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Nicht unterschätzen: Grippe kann auch Langzeitfolgen nach sich ziehen

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Von: Franziska Kaindl

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Frau liegt im Bett und schnäuzt in ein Taschentuch.
Eine Grippe-Erkrankung sollten Sie gut auskurieren. © Philipp Nemenz/Imago

Für viele ist Grippe nichts anderes als eine stärkere Erkältung. Dabei kann sie einen viel schwereren Verlauf haben und sogar Langzeitfolgen nach sich ziehen.

Während einer Grippewelle infizieren sich Schätzungen zufolge rund fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung, wie das Robert Koch-Institut berichtet. In Deutschland wären das vier bis 16 Millionen Menschen. Doch nicht jeder Infizierte erkrankt auch – und vermutlich geht nur jeder Dritte mit typischen Grippesymptomen zum Arzt. Eine Infektion mit Influenza-Viren ist aber nicht zu unterschätzen. Es können sogar Langzeitfolgen auftreten, die Herz, Lunge und Gehirn betreffen.

Grippe-Erkrankung: Darum kann es zu Langzeitfolgen kommen

Generell können Komplikationen bei Personen mit Grippe-Erkrankung auftreten, wie es unter anderem auf dem Portal lungen-aerzte-im-netz.de heißt, welches von der Deutschen Lungenstiftung e.V. herausgegeben wird. Influenza-Viren sind deshalb gefährlich, weil sie durch ihre massive Vermehrung in den Zellen die äußerste Schicht der Atemorgane zerstören und zudem die Fresszellen (Markophagen) verringern, die der Körper zur Abwehr von Viren, Bakterien oder Toxinen bildet. Die Folge: Das Immunsystem ist geschwächt.

Durch die geschädigte Atemwegschleimhaut können nun ungehindert Bakterien eindringen, die für eine Sekundärinfektion sorgen, die wiederum sehr viel schwerer verlaufen können als die Grippe selbst. So kommt es bei dem geschwächten Immunsystem viel leichter zu einer zusätzlichen Nasennebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung, aber auch schwereren Erkrankungen für Herz, Lunge oder Gehirn.

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Mögliche Langzeitfolgen einer Grippe-Erkrankung im Überblick

Auch nach einer überstandenen Grippe-Infektion ist der Körper noch einige Zeit geschwächt. Wer zu früh wieder in anstrengende sportliche Aktivitäten einsteckt oder Alltagsstress ausgesetzt ist, riskiert, die Grippe zu „verschleppen“. Das kann zu weiteren Erkrankungen führen:

Wen betreffen Langzeitfolgen nach einer Grippe-Erkrankung

Komplikationen können bei allen Erkrankten auftreten, allerdings hängt es auch sehr vom Gesundheitszustand des Patienten ab. Schwere Erkrankungsverläufe, die lebensgefährlich sind, treten vorwiegend bei älteren Menschen über 60 Jahren, Schwangeren sowie Säuglingen oder Kleinkindern auf. Auch Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege, der Nieren oder des Herzens oder Menschen mit Immunschwäche müssen vorsichtig sein.

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Was tun gegen Grippe-Langzeitfolgen?

Um Langzeitfolgen zu vermeiden, sollten Grippe-Erkrankte regelmäßig Fiebermessen, wie das RKI empfiehlt, um Verschlechterungen des Gesundheitszustands schneller feststellen zu können – besonders, wenn man zur Risikogruppe gehört. Diesen rät die Ständige Impfkommission (STIKO) auch zu einer Schutzimpfung gegen Influenza. Mit eingeschlossen sind hierbei Personen, die aufgrund ihres Berufes einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. (fk)

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