Gesundheits-Spezial

Das Herz: Münchner Ärzte erklären ihre besten Therapien

+
Das Herz ist eines der wichtigsten Organe im menschlichen Körper. Aber was, wenn es zu viel Blut pumpt?

München - In der großen tz-Gesundheitsserie dreht sich heute erneut alles rund um das Herz. Münchner Ärzte stellen probate Mittel und neue Medikamente gegen Bluthochdruck vor.

Viele Millionen Menschen leiden unter Herzproblemen – ein Grund, warum wir in der großen Medizinserie den Therapien rund um dieses wichtige Organ gleich mehrere Folgen widmen. Heute stellen Spezialisten aus München und der Region unter anderem bewährte und neue Medikamente sowie einen Eingriff zur Behandlung von Bluthochdruck vor. Außerdem stehen moderne technische Möglichkeiten bei Therapie, Vorsorge und Diagnostik im Blickpunkt.

Fachbegriffe

  • Linksschenkelblock: Störung des Erregungsleitungssystem des Herzens.
  • Enzyme: Das sind Stoffe, die chemische Reaktionen im Körper (Stoffwechselvorgänge) beschleunigen.
  • Kardiovaskulär: Der Begriff ­bedeutet „das Herz und das ­Gefäßsystem betreffend“.
  • Hormon-Synthese: Herstellungsprozess (Bildung) von Hormonen.

Neue Mittel

Unser Experte
Prof. Christian Hengstenberg, Deutsches Herzzentrum München, Lazarettstr. 36,

80636 München, 089-1218-4024,

www.dhm.mhn.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Neue Cholesterinsenker. Sie bewirken die Hemmung eines Enzyms (siehe Fachbegriffe-Erläuterung oben rechts) aus dem Cholesterinstoffwechsel mit der wissenschaftlichen Bezeichnung PSCK9. Die Mittel werden unter den Handelsnamen Evolocumab und Alirocumab vertrieben.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Bestimmung der Cholesterins-Laborwerte, im wesentlichen des LDL-Cholesterins, körperliche Untersuchung, Aufnahme der Krankengeschichte des Patienten.

Die typischen Beschwerden
Erhöhung des LDL-Cholesterin-Spiegels; indirekte Anzeichen für einen erhöhten Cholesterinspiegel wie hellgelbe Platten im Bereich der Augenlider (Fachbegriff Xanthelasmen), gelbe Knoten im Bereich der Sehnen (z.B. der Achillessehne; Fachbegriffe Xanthome), Cholesterineinlagerung in den Arterien im frühen Lebensalter.

Das Einsatzgebiet
Die neuen Medikamente werden beispielsweise verordnet, wenn der Patient einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut aufweist, obwohl er bereits die Maximaldosis von Tabletten zur Cholesterinsynthese-Hemmung nimmt (sogenannte Statine). Sie können auch für Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen sinnvoll sein, die an einr Unverträglichkeit gegenüber Statin-Tabletten leiden. Ebenso kommt die neuen Mittel bei einer genetischen Erkrankung im Cholesterinstoffwechsel zum Einsatz, den Experten heterozygote familiären Hypercholesterinämie nennen.

So funktioniert’s 
Die neuen Medikamente sind eine wichtige Ergänzung der Behandlungsmöglichkeiten bei erhöhtem Cholesterinspiegel. Sie erhöhen die Anzahl der LDL-Rezeptoren (Anknüpfungspunkte) an den Leberzellen. Dadurch wird zirkulierendes LDL-Cholesterin aus dem Blut entfernt, und die LDL-Cholesterin-Konzentration sinkt erheblich.

Der Ablauf
Diese Medikamente müssen alle 2 bis 4 Wochen unter die Haut gespitzt werden. Die Behandlung wird dauerhaft und zusätzlich zu der Therapie mit Statin-Tabletten durchgeführt.

