tz-Serie: So machen Sie sich winterfest

Herz-Kreislauf: Darauf sollten sie jetzt achten

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Mit einer Erkältung ist nicht zu spaßen.

München - Jetzt folgt wieder die Jahreszeit, in der unser Körper besonders anfällig für Erkältungen ist. Auch aus einem kleinen Schnupfen kann eine lebensgefährliche Erkrankung werden.

Mit Herzerkrankungen ist von Haus aus nicht zu spaßen. Betroffene Patienten wissen das in aller Regel. Aber gerade vermeintlich pumperlg’sunde Menschen, die bislang auch noch nie Probleme mit ihrer Pumpe hatten, nehmen die Alltagsrisiken gerne mal auf die leichte Schulter. Dabei können gerade Erkältungen aufs Herz schlagen und sehr gefährlich werden, ja sogar tödlich enden. Insbesondere dann, wenn man sich trotz eines Infekts keine Schonung gönnt, also viel zu früh wieder Vollgas gibt in der Arbeit oder beim Sporteln.

Welche goldenen Regeln sollte man beachten, wenn man sich einen Infekt eingehandelt hat? Was kann man darüber hinaus gerade in der kalten Jahreszeit tun, um sein Herz-Kreislauf-System zu stärken? Was sollte man beachten, um es nicht zusätzlich zu belasten? Antworten auf diese Fragen und praktische Alltagstipps dazu liefert der Münchner ­Mediziner Dr. Wolfgang Ritter heute in ­unserer Serie So machen Sie Ihren Körper winterfest. 

Tipps von Dr. Wolfgang Ritter

Spielen Sie bei einer heftigen Erkältung nicht den Helden: Es macht keinen Sinn, sich saukrank ins Büro zu schleppen! Zum einen setzen Sie Ihre Kollegen einer Ansteckungsgefahr aus, zum anderen riskieren Sie selbst schwere gesundheitliche Komplikationen. Das bisserl Schnupfen und Husten sind in der Regel nicht das Problem, sondern eher eine schleichende Gefahr fürs Herz: „Bei einem Infekt sitzen vor allem Viren und Bakterien überall im Körper verteilt, sie stecken auch im Herzmuskel“, erklärt der Sendlinger Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Ritter. „Dort können sie Entzündungen verursachen – und zwar mit dramatischen Folgen!“

Dr. Wolfgang Ritter

So kann sich der Patient eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) einhandeln. Beide Erkrankungen können zu Herzrhythmusstörungen führen. Im schlimmsten Fall lösen sie Kammerflimmern aus und enden mit plötzlichem Herztod. Aber auch bakterielle Infekte können sich im Körper verbreiten und zum Beispiel die Herzklappen zerstören.

Hören Sie auf die Alarmsignale Ihres Körpers! Das Tückische beispielsweise an einer Herzmuskelentzündung ist, dass sie sich häufig schleichend entwickelt. Der Patient bekommt zunächst nicht viel davon mit, fühlt sich allenfalls ein bisserl schlapp. So lange, bis seine körperliche Leistungsfähigkeit immer mehr abnimmt und ihm schon eine kleine Anstrengung große körperliche Probleme macht. Dann ist die Herzmuskelentzündung allerdings oft schon weiter fortgeschritten und es drohen bleibende Schäden. „Deshalb sollte man darauf achten, dass man sich bei einer Erkältung unbedingt Ruhe gönnt. Wenn man beim Treppensteigen schon nach drei Stufen außer Atem und schweißgebadet ist, dann gehört man ins Bett und nicht in die Arbeit“, betont Dr. Ritter.

Bei Erkältung nicht in die Badewanne legen

Mit Fieber nicht mehr sporteln! „Ab einer Temperatur von 38,5 Grad sollte man keinesfalls mehr trainieren“, rät Dr. Ritter. Denn Sporteln unter Fieber wäre unter anderem Gift für das ohnehin schon geschwächte Herz. Auch dadurch besteht die Gefahr, dass der Patient einen plötzlichen Herztod erleidet.

Legen Sie sich mit einer Erkältung nicht in die Badewanne! Der Glaube, dass ein Erkältungsbad dem geschwächten Körper Kraft zurückgibt, ist ein Trugschluss – im Gegenteil, es kostet ihn eher zusätzlich Kraft. „Das Badewasser ist in der Regel viel wärmer als die Körperkerntemperatur von 37 Grad. Um eine Überhitzung zu vermeiden, muss der Körper nun aktiv dagegensteuern. Dazu braucht er viel Energie, die dem Immunsystem verloren geht“, erläutert Dr. Ritter.

Vorsicht beim Sporteln nach einer Erkältung! Um einen Rückfall und zu große Belastung fürs strapazierte Herz zu vermeiden, sollten Sie besser mit gebremstem Elan wieder ins Training einsteigen. Hierzu gibt Dr. Ritter eine Art Reha-Regel oder Richtschnur: „Warten Sie nach dem Abklingen der Symptome noch eine Woche ab und trainieren Sie dann erstmal mit nur etwa 30 Prozent der Belastung, die Sie Ihrem Körper vor der Erkältung zugemutet haben. Steigern Sie die Belastung und achten Sie bewusst darauf, wie Ihr Körper reagiert.“

Ausdauersport stärkt die Abwehrkräfte

Trainieren Sie – wenn Sie gesund sind – gerade in der Erkältungssaison und in der dunklen Jahreszeit regelmäßig weiter! „Durch Ausdauersport werden die Abwehrkräfte stimuliert und gestärkt“, weiß Dr. Ritter. „Aber Vorsicht: Das gilt nur dann, wenn Sie bereits seit Längerem sporteln. Anfänger sollten nicht unbedingt bei kalter Witterung im Freien mit dem Training beginnen. Damit könnten Sie Ihr Herz-Kreislauf-System überfordern.“

Essen Sie lieber natürliche Vitamine, als Kapseln, Tabletten und andere Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke zu schlucken! „Natürliche Vitamine aus Lebensmitteln werden vom Körper sehr viel besser verwertet. Viele Vitamine in Tablettenform sind wasserlöslich, ein Großteil wird über die Nieren einfach wieder ausgeschieden. Sie verpfuffen praktisch“, erklärt Dr. Ritter.

Greifen Sie allenfalls vorübergehend zu Nasensprays! „Sie können im akuten Erkältungsfall die Nasennebenhöhlen öffnen und dadurch mithelfen, Folgeentzündungen zu vermeiden“, sagt Dr. Ritter. „Aber man sollte Nasensprays mehrmals täglich nicht länger als eine Woche verwenden. Denn dadurch gewöhnen sich die Schleimhäute an das Medikament, und ein Absetzen führt zu einer Überproduktion von Schleim. Bei längerer Anwendug trocknen die Schleimhäute aus. Im schlimmsten Fall können sie sogar absterben.“

Andreas Beez

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