Von zwei Faktoren abhängig

Wie lange dauert eigentlich eine Grippe bei Erwachsenen?

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Wer mit einem grippalen Infekt zu kämpfen hat, hofft, dass dieser schnell vorbeigeht.

Grippesymptome kommen unglücklicherweise oftmals über Nacht – und halten sich dann hartnäckig. Doch wie lange muss man ausharren, bis es einem wieder besser geht?

Wer schon einmal einen grippalen Infekt hatte, kennt die ganze Palette an Beschwerden: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und sogar Schüttelfrost. Unglücklicherweise passiert das Arbeitnehmern in der kalten, oft auch stressigen Vorweihnachtszeit. Daher stellen sich viele dann genervt die Frage, wie lange muss ich eigentlich (noch) das Bett hüten?

Wie lange dauert ein grippaler Infekt an - und wann bin ich bereits ansteckend?

Grundsätzlich ist es wichtig und richtig, dass sie sich bei einem grippalen Infekt erst mal schonen und zuhause bleiben. Schließlich sind Sie weder arbeits- noch schulfähig und hoch ansteckend. Unnötige Bewegung oder Anstrengungen sollten tunlichst vermieden werden. Es hilft nichts: Stattdessen sollten sie sich Ruhe gönnen, viel Tee trinken und abwarten.

Wichtig zu wissen: Ein grippaler Infekt und eine echte Grippe sind nicht dasselbe. Wo ein grippaler Infekt meist innerhalb von wenigen Tagen bis mehreren Wochen überstanden ist, kann die echte Grippe lebensgefährlich werden.

In der Regel geht man davon aus, dass die Inkubationszeit eines grippalen Infekts, also von der Infektion bis zum Ausbruch desselben, etwa nur ein bis zwei Tage beträgt. Das Pikante daran: Bereits infizierte Menschen können dann bereits ansteckend für ihre Umgebung sein. Der grippale Infekt selbst dauert dagegen etwa fünf bis sieben Tage an - in manchen Fällen zieht er sich auch über mehrere Wochen.

Sehen Sie hier die aktuelle Lage der Influenza-Aktivität deutschlandweit.

Video: Grippe 2018: Schon 102 Tote! Influenza-Virus breitet sich aus

Der Grund dafür: Die Krankheitsdauer ist meist von zwei Faktoren abhängig – einerseits von der Anzahl und des Typs der eingedrungenen Viren und andererseits von der Funktionsfähigkeit des Immunsystems. Da die Symptome eines grippalen Infekts meist plötzlich ohne Vorwarnung über einen hereinbrechen, kann es sein, dass sich die Beschwerden abwechseln und nicht alle auf einmal auftreten. Weitere Beschwerden, die auftreten können, sind:

  • Appetitlosigkeit
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Muskel-, Gelenk- und Augenschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Abgeschlagenheit
  • Halsschmerzen
  • Hustenreiz

Es ist zum Beispiel auch möglich, dass der Betroffene erst auf dem Höhepunkt der Erkrankung hohes Fieber entwickelt und nichts bereits am Anfang des Ausbruchs. Dann könnte eine zusätzliche bakterielle Infektion dahinterstecken. Beide zusammen – viral und bakteriell – ergeben dann eine sogenannte Superinfektion.

Dennoch sollten Sie sich gewiss sein, dass auch diese nach etwa drei bis vier Tagen meist wieder abklingt. Alle anderen Zipperlein, die einen noch begleiten, flauen ebenfalls mit der Dauer des grippalen Infekts allmählich ab. Leiden Sie allerdings zudem an einem trockenen Reizhusten, müssen Sie damit rechnen, dass er sich wohl hartnäckiger hält. Bis dieser verschwunden ist, können sogar bis zu drei Wochen vergehen.

In diesen besonderen Fällen kann eine Grippe länger dauern als normal

Eine Grippe dauert generell länger als ein grippaler Infekt oder eine reine Erkältung. Das hat den Grund, dass die "echte" Grippe von aggressiven Influenza-Viren ausgelöst wird, die in den Körper und die Schleimhäute der Atemwege eindringen, um sich dann dort zu vermehren. Wenn diese dann die Zellen verlassen, platzen diese auf und darin befindliche Botenstoffe werden frei. Diese wandern dann an die Oberfläche und können mit den dort bereits befindlichen Viren eine Entzündungsreaktion herbeiführen.

Das Fieber bei einer Grippe ist damit also ein gutes Zeichen – es zeigt, dass das Immunsystem aktiv ist und gerade mächtig arbeiten muss. Doch nach etwa einer Woche sollte das Schlimmste überstanden sein und auch die beschädigten Schleimhäute regenerieren sich wieder.

Neben dem Reizhusten können allerdings noch andere Beschwerden länger anhalten, wenn weitere Infektionen hinzukommen, wie zum Beispiel

  • eine Nasennebenhöhlen- oder eine Mittelohrenentzündung,
  • ein bereits geschwächtes Immunsystem oder
  • wenn der Betroffene zur von der Impfkommission (STIKO) festgelegten Risikogruppe gehört, unter anderem chronisch Kranke, Schwangere oder Senioren.

Darum empfiehlt das Robert-Koch-Institut diesen Personen auch zu einer Grippeschutzimpfung. Doch ab wann ist sie sinnvoll? Und welche Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür?

Wenn hier nicht frühzeitig behandelt wird, können am Ende Komplikationen auftreten, die im schlimmsten Falle zum Tode führen.

Wie lange dauert eine Grippe bei Kindern?

Auch (Klein-)Kinder werden zu den Risikopatienten gezählt. Schließlich erkranken sie weitaus häufiger an einer echten Grippe, weil ihr Immunsystem in den ersten Lebensjahren noch nicht fertig ausgebildet ist. Daher geht man davon aus, dass eine Grippe bei einem Kind  etwa acht bis zehn Tage, andauert. Allerdings sollten dann Schnupfen & Co. ebenfalls komplett überwunden sein.

Lesen Sie auch: Diese Tipps helfen schnell und effektiv gegen etwaige Grippesymptome.

Alles über Influenza - und was dagegen hilft und ob eine Grippeschutzimpfung sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

jp

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist. © 
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

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