Chancen und Risiken 
Die Medikamente können eine deutliche Senkung des LDL-Cholesterinspiegels um etwa 50 Prozent bewirken. Das haben mehrere klinische Studien bestätigt. Dadurch wird das kardiovaskuläre Risiko (siehe Fachbegriffe oben rechts) vermutlich stark vermindert, diese Annahme muss allerdings in klinischen Studien (siehe Fachbegriffe) noch bewiesen werden. Bislang sind keine bedeutsamen Nebenwirkungen bekannt.

Kosten
Werden von allen Krankenkassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Die bisherigen Erfahrungswerte im Deutschen Herzzentrum München unterstreichen, dass die neuen Mittel sehr gut verträglich sind und von den Patienten sehr gut angenommen werden.

RDN-Therapie

Unser Experte
Prof. Matthias Blumenstein, Klinik Augustinum München, Wolkerweg 16, 81375 München, Tel.: 089/ 7097-1694, www.augustinum-kliniken.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Renale Denervierung (RDN) zur Behandlung einer mit Medikamenten nicht einstellbaren arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck).

Diese Untersuchungen sind nötig 
Ausführliches Gespräch. Überprüng der bisherigen medikamentösen Behandlung. Weiterhin müssen behandelbare Ursachen einer Hypertonie (z.B. Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nebennieren oder eine Störung der Schlafregulation) sicher ausgeschlossen werden. Zudem gilt es, bei jedem Patientien einzeln zu prüfen, ob die Gefäßversorgung der Nieren (Größe und Zahl der Nierenarterien) diesen Eingriff möglich macht. Standarduntersuchungen wie Labordiagnostik, Ultraschall, evtl. Darstellung der Nierengefäße mit einer CT.

Die typischen Beschwerden 
Ein leicht- bis mittelgradig erhöhter Blutdruck verursacht bei Patienten ohne relevante Begleiterkrankung in aller Regel keine typischen Beschwerden. Nur sehr hohe Blutdruckwerte – vor allem dann, wenn sie plötzlich auftreten, können sich durch Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Luftnot bemerkbar machen. Charakteristische Beschwerden und Komplikationen sind die Folge einer langfristigen Schädigung lebenswichtiger Organsysteme durch unbehandelten Bluthochdruck. Betroffen hiervon sind vor allem das Herz-Kreislaufsystem, Nieren und Gehirn.

Das Einsatzgebiet
Eine RDN-Therapie ist bisher ausschließlich für Patienten bestimmt, deren Blutdruck mit Hilfe medikamentöser Therapie nicht zu kontrollieren ist.

So funktioniert’s 
Durch eine RDN werden überaktive Nervenfasern an beiden Nierenarterien unterbrochen – dadurch eine dauerhaft reduzierte Produktion blutdrucksteigernder Hormone (Katecholamine). Im Erfolgsfall Abfall der Blutdruckwerte. Keine offene OP notwendig. Bei der heute am meisten verwendeten Technik wird ein kleiner steuerbarer Katheter über die Leiste in beide Nierenarterien eingeführt. Damit können Radiofrequenz-Wellen abgegeben werden. Diese Energie reicht aus, um in der Nähe der arteriellen Gefäßwand liegende Nervenfasern zu unterbrechen.

Der Ablauf
Die eigentliche Denervierung dauert 20 bis 30 Minuten. Man benötigt keine Vollnarkose, jedoch erhält jeder Patient ein Beruhigungsmittel und Schmerzmittel bei Bedarf (Analgosedierung). Danach Druckverband an der Leiste. Entlassung in der Regel am Folgetag.

Chancen und Risiken 
Die Auswahl der Patienten erfolgt in der Klinik Augustinum nach sehr strengen Kriterien. Von 10 Patienten, die dort zu der Behandlung vorgeschlagen werden, bleibt im Schnitt einer, der letztlich behandelt werden kann. Unter diesen Vorgaben wurden 92 Patienten behandelt und bei circa 2/3 eine deutliche Senkung der Blutdruckwerte erreicht. Die Patienten müssen auch nach erfolgreicher Behandlung Tabletten nehmen, aber häufig eine geringere Menge als vorher. Die Komplikationsrate ist sehr niedrig und ähnelt Eingriffen, bei denen ein Katheter in die Leiste eingeführt wird (z.B. Untersuchung der Herzkranzgefäße).

