Mythos oder Wahrheit

Machen Augentropfen süchtig?

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Wer zu wenig Tränenflüssigkeit produziert, kann mit Augentropfen nachhelfen.

Die Augen sind rot, oder jucken: Manchmal liegt es daran, dass der Körper zu wenig Tränenflüssigkeit produziert. Da helfen Augentropfen. Aber kann man davon abhängig werden?

Wer sich oft künstliche Tränen in die Augen träufelt, kommt nicht mehr davon los. Schließlich machen Augentropfen abhängig - heißt es zumindest oft. Aber stimmt das eigentlich?

"Das ist eine schwierige Frage", sagt Ira Seibel von der Klinik für Augenheilkunde am Campus Benjamin Franklin der Charité Universitätsmedizin - Berlin. Denn bislang sei dies in wissenschaftlichen Studien nicht untersucht worden. "Denkbar ist eine psychogene Abhängigkeit der Patienten."

Dass das Auge weniger Tränenflüssigkeit produziert, wenn Tränenersatzmittel angewendet werden, ist laut Seibel höchst unwahrscheinlich. "Denn durch Tränenersatzmittelgabe bleibt die jeweilige Grunderkrankung unbeeinflusst."

Deshalb empfehlen Ärzte Menschen, deren Augen zu wenig Tränenflüssigkeit produzieren oder bei denen zu viel davon verdunstet, Augentropfen. Idealerweise sollten sie fünf bis siebenmal täglich verwendet werden und keine Konservierungsstoffe enthalten. "Das ist wichtig, um das Auge nicht noch weiter zu reizen."

Trockenes Auge

Über eintrockenes Auge klagen in Deutschland mehr als 15 Millionen. Vor allem die Arbeit vor dem Bildschirm macht vielen zu schaffen. 

Diese Lebensmittel sind gut fürs Auge!

Möhren sind gut für die Augen. Doch andere Gemüsesorten sind nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch viel gesünder für die Augen.
Möhren sind gut für die Augen. Doch andere Gemüsesorten sind nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch viel gesünder für die Augen. © AFP
Grünkohl ist besonders gut fürs Auge: Er kann helfen, einer altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) vorzubeugen und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Denn im Grünkohl sind reichlich Lutein und Zeaxanthin enthalten. © dpa
Makula
Die Makula, auch gelber Fleck genannt, ist die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Sie ist nur 1,5 Millimeter groß und hat einen hohen Anteil an Makula-Pigment. Das Makula-Pigment besteht nämlich vor allem aus Lutein und Zeaxanthin. © dpa
Früher war man davon ausgegangen, dass der Makula aus mehr Betakartotin besteht. Hier sehen Sie eine Querschnittsdarstellung einer Netzhauterkrankung (Altersbedingte Makula-Degeneration) © obs/Woche des Sehens/Carl Zeiss
Brokkoli
Brokkoli enthält auch viel Lutein und Zeaxanthin. Lutein und Zeaxanthin sind Abkömmlinge von Beta-Carotin. Deshalb stimmt es durchaus, dass Möhren gut für die Augen sind © dpa
Spinat gehört zu den luteinreichsten Gemüsen: 100 bis 150 Gramm Grünkohl, Spinat oder Brokkoli enthalten 10 Milligramm Lutein. Für Patienten die perfekte Menge. Um das gleiche Ergebnis mit Möhren zu erzielen, müsste eine Person mehr als ein Kilogramm Karotten pro Tag essen.
Spinat gehört zu den luteinreichsten Gemüsen: 100 bis 150 Gramm Grünkohl, Spinat oder Brokkoli enthalten 10 Milligramm Lutein. Für Patienten die perfekte Menge. Um das gleiche Ergebnis mit Möhren zu erzielen, müsste eine Person mehr als ein Kilogramm Karotten pro Tag essen. © AFP
Orangen enthalten auch Lutein. Doch um den Wert zu erreichen, müsste man ungefähr 30 Orangen pro Tag zu sich nehmen.
Orangen enthalten auch Lutein. Doch um den Wert zu erreichen, müsste man ungefähr 30 Orangen pro Tag zu sich nehmen. © AFP
Rucola ist sehr luteinreich.
Rucola ist sehr luteinreich. © dpa
Das Essverhalten ist fürs Auge auch deshalb bedeutend, weil der Körper die Stoffe, die er benötigt, um die Makula immer wieder neu aufzubauen, nicht selbst bilden kann, sondern über die Nahrung zu sich nehmen muss - neben Lutein und Zeaxanthin auch Omega-3-Fettsäuren, welche die Netzhaut schützen.
Das Essverhalten ist fürs Auge auch deshalb bedeutend, weil der Körper die Stoffe, die er benötigt, um die Makula immer wieder neu aufzubauen, nicht selbst bilden kann, sondern über die Nahrung zu sich nehmen muss - neben Lutein und Zeaxanthin auch Omega-3-Fettsäuren, welche die Netzhaut schützen. © AFP
Schlecht für die Augen sind Rauchen und Übergewicht.
Allerdings darf der Einfluss der Ernährung auf die Augengesundheit auch nicht überschätzt werden. Schlecht für die Augen sind Rauchen und Übergewicht. © dpa
Bei intensiver Bildschirmarbeit sind Entspannungsübungen für das Auge sehr wichtig.
Bei intensiver Bildschirmarbeit sind Entspannungsübungen für das Auge sehr wichtig. © picture-alliance/ dpa

dpa/tmn

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