Auch die Füße veränderten sich

Gesicht von Frau wird "hässlicher und hässlicher" - bis Ärzte die Ursache dafür finden

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Mithilfe von Röntgenaufnahmen lassen sich Tumore im Kopf erkennen.

Ihr Gesicht veränderte sich - allerdings nicht zum Positiven. Nase und Kinn einer 29-jährigen Kanadierin wurden immer größer. Bis Mediziner endlich die Ursache fanden.

Die 29-jährige Rebecca Churan aus Ontaria, Kanada, ist eine attraktive junge Frau. Doch innerhalb der letzten Jahre hatte sie das Gefühl, dass ihr Gesicht sich veränderte. An sich ganz normal, man wird schließlich älter.

Hormonhaushalt außer Kontrolle: Nase und Kinn werden immer größer

Doch neben einer immer größer werdenden Nase und einem hervortretenden Kinn beunruhigten sie auch noch andere Dinge: Churan nahm zu, war schnell müde und sie brauchte immer größere Schuhe. Mehr als zehn Ärzte suchte die junge Frau auf, die fälschlicherweise eine Borderline-Störung, Depressionen und polyzystisches Eierstocksyndrom (PCOS) diagnostizierten.

"Ich sagte dem Arzt, dass sich mein Gesicht veränderte und ich hässlicher wurde und dass ich nicht verstand, warum ich an Gewicht zulegte, da ich kaum aß", zitiert das britische News-Portal Mirror die junge Frau.

Ein Bluttest ergab dann endlich nach jahrelangem Bangen, dass der Wert des Wachstumshormons bei der jungen Frau weit höher war als normal. Das ist ein maximaler Wert von 300 - Churan hatte allerdings ein Ergebnis von 1.015. "Der Normalbereich für das Wachstumshormon liegt zwischen 97 und 297 und ich war auf einem satten 1.015er Niveau - was selbst für einen Teenager mit Gigantismus hoch ist." sagte Churan dem Mirror. Sie begann, sich mit hormonellen Störungen und Riesenwuchs zu beschäftigen und verlor jede Hoffnung auf Heilung.

Bis Ärzte einen Hypophysentumor bei ihr diagnostizierten. Dieser drückte auf die Hirnanhangdrüse - eine Hormondrüse, die unter anderem Vorgänge wie Wachstum und Stoffwechsel reguliert. In der Folge war Churans Hormonhaushalt komplett durcheinander. Nur das Entfernen des Tumors konnte Abhilfe schaffen. Die junge Frau hatte große Angst vor dem Eingriff, ist nun aber sehr glücklich: Seitdem der Tumor im April 2019 entfernt wurde, seien die Hände der 29-Jährigen um einen Zentimeter geschrumpft, ihre Füße sind um anderthalb Zentimeter kleiner geworden und auch ihre Nase und ihr Kinn bilden sich zurück.

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Hypophysentumor erkennen mit einfachem Bluttest

Rebecca Churan will durch ihre Geschichte ein Bewusstsein für seltene medizinische Fälle schaffen: "Ein seltener Fall zu sein ist eine sehr schwierige Sache, besonders wenn viele Ärzte nicht wissen, wie sie einen behandeln sollen. Man muss positiv bleiben und die Hoffnung nicht verlieren im Kampf gegen die Krankheit. Ich möchte, dass die Leute verstehen, dass ein einfacher Bluttest oft einen Hypophysentumor diagnostizieren kann." Der Mirror zitiert sie weiter: "Akzeptieren Sie nicht einfach irgendeine Diagnose, ohne tiefer zu graben und zu fragen, ob etwas anderes die Ursache sein könnte."

Video: Frau besucht Museum und entdeckt Tumor bei sich

Weiterlesen: Frau sieht aus wie Alien nach Friseur - dieser gefährliche Grund steckt dahinter.

jg

Bei seltenen Erkrankungen Hilfe suchen

Cordelia ist eine von vier Millionen Patienten in Deutschland mit einer seltenen Erkrankung - in ihrem Fall ein CDKL5-Gendefekt. Foto: Frank Rumpenhorst
Cordelia ist eine von vier Millionen Patienten in Deutschland mit einer seltenen Erkrankung - in ihrem Fall ein CDKL5-Gendefekt. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Cordelia Woko mit ihrer Mutter Esther und Zwillingsschwester Catherine (r). Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt, eine sehr seltene Erkrankung des X-Chromosoms. Foto: Frank Rumpenhorst
Cordelia Woko mit ihrer Mutter Esther und Zwillingsschwester Catherine (r). Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt, eine sehr seltene Erkrankung des X-Chromosoms. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
"My kid is a fighter!" - "Mein Kind ist ein Kämpfer", steht auf dem Auto von Esther Woko. Ihre Tochter Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt. Foto: Frank Rumpenhorst
"My kid is a fighter!" - "Mein Kind ist ein Kämpfer", steht auf dem Auto von Esther Woko. Ihre Tochter Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst
Miriam Schlangen leitet die Geschäftsstelle Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE). Foto: Angelique Tuszakowski/Mukoviszidose e.V.
Miriam Schlangen leitet die Geschäftsstelle Nationales Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE). Foto: Angelique Tuszakowski/Mukoviszidose e.V. © Angelique Tuszakowski
Stephan Kruip ist Vorsitzender des Vereins Mukoviszidose. Foto: Fabian Helmich/Mukoviszidose e.V.
Stephan Kruip ist Vorsitzender des Vereins Mukoviszidose. Foto: Fabian Helmich/Mukoviszidose e.V. © Fabian Helmich
Mirjam Mann ist Geschäftsführerin des Vereins Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE). Foto: ACHSE e.V.
Mirjam Mann ist Geschäftsführerin des Vereins Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE). Foto: ACHSE e.V. © ACHSE e.V.
Cordelia Woko (vorn) beim Malen mit ihrer Schwester Cecilia. Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt, eine sehr seltene Erkrankung des X-Chromosoms. Foto: Frank Rumpenhorst
Cordelia Woko (vorn) beim Malen mit ihrer Schwester Cecilia. Cordelia hat einen CDKL5-Gendefekt, eine sehr seltene Erkrankung des X-Chromosoms. Foto: Frank Rumpenhorst © Frank Rumpenhorst

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