Kosten
Die Kosten betragen etwa 3500 Euro. Die gesetzlichen Kassen zahlen nur nach Einzelfallprüfung.

Anmerkungen, Erläuterungen
Eine RDN sollte nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

Telemedizin-Nachsorge

Unser Experte
Prof. Stefan Sack, Klinikum Schwabing, Kölner Platz 1, 80804 München, T.: 089/ 30682525

www.klinikum-

muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Telemedizinische Nachsorge für Implantate. Implantate sind Herzschrittmacher, Defibrillatoren oder sogenannte CRT-Systeme, eine Kombination aus Herzschrittmacher und Defibrillator bei Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche.

Das Einsatzgebiet
Die Implantate ergänzen die Therapie, indem sie Daten wie Stimulation, Aktivität, Herzrhythmusstörungen oder Verschlechterung der Herzfunktion aufzeichnen und die Information an eine Datenbank weitergeben. Auf diese Weise hat der betreuende Arzt Zugriff. Die telemedizinische Nachsorge stellt eine patientenfreundliche Betreuungsform dar, die es dem Arzt ermöglicht, den Gesundheitszustand des Patienten auch zwischen den Arztbesuchen fortlaufend im Blick zu haben.

So funktioniert’s 
Die Implantate zeichnen verschiedene Parameter auf. Diese werden in der Nacht an ein Datencenter übertragen. Bei Störungen (Herzrhythmusstörungen, Entladung des Defibrillators, Verschlechterung der Herzfunktion) wird der behandelnde Arzt informiert. Ein Ampelsystem (rot-gelb-grün) verschafft dem Arzt einen raschen Überblick über die Dringlichkeit des gemeldeten Ereignisses.

Der Ablauf
Je nach Telemonitoringsystem gelangen die Information aus den Implantaten auf unterschiedlichem Wege zum Arzt. Einige Systeme übertragen die Informationen per Mobilfunknetz, andere über die Festnetzleitung an ein Rechenzentrum (Service Center) und von dort an den Arzt. Ereignisse wie beispielsweise Rhythmusstörungen werden dem Arzt direkt mitgeteilt und nicht erst bei der nächsten Routineuntersuchung aufgedeckt. So kann der Arzt zeitnah reagieren und gegebenenfalls Kontakt zum Patienten aufnehmen.

Chancen und Risiken 
Nicht selten lassen sich Rhythmusstörungen und Veränderungen bestimmter wichtiger Herzwerte unmittelbar vor einem schweren Herzanfall feststellen. Die tagesaktuelle Übertragung solcher Messwerte und eine hohe Übertragungssicherheit der Daten ermöglichen eine sehr sichere Früherkennung und Ferndiagnosen zur effektiven Vorbeugung schwerwiegender Komplikationen. Sicherheit und Vorteile der telemedizinischen Technologie wurden in zahlreichen Untersuchungen umfangreich belegt und selbst von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA sowie dem deutschen TÜV bestätigt.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

Anmerkungen Erläuterungen
Eine Studie unter Leitung von Prof. Sack hat den Nutzen des Nachsorgeverfahrens untermauert: Bei einer Untersuchung von 377 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz und einem CRT-System wurde ermittelt, dass mit der telemedizinischen Funktion eine Verschlechterung der Herzfunktion fünf Tage vor einer Notfalleinweisung erkannt werden konnte.

KHK-Tabletten

Unsere Expertin
Dr. Katharina Hoppe, Schön Klinik Starnberger See, Münchner Str. 23-29, 82335 Berg, Tel. 08151/ 17-801, www.schoen-kliniken.de.

