Am Montagabend

Kai Pflaume: tz-Interview zu seiner ARD-Liveshow "Wo bist Du?"

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"Wo bist du?" fragt Kai Pflaume am Montag in seiner ARD-Liveshow. Es geht um die Suche nach Vermissten. im tz-Interview spricht Kai Pflaume über die neue Show.

München - "Wo bist du?" fragt Kai Pflaume am Montag in seiner ARD-Liveshow. Es geht um die Suche nach Vermissten. im tz-Interview spricht Kai Pflaume über die neue Show.

Bis zu 250 Vermisstenanzeigen ­gehen täglich in deutschen ­Polizeistationen ein. Viele Fälle lösen sich von selbst, aber immer öfter ­bleiben Menschen auch dauerhaft verschwunden. Wo bist du? fragt Kai Pflaume deshalb am Montag in seiner ARD-Liveshow. Der Moderator hat sich auf die Suche gemacht nach nie gesehenen Vätern, vermissten Geschwistern und untergetauchten ­Familienangehörigen. Im Studio bittet er um die aktive Mithilfe der Zuschauer, denn Pflaume wünscht sich vor allem ­eines für seine Gäste: ein glückliches Wiedersehen.

Herr Pflaume, wo spüre ich Sie gerade auf?

Kai Pflaume: In Köln. Ich bin eben mit dem Flugzeug gelandet und sitze jetzt im Taxi. Wir können also ganz entspannt ­telefonieren.

Prima. Am Montag moderieren Sie in der ARD die Sendung „Wo bist du?“. Warum wird das Format live gesendet?

Pflaume: Der Live-Charakter ist für die aktuellen Fälle wichtig, die wir in der Sendung vorstellen. Wir bitten die Zuschauer um Hinweise und hoffen, durch die aktive Mithilfe Licht in die unklaren und schwierigen Fälle bringen zu können.

Das klingt ein bisschen nach „Aktenzeichen XY ...“

Pflaume: Wenn man den Vergleich so ziehen will, dann gibt’s da sicher Ähnlichkeiten. Die Sendung aber wird letztendlich eine ganz andere sein: eine Mischung aus gesucht, gefunden und zusammengeführt. Ich glaube, dass uns da ein sehr emotionales Programm gelungen ist. Dass auch wir nicht wissen, wie die eine oder andere Geschichte ausgeht, ist für uns eine große Herausforderung.

Wird es denn auch Studioüberraschungen im Stile von „Nur die Liebe zählt“ geben?

Pflaume: Nein, das wäre auch schwierig, wenn man bedenkt, dass wir zum Teil ganz dramatische Geschichten haben. In so einer Situation zu sagen: Guck mal, wer da durch die Tür kommt – das wird es nicht geben.

Sie haben 18 Jahre lang Menschen in „Nur die Liebe zählt“ zusammengeführt – können Sie überhaupt noch an einer Tür klingeln, ohne dass jemand eine Videobotschaft erwartet?

Pflaume: Das ist natürlich heute noch so, wenn ich vor einer Tür stehe, muss ich gar nicht viel sagen. Dann rechnen die meisten Leute mit einer Überraschung (lacht).

Auf der Suche nach vermissten Menschen sind Sie quer durch die Welt gejettet. Haben Sie die Kilometer gezählt?

Pflaume: Wir haben’s mal grob überschlagen. Und wenn man alles zusammenrechnet, dann kann man schon sagen, dass wir einmal um die ganze Welt geflogen sind. Wir waren ja im tiefsten Nordwesten der USA, in Namibia, in Rumänien, Italien und ganz im Süden der Türkei nahe der syrischen Grenze – ich hatte sehr viele spannende Begegnungen mit interessanten Menschen.

Ist es nicht schwierig, im Ausland an die nötigen Informationen zu kommen?

Pflaume: Wir hatten ein hervorragendes Rechercheteam. Man sucht und findet die Menschen ja in der Regel übers Internet. Ich bin in den Ländern, in denen ich war, nicht mit einem Foto von Tür zu Tür gelaufen und habe gefragt, ob jemand zufällig die Person kennt. Das zeigen wir auch in den Einspielerfilmen, in denen wir unseren Rechercheweg dokumentieren, wie er wirklich war.

Sie betonen die Authentizität – wir wissen, dass bei solchen Formaten der Realität gerne auf die Sprünge geholfen wird …

Pflaume: Was man bei uns sieht, ist echt. Von vorne bis hinten. Man erlebt echt mit, wie sich Menschen das erste Mal begegnen. Wir haben echte Leute, mit echten Geschichten und echten Gefühlen. Ich glaube, darauf muss man heute im Fernsehen deutlich hinweisen. Denn es ist etwas, was mich stolz macht und von dem ich hoffe, dass es die Zuschauer auch sehen und spüren werden.

Heute Köln, Montag Hamburg und dazwischen rund um die Welt. Fragen Ihre beiden Söhne manchmal „Wo bist du?“ oder sind sie in dem Alter, in dem sie „Wann gehst du?“ sagen?

Pflaume: (lacht) Weder noch. Unsere Kinder sind ja mittlerweile schon etwas größer und mit meinem etwas ungewöhnlichen Arbeitsrhythmus aufgewachsen. Glücklicherweise gibt es heute viele Formen der mobilen Kommunikation, so dass man sich auch nicht aus den Augen verliert, wenn man unterwegs ist. Den Phasen, in denen ich viel arbeite, stehen auch immer wieder Zeiten gegenüber, in denen ich am Stück zu Hause bin. Zum Beispiel nach Wo bist du?: Danach habe ich erst mal zwei Wochen Weihnachtsferien mit meiner Familie, auf die ich mich sehr freue.

Interview: Astrid Kistner

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