Kein Vertrauen in Kliniken

Diese Frau pflegt ihren Mann lieber daheim

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Pflege in den eigenen vier Wänden: Den Ärzten und Krankenschwestern in den Kliniken traut diese Frau nicht mehr.

München - Obwohl ihr Mann ein sogenannter Härtefall ist, will eine Frau ihn nicht mehr in die Klinik bringen. Zu häufig wurde sie enttäuscht. Längst übernimmt sie die Pflege.

Vier Mal sollte Frida Alz (67, Name geändert) schon Abschied nehmen von ihrem Mann - vier Mal hat der einfach weitergekämpft. "Wir sind beide Kämpfer", sagt Frida Alz. Sechs Hirnschläge hat Egon Alz (78) hinter sich: Pflegestufe 3 plus, ein sogenannter Härtefall. Seit acht Jahren pflegt Frida Alz ihren Mann zu Hause. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Weil sie den Kliniken nicht mehr vertraut, ebensowenig den Pflegeheimen.

Egon Alz kann nicht leben ohne Hilfe: Seine Frau füttert und wickelt ihn. Dreht ihn um in seinem Bett, damit er sich nicht wund liegt. "Er ist wie ein kleines Kind", sagt sie und lacht gequält. Das, was sie in Münchner Kliniken erlebt hat, findet sie nicht zum Lachen. Vor fast zwei Jahren musste Egon Alz ins Krankenhaus, Hirnschlag.

Dem zuständigen Arzt sagt Frida Alz, dass ihr Mann gefüttert werden müsse - ausschließlich mit Brei. "Abends kam eine Schwester, stellte ein Tablett mit Wurstbroten ab und ging wieder", erinnert sich Frida Alz. Zunächst dachte sie, das Tablett sei für einen anderen Patienten. Später kam die Schwester wieder, räumte das Tablett ab und fragte Frida Alz: "Ihr Mann hatte wohl keinen Hunger?"

Mann wird in desolatem Zustand nach Hause entlassen

Frida Alz will ihren Mann deshalb nicht mehr aus den Augen lassen. Da war es auch nicht beruhigend, dass man ihrem Mann ein penicillinhaltiges Medikament verabreichen wollte. "Obwohl ich jedem gesagt hatte, dass er allergisch reagiert!", sagt Alz. Ihre Schwester, die in einer Apotheke arbeitet, bemerkte den Vorgang rechtzeitig.

"Als Egon entlassen wurde, kam er in desolatem Zustand nach Hause: Durstig, hungrig, unrasiert, mit trockener Haut, mit voller Windel und vollem Urinbeutel", sagt Frida Alz. Sie beschwerte sich bei der Klinik - und bekam eine schriftliche Entschuldigung. "Unsere Mitarbeiter wurden erneut darauf aufmerksam gemacht, die Patienten in einem gepflegten Zustand zu entlassen."

Frida Alz bilanziert: "In den letzten Jahren waren wir oft im Krankenhaus. Mein Mann wurde sehr gut behandelt - aber auch sehr schlecht." Deshalb pflegt sie ihren Mann zu Hause. "Weil ich nicht weiß, ob sie ihn anderswo gut behandeln."

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