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Medikamente zur Hemmung der Blutplättchen bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung (KHK). Umgangssprachlich und vereinfacht ausgedrückt gehören sie zur Gruppe der sogenannten Blutverdünner.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Der Nachweis der koronaren Herzerkrankung gelingt über eine Herzkatheteruntersuchung, bei der Engstellen direkt mittels Ballonen und Gefäßstützen (Stents) behandelt werden können. Alternative Verfahren zur Diagnostik sind CT, MRT oder Ultraschalluntersuchungen.

Die typischen Beschwerden 
Typische Beschwerden der KHK sind Brustschmerzen (Angina pectoris) mit Ausstrahlung in den Kiefer oder die Arme sowie Luftnot bei Belastung.

Das Einsatzgebiet
Medikamente zur Plättchenhemmung werden bei nachgewiesener koronarer Herzerkrankung sowie nach Behandlung mit Gefäßstützen eingesetzt. Dabei wird sowohl die stabile Angina pectoris als auch der akute Herzinfarkt behandelt.

So funktioniert’s 
Die Mittel verhindern das Aneinanderhaften der Blutplättchen sowie die Freisetzung gerinnungsfördernder Botenstoffe. Dadurch werden insbesondere Herzinfarkte verhindert. Nach der Behandlung mit einer Gefäßstütze verhindern die Medikamente den plötzlichen Verschluss der Gefäßstütze mit einem Gerinnsel.

Der Ablauf
Hemmer der Blutplättchen werden bei nachgewiesener koronaren Herzerkrankung verschrieben (in der Regel ASS). Nach Behandlung mit einer Gefäßstütze ist für einen bestimmten Zeitraum (4 Wochen bis 12 Monate) eine Therapie mit einem zweiten Plättchenhemmer (Clopidogrel, Ticagrelor oder Prasugrel) parallel notwendig. Wenn aus anderen Gründen die Einnahme eines Gerinnungshemmers notwendig ist (Marcumar oder Mittel wie Xarelto oder Pradaxa), kann gegebenenfalls auf einen Plättchenhemmer verzichtet werden.

Chancen und Risiken
Blutplättchen-Hemmer erhöhen das Blutungsrisiko. Dies reicht von blauen Flecken (Hämatomen) der Haut, über Muskeleinblutungen bis zu Blutungen des Magen-Darm-Bereichs und Hirnblutungen. Manche Plättchenhemmer (ASS und Ticagrelor) können zu Luftnot führen.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Alle Patienten, die mit einer Gefäßstütze behandelt werden, erhalten einen Stentpass, in dem die Therapie festgelegt wird.

CRT-Gerät

Unser Experte
Prof. Harald Kühl, Städtisches Klinikum Harlaching, Sanatoriumsplatz 2, 81545 M., Tel. 089-6210-2780, www.klinikum-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Cardiale Resynchronisationstherapie (CRT). Das CRT-Gerät ist eine Art Spezial-Schrittmacher, das beide Herzkammern stimuliert und ihre Zusammenarbeit verbessert.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, körperliche Untersuchung, Röntgen, EKG. Herzultraschall zum Nachweis einer Einschränkung der Pumpleistung der linken Herzkammer und Begleiterkrankungen wie Klappenfehler etc., ggf. Kernspintomographie zum Nachweis von Vernarbungen im Bereich der linken Herzkammer, Herzkatheteruntersuchung zur Klärung der Durchblutung des Herzmuskels und der Anatomie der Herzvenen.

Die typischen Beschwerden 
Abnahme der Leistungsfähigkeit, zunehmende Luftnot bei körperlicher Belastung, schließlich nächtliche Luftnotanfälle, Wasser in der Lunge und/oder in den Beinen.

Das Einsatzgebiet
Patienten mit Herzschwäche und Linksschenkelblock (siehe Fachbegriffe) sowie eingeschränkter Pumpleistung der linken Herzkammer.

So funktioniert’s 
Durch eine Vene unterhalb des Schlüsselbeins werden mehrere Sonden eingeführt und mit dem Schrittmacher oder Defibrillator verbunden. Die Sonden kommen an die rechte Hauptkammer, rechte Vorkammer und entlang der Herzvene an die linke Herzkammer.

