Krankenhaus-Report - Abschluss-Bilanz

"Die Medizin ist wichtiger als der Komfort"

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Gerhard Potuschek, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK.

München - Der große Krankenhaus-Report von tz und Barmer GEK lief mehr als drei Wochen lang. Zum Abschluss zieht der Landesgeschäftsführer der Barmer GEK, Gerhard Potuschek, im Interview Bilanz.

Der große Krankenhaus-Report von tz und Barmer GEK ist jetzt sehr erfolgreich mehr als drei Wochen lang gelaufen, insgesamt sind 20 Folgen erschienen. Zum Abschluss zieht der Landesgeschäftsführer der Barmer GEK, Gerhard Potuschek, im tz-Interview Bilanz.

Welche Reaktionen haben Sie erhalten, und welches Fazit ziehen Sie?

Gerhard Potuschek: Unser Krankenhaus-Report hat enormes Interesse sowohl bei unseren Versicherten als auch bei den Kliniken gefunden. Das Feedback, das uns erreicht hat, war sehr positiv. Vielen Versicherten ist deutlich geworden, wie der Krankenhaus-Navigator sie bei der Wahl des für sie richtigen Krankenhauses auf fundierter Basis unterstützen kann. Viele haben sich die tägliche tz-Seite aufgehoben – für den Fall des Falles.

Gab es auch Reaktionen von den Krankenhäusern selbst?

Potuschek: Einige Kliniken haben die Darstellung ihres Hauses genau hinterfragt. Da die Datenbasis die von den Kliniken selbst erstellten Qualitätsberichte sind, wurde deutlich, wie wichtig es ist, diese so umfassend wie möglich zu gestalten. Diese Qualitätsberichte schaffen Transparenz über das Leistungsspektrum und den Service einer Klinik. Ich kann daher nur allen Verantwortlichen in den Krankenhäusern ans Herz legen, diese Möglichkeit zu nutzen.

Was ist den Patienten im Krankenhaus nach Ihrer Erfahrung besonders wichtig?

Potuschek: Die Auswertungen aus der Patientenbefragung zeigen eine klare Rangfolge: An erster Stelle steht die Medizin, dann kommt die Kommunikation und zuletzt der Komfort. Wenn wir künftig über die Qualität von Krankenhäusern sprechen, muss es daher vor allem um die medizinische Qualität, weniger um Zweibettzimmer-Standard oder das Drei-Gänge-Menü gehen.

Deutsche Kliniken genießen im internationalen Vergleich einen guten Ruf. Trotzdem läuft nicht immer alles glatt. Laut einer AOK-Studie erleiden jährlich 190 000 Patienten gesundheitliche Schäden durch Behandlungsfehler, 19 000 sterben sogar. Wie bewerten Sie diese Erkenntnisse?

Potuschek: Obwohl Jahr für Jahr immer mehr Geld für die Krankenhausversorgung aufgewendet wird, haben wir in bestimmten Bereichen nicht nur ein Mengen-, sondern auch ein Qualitätsproblem, das tausende von Patienten zu spüren bekommen.

Was muss geschehen, um die oft folgenschweren Behandlungsfehler zu reduzieren?

Potuschek: Der Schlüssel für eine bessere stationäre Versorgung liegt zum einen in der Konzentration von Operationen sowie anderen Eingriffen und der damit einhergehenden Spezialisierung von Kliniken. Zum anderen benötigen die Krankenkassen mehr Möglichkeiten, gezielt Direktverträge mit Krankenhäusern zu schließen, damit für planbare OPs Qualität, Menge und Preis vereinbart werden können. Die neue Bundesregierung ist gefordert, die Voraussetzungen für ein Mehr an Direktverträgen zwischen Krankenkassen und Kliniken zu schaffen.

Was kann der Patient neben dem Auswerten des Krankenhaus-Navi noch selbst tun, um die richtige Klinik für sich auszuwählen?

Potuschek: Das Portal soll das Gespräch mit dem einweisenden Arzt nicht ersetzen, es soll es unterstützen. Im Idealfall nutzen auch die einweisenden Ärzte das Angebot, um sich über die Qualität von Kliniken zu informieren.

Viele Patienten vertrauen ihrem niedergelassenen Arzt, wenn er sie in ein bestimmtes Krankenhaus schickt. Ist das sinnvoll?

Potuschek: Das Vertrauen in den eigenen Arzt ist wichtig. Sinnvoll ist aber auch, dass der Patient für seine spezielle Situation und individuellen Bedürfnisse das passende Krankenhaus findet. Die Erfahrungen der Patienten, die Qualitätsberichte der Krankenhäuser und die Erkenntnisse des behandelnden Arztes sind Bausteine, die dazu genutzt werden sollten.

Alle Teile des Krankenhaus-Reports

Top-Adressen für den Kampf gegen Lungenkrebs

Münchens Top-Adressen bei Problemen mit der Wirbelsäule

Münchens Top-Kliniken bei kranken Mandeln

Münchens Top-Kliniken für den Kampf gegen Darmkrebs

Münchens Top-Kliniken für OPs an den unteren Nasenmuscheln

Münchens Top-Kliniken für Prostatakrebs-Behandlung

Münchens Top-Kliniken für Bandscheiben-Operationen

Münchens Top-Kliniken für Geburten

Münchens Top-Kliniken für Fuß-Operationen

Münchens Top-Kliniken bei Krampfadern

Münchens Top-Kliniken bei Leistenbrüchen

Münchens Top-Kliniken für eine neue Hüfte

Münchens Top-Kliniken für Oberschenkelbrüche

Münchens Top-Kliniken für koronare Herzkrankheiten

Münchens Top-Kliniken für Schulter-OPs

Münchens Top-Kliniken für Gallensteinleiden

Münchens Top-Kliniken fürs neue Knie

Münchens Top-Kliniken bei Vorhofflimmern

Hier wird Ihnen erklärt, wie Sie die Tabellen richtig lesen.

Andreas Beez

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