band­rissen (wird immer gemacht, wenn es komplett durch ist; dagegen wird das Innenband auch bei Totalriss konservativ behandelt).

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, händische Untersuchung, bildgebende Verfahren wie Sonografie, Röntgen und Kernspin (MRT).

Die typischen Beschwerden 
Schmerzen bei Streckung und Beugung über 90 Grad, seitliches Instabilitätsgefühl, Wegknicken bei Drehbewegungen.

Das Einsatzgebiet
Nach OP Ruhigstellung je nach Schweregrad, Schmerzen und Schwellung bis zu 4 Wochen, passive Bewegung mit Bewegungsschiene möglich. Teilbelastung mit Gehstützen bis zu 4 Wochen, stufenweise Mobilisierung mit Knieschiene, Physiotherapie. Unterstützung der Heilung durch Spritzen mit körpereigenen Wachstumsfaktoren. Bei Innenbandrissen „frühfunktionelle Nachbehandlung“ mit einer Knieschiene, die eine bestimmte Beugung zulässt, teils bis 60 Grad.

So funktioniert’s 
OP nur bei chronischer Instabilität, wenn die konservative Therapie nicht angeschlagen hat, oder bei kompletten Außenbandrissen. Das Band wird genäht und mit Schrauben verankert.

Der Ablauf
OP in Teil- oder Vollnarkose, Hautschnitt von fünf bis zehn Zentimetern. Dauer etwa 20 Minuten bis zu einer Stunde. 6 Wochen Gehstützen, Knieschiene mit Bewegungseinschränkung. Intensiver Sport nach drei bis vier Monaten möglich, radeln früher.

Chancen und Risiken 
Erfolgsquote 90 Prozent. Restbeschwerden und leichte Instabilität können manchmal bleiben.

Kosten
Werden von privaten und gesetzlichen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Eigenblutbehandlung sinnvoll.

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