Der Ablauf
Eingriff im Herzkatheterlabor unter lokaler Betäubung und Schlafmittel, kleiner Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeins. Dauer des Eingriffs: ca. 2-3 Stunden; Entlassung in der Regel am übernächsten Tag, keine größere körperliche Belastung für ca. 4 Wochen, bis die Sonden gut eingewachsen sind.

Chancen und Risiken 
Sehr gut erprobtes Verfahren, hohe Erfolgsaussicht: durch die gleichzeitige Stimulation von rechter und linker Herzkammer wird der Linksschenkelblock neutralisert und dadurch die Pumpleistung des linken Herzens gestärkt; für dieses Verfahren konnte ein Überlebensvorteil und eine geringere Notwendigkeit für Klinikaufenthalte nachgewiesen werden; Frauen mit erhaltener Durchblutung des Herzmuskels profitieren besonders von dem Eingriff, geringe Komplikationsrate in erfahrenen Zentren.

Kosten
Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Manche Patienten, die gleichzeitig eine schwere Undichtigkeit der Mitralklappe aufweisen, profitieren nicht so gut von CRT, da die Unidichtigkeit der Mitralklappe dem positiven Effekt des Schrittmachers entgegenwirkt; bei diesen Patienten kann das Mitralclipping-Verfahren angewandt werden.

Sport-Check

Unser Experte
Dr. Karlheinz Zeilberger,

Altheimer Eck 10,

80331 München,

Telefon: 089/956282,

www.sportmed089.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Herz-Check und Leistungsdiagnostik für Hobbysportler.

Diese Untersuchungen sind nötig 
Befragung, körperliche Untersuchung, Bestimmung Körpergewicht, Größe, Fettanteil. Basislabor (Blutwerte), Ruhe-EKG, Belastungs-EKG mit Laktatabnahme (Milchsäure) und/oder Spiroergometrie (Messung der Atemgase). Echokardiographie (Ultraschall des Herzens) bei Auffälligkeiten.

Die typischen Beschwerden 
Im Optimalfall als präventive (vorbeugende) Untersuchung, keine Beschwerden. Leistungsdiagnostik sinnvoll bei fehlender Leistungsentwicklung trotz Training. Bei belastungsabhängigen Brustschmerzen unbedingt und rasch notwendig.

Das Einsatzgebiet
Präventivuntersuchung vor Neueinstieg oder Wiederaufnahme von regelmäßigem Sport. Abklärung von belastungsabhängigen Beschwerden. Ausschluss von Risikofaktoren (Hoher Blutdruck, Cholesterin, Zucker).

So funktioniert’s 
Basis ist nach der Befragung eine Ganzkörperuntersuchung. Ruhe- und Belastungs-EKG geben Hinweise auf Herzrhythmus und mögliche Durchblutungsstörungen des Herzens. Leistungsdiagnostik mit Bestimmung der individuellen Trainingsbereiche zur optimalen Trainingssteuerung.

Der Ablauf
Nach Untersuchung und Blutabnahme Ermittlung der Körpermaße, Ruhe-EKG, dann stufenförmige Belastung auf dem Laufband oder Fahrrad bis zur subjektiven Erschöpfung. Dabei Messung von Laktatwerten (Milchsäurebildung) durch Bluttropfen aus dem Ohrläppchen und/oder gleichzeitige Messung der Atemgase. Gesamtdauer circa 90-120 Minuten.

Chancen und Risiken 
Das Belastungs-EKG strengt an, ist aber nicht schmerzhaft. Es wird nur nach vorheriger ärztlicher Untersuchung durchgeführt. Durch die Überwachung von Herzrhythmus und Blutdruck sind normalerweise keine Komplikationen zu erwarten. Die Leistungsdiagnostik dient dazu, individuelle Trainingsbereiche festzulegen.

Kosten
Bei Beschwerden ist der Herz-Check eine Kassen­leistung. Die sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung wird von den privaten Kassen meist übernommen, in den letzten Jahren bezuschussen immer mehr gesetzliche Kassen auch die Leistungsdiagnostik mit bis zu 90%.

