„Stärksten Virenverteiler“

Ärzte fordern Grippeimpfung für Kinder

Grippeschutzimpfung in Thüringen
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Sollen Eltern ihre Kinder gegen Grippe impfen lassen?

Nach Ansicht von Experten ist eine Grippe-Impfung der beste Schutz vor einer Influenza. Ärzte fordern nun, dass Kinder gegen jedes Jahr gegen die Grippe geimpft werden sollen. Zu Recht?

Angesichts der heftigen Grippewelle in Deutschland haben Fachärzte sich für neue Impfempfehlungen ausgesprochen. In Zukunft solle das Hauptaugenmerk Kindern gelten und nicht wie bislang Kranken und Menschen ab 60 Jahren, sagten Mediziner dem Magazin "Focus" laut einer Vorabmeldung vom Freitag. 

Kinder sind Virenschleudern

"Kinder sind eben die stärksten Virenverteiler in der Bevölkerung", führte Michael Kochen, Professor für Allgemeinmedizin, zur Begründung des Vorschlags aus.

Der Freiburger Infektionsexperte Winfried Kern ergänzte, vor allem Kindergartenkinder und Schulanfänger wären durch Influenzaimpfungen zu "erfassen".

Grippe: Wer sich impfen lassen sollte

Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen an Grippe, das müsste nicht sein. Ältere Menschen oder chronisch Kranke sollten sich deswegen vorsorglich gegen Influenza impfen lassen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) - Kinder wurden bislang nicht aufgeführt:

  • Ältere Menschen ab 60 Jahren 
  • Chronisch Kranke mit Diabetes
  • Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • Medizinisches Personal 
  • Schwangere

Das Robert-Koch-Institut in Berlin registrierte in der laufenden Saison bereits deutlich mehr als 40.000 Influenzafälle - wesentlich mehr als in den Vergleichszeiträumen der beiden Vorjahre.

Die echte Grippe ist eine gefährliche Virusinfektion

Die Grippe oder Influenza gilt als eine gefährliche Virusinfektion. Jedes Jahr sterben in Deutschland hunderte Menschen daran. Trotzdem scheuen viele eine Grippeimpfung. Gibt es Gründe dafür? Kann eine Grippe Impfung krank machen?

In den vergangenen Jahren gab es Diskussionen über den Impfstoff. Denn, er wirkte nicht optimal und schützen nur eingeschränkt. Ist das in der Grippesaison 2016/2017 anders? Wie wirkt der Grippe-Impfstoff dieses Jahr eigentlich? Die ersten Erkenntnisse dazu sind eher enttäuschend.

Muss eine Grippe-Impfung für Kinder wirklich sein? Was meinen Sie?

Grippewelle 2017

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen, Antworten zu Symptomen einer Grippe-Viren-Infektion.

Grippewelle 2017: Ende zeichnet sich langsam ab

So läuft die Grippewelle 2016/2017.
49. Woche 2016. Bislang bestätigte sind 275 labordiagnostisch Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand: 13.12.2016) worden. © Robert Koch-Institut.
Grippe Aktivität in der 50. Woche.
50. Woche 2016: Im Vergleich zur Vorwoche ist die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) gestiegen. © Robert Koch-Institut.
Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW 2016 begonnen.
51. Woche 2016: Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW 2016 begonnen. © RKI
52. Woche 2016. Grippeaktivität Influenza 2016/2017
52. Woche 2016.: Für die 51. und 52. Meldewoche 2016 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 2.601 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 03.01.2017), teilt die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit. © RKI

Impfempfehlungen für Erwachsene

ImpfungWer braucht sie?Auffrischung
Diphtheriealle Personenalle 10 Jahre
Tetanusalle Personenalle 10 Jahre
FSMEPersonen in Risikogebietenalle 3 bis 5 Jahre
Hepatitis AGefährdete Personen, etwa bei Kontakt mit Infizierten oder im Gesundheitsdienst
Hepatitis BGefährdete Personen, etwa bei Kontakt mit Infizierten oder im Gesundheitsdienstalle 10 Jahre
HPVkeine Regelleistung, ungeimpfte erwachsene Frauen nach individueller Beratung
Influenza (Grippe)Personen ab 60 Jahren, med. Personal, Schwangere, chronisch Krankejährlich mit dem aktuellen Impfstoff
KeuchhustenUngeimpfte bei der nächsten Diphtherieund Tetanusimpfung
Masernnach 1970 Geborene, Ungeimpfte und nur einmal Geimpfte
PneumokokkenPersonen über 60, medizinisches Personalnur bei bestimmten Vorerkrankungen
Polio (Kinderlähmung)alle Personen einmalig im Erwachsenenalter
RötelnUngeimpfte oder nur einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter
Tollwutgefährdete Personen, z.B. Forstarbeiternotwendig
WindpockenFrauen mit Kinderwunsch, die keine Antikörper gegen den Ereger haben

AFP/ml

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