So gesund ist Sex

Seitensprung erhöht Herzinfarkt-Risiko

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Der Liebesakt steigert das Risiko für einen Herzinfarkt gewöhnlich nicht. Allerdings ist Fremdgehen, laut einer Studie, für Männer gefährlich. 

Die gute Nachricht vorweg: Ihr Liebesleben ist keine Gefahr fürs Herz, auch dann nicht, wenn man schon einen Herzinfarkt hinter sich hat! Doch es gibt eine Risiko: Fremdgehen ist für das Herz gefährlich.

Das belegt die Studie einer Forschergruppe um Prof. Dietrich Rothenbacher von der Universität Ulm, die jetzt im Journal of the American College of Cardiology, veröffentlicht wurde. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Ein Seitensprung erhöht das Risiko, beim Akt zu sterben – und zwar erheblich!

Das ergibt sich aus der Untersuchung von 60 Fällen, die von Rechtsmedizinern analysiert wurden und bei denen ein Partner beim Akt starb. Denn davon entfiel rund die Hälfte auf Männer, die bei ihrer Geliebten oder einer Prostituierten waren. Nur jeder vierte dieser Männer starb in den Armen seiner Ehefrau. Den Rest traf der Infarkt bei der Selbstbefriedigung. Über die Gründe können die Forscher nur spekulieren. Eine These besagt, dass sich ältere Männer beim Seitensprung mehr anstrengen als zu Hause. Die jeweilige Prostituierte oder Geliebte war übrigens im Schnitt 20 Jahre jünger war als ihr Bettpartner.

Für die Herzinfarkt-Risiko-Studie der Ulmer Universität wurden 536 Infarktpatienten im Alter von 30 bis 70 Jahren über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet. Dabei wurde zum Beispiel die Häufigkeit ihrer Bett-Aktivitäten vor ihrem Infarkt mit der danach verglichen. Und deren Folgen.

Das Ergebnis: Der Liebesakt (jeder Zweite hatte einmal pro Woche Geschlechtsverkehr) ist kein Risiko fürs Herz – auch nicht fürs vorgeschädigte. Prof. Rothenbacher freut es, dass sich Infarktpatienten „keine Sorgen machen müssen und ihr gewohntes Liebesleben wieder aufnehmen können“. Allerdings müssten Männer, die – etwa zur Puls- und Blutdrucksenkung verordnete – Beta-Blocker einnehmen, mit Einschränkungen rechnen, was die Erektionsfähigkeit angeht.

Münchner Urologe und Sexualmediziner Dr. Axel-Jürg Potempa.

Der Münchner Urologe und Sexualmediziner Dr. Axel-Jürg Potempa, den wir  zu dem Thema befragten (siehe unten), verweist aber darauf, dass auch diese Männer ihr Liebesleben genießen könnten. Denn inzwischen gebe es auch Wirkstoffe, die die Erektion nicht beeinträchtigen.

Nach Infarkt Vorspiel ausdehnen

Herr Dr. Potempa, die Hälfte der Männer, die einen Infarkt beim Akt erlitten haben und starben, erwischte es beim Seitensprung. Ist Fremdgehen gefährlich?

Dr. Potempa: Grundsätzlich hält ein regelmäßige Liebesleben gesund.

Was heißt regelmäßig?

Eine Langzeitstudie mit 3000 Männern hat gezeigt, dass bei einem Geschlechtsverkehr von einmal pro Woche in 50 Jahren nur einer von 580 Männern im Zusammenhang mit dem Liebesakt an einem Herzinfarkt gestorben ist. Und das ist sehr, sehr wenig.

Also einmal die Woche Liebe wäre gut …

Ich empfehle zweimal pro Woche – das ist am gesündesten, da dann erwiesenermaßen die Immunabwehr massiv zunimmt, Das Immunglobolin A – ein Hauptparameter der Immunabwehr wird um 30 Prozent gesteigert.

Und wenn man einen Herzinfarkt hatte?

Wer behutsam einsteigt, das Vorspiel ausdehnt, der kann ruhig ein Liebesleben haben. Und nach sechs Monaten sowieso. Wer einen Stent bekommen hat, ist sogar weniger gefährdet, da ja die Gefäßdurchlässigkeit besser ist als bei den meisten Gleichaltrigen.

Erhöht Viagra das Infarktrisiko beim Akt?

Im Gegenteil. Es kann nur in Verbindung mit zur Blutdrucksenkung eingesetzten Nitratarzneien problematisch sein – weil sich deren Wirkung potenzieren kann – bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Ihre These: Warum ist das Infarktrisiko beim Seitensprung höher als beim Akt mit der Ehefrau?

Der Stress ist größer. Außerdem geht man vorher vielleicht noch etwas essen – fett – trinkt etwas – Alkohol – dann funktioniert womöglich die Erektion nicht so, wie man’s kennt. Wer da ein vorgeschädigtes Herz hat, der kann da richtig Probleme kriegen. Wir kennen das auch vom First-Night-Effekt.

Was ist das?

Fast 85 Prozent der Männer, die zum ersten Mal mit einer Frau zusammen sind, kriegen die erste Erektion nicht ausreichend hin!

Haben Frauen auch diesen Stress beim Akt?

Die Anstrengung ist deutlich geringer. Männer haben einfach den Penis, der zeigen muss, was er kann – Frauen können den Orgasmus fingieren, haben insgesamt weniger Druck.

WdP

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