Anmerkungen, Erläuterungen
Die positiven Effekte eines regelmäßigen, auf den einzelnen persönlich zugeschnittenen Trainings konnten in allen großen Studien der letzten Jahrzehnte belegt werden.

Bluthochdruck

Unser Experte
PD Dr. Barbara Richartz

Marianowicz-Medizin-Zenturm, Törringstr. 6, 81675 München, 089/ 4111859-0, www.marianowicz.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie
Blutdrucktherapie bei Bluthochdruck

Diese Untersuchungen sind nötig 
Ultraschall des Herzens, Untersuchung der Halsschlagader und/oder Herzkranzgefäße mit CT, Blutdruckmessung unter Belastung.

Die typischen Beschwerden 
Oft gar keine. Bluthochdruck gilt als „stiller Killer“, weil er auf Dauer die Blutgefäße schädigt und so beispielsweise einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall verursachen kann.

Das Einsatzgebiet
Bluthochdruck.

So funktioniert’s 

Der Blutdruck muss exakt gemessen werden. Nach neuesten Studien sollte der optimale Blutdruck bei 120/80 liegen. Um die Zielwerte zu erreichen, könnnen Tabletten sinnvoll sein. Die Mittel sind in verschiedene Wirkstoffgruppen (Substanzklassen) eingeteilt:

❶ ACE-Hemmer: Gängige Wirkstoffe: Ramipril, Perindopril oder Lisinopril. Sie verhindern das Entstehen eines Hormons (Angiotensin II), das die Gefäße eng stellt. Besonders gut für Diabetiker und für Patienten mit einer Herzmuskelschwäche geeignet. Verursachen relativ oft Reizhusten.

❷ AT-1-Rezeptor-Antagonisten (Sartane): Gängige Wirkstoffe: Losartan, Valsartan, Candesartan oder Olmesartan. Blockieren die Effekte des o.g. Hormons (Angiotensin II) an den Andockstellen (Rezeptoren) der Gefäße, auch hierdurch sinkt der Gefäßwiderstand und damit der Blutdruck. Besonders gut für Diabetiker geeignet.

❸ Beta-Blocker: Gängige Wirkstoffe: Metoprolol oder Bisoprolol. Blockieren die Stellen am Herz (Beta 1-Rezeptoren), an denen die blutdrucksteigernden Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin andocken. Daher besonders gut für die Patienten geeignet, die stressbedingte Blutdrucksteigerungen haben; auch gut für Patienten, die eine Herzkranzgefäßerkrankung, eine Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen haben. Nebenwirkung: Der Herzschlag verlangsamt sich. Eine Schuppenflechte kann wieder aufblühen. Bei Asthmatikern sind Betablocker nicht geeignet.

❹ Kalzium-Antagonisten: Gängige Wirkstoffe: Amlodipin oder Lercanidipin. Hemmen das Einströmen von Kalzium in die Muskelzellen der Gefäße, dadurch entspannt sich die Gefäßmuskulatur, und das Gefäß wird weiter, daher sinkt der Blutdruck. Nur sehr selten Nebenwirkungen. Bei höherer Dosis sind Wassereinlagerungen an den Knöcheln (Ödeme) möglich, Kopfschmerzen, Herzklopfen.

❺ Spironolacton: Gutes Reservemittel. Greift auch in die Hemmung der Hormon-Synthese (s. Fachbegriffe oben) ein, die für die Bluthochdruckentstehung verantwortlich ist. Nebenwirkung: bei Männern sehr selten Anschwellung der Brustdrüse.

Kosten

Werden von allen Kassen übernommen.

Diagnose mit Herz-CT

Unser Experte
Prof. Lars Grenacher

Diagnostik München

Augustenstr. 115

80798 München,

Tel.: 089-52055-0, www.diagnostik-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Methode
Die Computertomografie des Herzens (Herz-CT) ermöglicht eine nicht invasive Darstellung der Herzkranzgefäße (also ohne OP oder Herzkatheter).

