Neue Abteilung

Klinikum Bogenhausen: Revolution in der Endoskopie

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München - In der tz erklären Prof. Wolfgang Schepp und Oberarzt Björn Lewerenz von der Klinik für Gastroenterologie alle Neuerungen.

In das Innere sehen – so die wörtliche Übersetzung des Begriffes Endoskopie – ist ein Bereich der ­Medizin, der sich rasant entwickelt. Winzige Kameras und therapeutische Instrumente werden in kleinfingerdicken Schläuchen durch natürliche Körperöffnungen tief ins Innere geschoben. Waren die Aufnahmen früher nur von Spezialisten zu deuten, liefern die Kameras heute bewegte Bilder in glasklarer HD-Qualität. Selbst Organe, die nicht direkt zugänglich sind, werden behandelt: Die Ärzte legen raffinierte Zugänge mit Röhrchen, die z. B. vom Magen aus Abszesse an der Bauchspeicheldrüse zugänglich machen. Im Klinikum Bogenhausen freut man sich, die Patienten nun in einer nach modernsten Gesichtspunkten konzipierten und eingerichteten Abteilung betreuen zu können. In der tz erklären Prof. Wolfgang Schepp und Oberarzt Björn Lewerenz von der Klinik für Gastroenterologie alle ­Neu­erungen.

Die neue Endoskopie der Gastroenterologie im Klinikum Bogenhausen verfügt über insgesamt zehn Eingriffsräume. Einige sind mit Spezialgeräten ausgerüstet, um den Patienten z. B. während eines Eingriffs auch röntgen oder mit Ultraschall-Endoskopen untersuchen zu können. Alle Räume sind sehr großzügig dimensioniert, denn bei der Behandlung sind nicht nur Ärzte und Pflegekräfte der Endoskopie anwesend, sondern oft auch der Anästhesie, zusätzlich oft auch ein Chirurg, wenn abgeklärt werden muss, ob die Erkrankung (z. B. ein Tumor) endoskopisch therapiert werden kann oder ob doch ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist. Hier werden jedes Jahr rund 8 500 Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse ausgeführt!

Konzeption: Im Jahr 2008 begannen die Planungen für den jetzt eröffneten neuen Trakt. Etwa 15 Millionen Euro kostete der Neubau. Bei der Konzeption wurde nicht nur auf die modernste Technik bei der Behandlung und der Reinigung der Geräte und Räume Wert gelegt, sondern auch darauf, dass sich die Patienten wohlfühlen. Dazu gehört ein gut organisierter Arbeitsablauf. Die Schwestern am Empfang terminieren und koordinieren die Eingriffe, sie informieren den hauseigenen Fahrdienst, wann er Patienten von den Stationen in die Endoskopie bringen muss. So werden lange Wartezeiten vermieden. Niemand muss im Bett auf dem Gang warten.

Hygiene: Endoskopische Geräte müssen penibel gereinigt und desinfiziert werden – Aufbereitung heißt das im Krankenhausdeutsch. Die Endoskopie-Abteilung hat ihre eigene Waschstraße mit der allerneuesten Technik von Durchreiche-Waschmaschinen, sodass unsaubere und saubere Bereiche in zwei getrennten Räumen untergebracht sind. Die Waschmaschinen werden im unsauberen Raum von vorn beladen und nach Abschluss des Reinigungsprozesses durch ihre Rückseite im sauberen Raum entladen. Anschließend werden die aufbereiteten Endoskope in elektronisch überwachten Trocknungsschränken aufbewahrt. Zu den Behandlungsräumen sind es nur wenige Meter. Die kurzen Wege schonen die Geräte, von denen jedes mindestens 20 000 Euro kostet. Alle Vorgänge der Wiederaufbereitung werden für jedes individuelle Endoskop per Scanner dokumentiert. Wird ein Endoskop fünf Tage lang nicht verwendet, meldet es die Elektronik des Trocknungsschranks zur neuerlichen Reinigung an.

Wir erklären die technische Einrichtung (siehe Foto oben links)

  1. Der fahrbare Untersuchungstisch für die Patienten, die je nach Eingriff sediert oder in Vollnarkose untersucht werden.
  2. Professor Wolfgang Schepp.
  3. Schwester Sylvia, die für das Foto das Auftragen eines Gleitgels auf das Endoskop zeigt.
  4. In der Spitze des Endoskops leuchtet eine Xenon-Lampe.
  5. Der Bildschirm, auf dem die Schwester, die die Instrumente reicht, den Eingriff beobachten kann.
  6. Das Gerät, das den Anästhesisten über alle lebenswichtigen Funktionen des sedierten Patienten wie Herzschlag, Atmung und Sauerstoffsättigung des Blutes informiert. Diese Informationen sind zentral vernetzt, im Notfall z. B. bei Herzstillstand, werden die Anästhesisten im unmittelbar benachbarten Aufwachraum automatisch alarmiert.
  7. Der Videoprozessor, der das Bild aus dem Körperinneren auf den Bildschirm bringt.
  8. Das Ultraschallgerät, mit dem z. B. vom Magen aus die Bauchspeicheldrüse untersucht werden kann.
  9. Gerät, mit dem Kohlendioxid in Magen und Darm geblasen wird, um sie zu entfalten und dadurch ihre endoskopische Beurteilung erst zu ermöglichen. Früher wurde dafür Luft verwendet, die viel langsamer und beschwerlicher als Kohlendioxid wieder aus dem Darm entweicht und Komplikationen begünstigen kann. Kohlendioxid ist also für den Patienten viel komfortabler und sicherer.
  10. Monitore, die den Ärzten das endoskopische Bild aus dem Körperinneren zeigen.
  11. Deckenampel: Sämtliche Geräte sind beweglich an der Decke befestigt, sodass keine Kabel auf dem Fußboden liegen. Das ist wichtig für die Hygiene und vermeidet Stolperfallen.
  12. Das weiße Licht wird bei der Behandlung durch grünes LED-Licht ersetzt. Das ist für die Augen der Untersucher weniger ermüdend und sorgt außerdem für ein deutlich kontrastreicheres Sehen auf den Monitoren, so dass selbst minimale Veränderungen leichter erkannt werden können.

sus

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