Das Einsatzgebiet
Besonders sinnvoll, wenn eine andere Herzuntersuchung (Belastungs-EKG, Herz-Szintigraphie) unklare Befunde ergeben haben, außerdem bei Patienten mit unklaren Herzbeschwerden und bei Menschen mit unklaren Beschwerden bei in der Familie bekannten Herzerkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen.

Diese Voruntersuchungen sind nötig 
Zur Untersuchung sollte der Patient mitbringen: aktuelle Laborwerte unter Angabe des Kreatininwertes (Nierenwert), Basaler TSH-Wert (Schilddrüse),

Cholesterinwert, Triglyceride, CRP-Entzündungswerte. Bei Diabetikern, die das Medikament Metformin einnehmen, sollte man darauf schon bei der Terminvergabe hinweisen. Gleiches gilt für eine Jodallergie, Nierenerkrankungen und Schilddrüsenüberfunktion.

So funktioniert’s 
Wegen der schnellen Bewegungen des Herzens braucht man einen hochmodernen Computertomografen. Er arbeitet mit einer geringen Menge an Röntgenstrahlung, macht 2500 bis 4000 Schichtaufnahmen. Diese werden durch Auswertungsprogramme so bearbeitet, dass eine 3-D-Darstellung des Herzens entsteht. Sie lässt u. a. eine genaue Analyse der Herzkranzgefäße zu.

Der Ablauf
Ambulante Untersuchung, die etwa 15 Minuten dauert, einmal muss der Patient für fünf Sekunden die Luft anhalten. Kontrastmittel wird in die Vene gespritzt. Manchmal ist eine geringe Absenkung der Herzfrequenz mit Hilfe eines Betablocker-Medikaments erforderlich. Dies verbessert die Bildqualität und senkt zugleich die Strahlenbelastung.

Chancen und Risiken
Exzellentes Diagnoseverfahren zur Darstellung der koronaren Herzkrankheit (KHK). Ermöglicht u. a. einen Ausschluss von Verengungen der Herzkranzgefäße. Die mittlere Strahlenbelastung ist deutlich geringer als bei einer Herzkatheteruntersuchung. Problematisch bei Patienten mit Jodallergie, erhöhten Nierenwerten und Schilddrüsenüberfunktion sowie bei Schwangeren.

Kosten
Circa 500 Euro. Werden nur von privaten Krankenkassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen
Bei Diagnostik München arbeiten 14 Fachärzte für Radiologie, Nuklearmedizin und Kardiologie zusammen.

Mehr Artikel aus der Gesundheitsreihe:

Herz-Operationen: Top-Ärzte erklären ihre besten Therapien

Die Lunge: Münchner Ärzte erklären die besten Therapien

Hand & Arm: Münchner Ärzte erklären ihre besten Therapien

Knie: Münchner Top-Ärzte erklären ihre besten Therapien

Gefäße: Münchner Top-Ärzte erklären ihre besten Therapien

Magen, Darm, Leber, Drüsen: Münchner Top-Ärzte erklären ihre besten Therapien

Auch interessant

Meistgelesen

Leber entgiften ohne großen Aufwand: Diese Kur hat einen genialen Nebeneffekt
Leber entgiften ohne großen Aufwand: Diese Kur hat einen genialen Nebeneffekt
Bauchfett reduzieren: Eine Tasse dieses Getränks kurbelt die Fettverbrennung im Schlaf an
Bauchfett reduzieren: Eine Tasse dieses Getränks kurbelt die Fettverbrennung im Schlaf an
Ernährt sich fast nur von Luft: US-Amerikanerin isst 97 Tage nicht - und lebt obskures Konzept
Ernährt sich fast nur von Luft: US-Amerikanerin isst 97 Tage nicht - und lebt obskures Konzept
Mann dreht wegen Schlaf-Experiment durch - weil er nur vier Stunden am Stück schläft
Mann dreht wegen Schlaf-Experiment durch - weil er nur vier Stunden am Stück schläft

Kommentare