tz untersucht die Stadt

Wohlfühloase München: Darum geht's uns hier so gut!

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München erstrahlt nicht nur im Frühling.

München - Was macht München aus? Die tz untersucht Bayerns Hauptstadt und zeigt, warum die Stadt so lebenswert ist.

Wer in München wohnt, lebt länger. Die Stadt ist nicht nur wegen des Englischen Gartens und des guten bayerischen Essens beliebt, sondern auch aufgrund des dichten medizinischen Angebots. Sowohl bei der Grundlagenforschung als auch bei der medizinischen Versorgung punktet München. Bei der Ärztedichte und den Medizinstudenten schlagen wir sogar Berlin. Zählt man den Wohlfühlfaktor dazu, ist jedem klar: München ist die beste Medizin! Daten, Fakten, Zahlen - lesen Sie selbst!

1. Lebenserwartung

Münchner leben besonders lange. Laut dem Statistischen Amt München wird ein Kind, das 2014 geboren wurde, im Durchschnitt fast 83 Jahre alt. Das liegt deutlich über dem gesamtdeutschen Wert, der gerade mal bei 80 Jahren rangiert. In München leben vor allem Frauen lange: Münchnerinnen werden fast 85 Jahre alt.

2. Geburtenrate

In München werden auch besonders viele Babys geboren: Auf 1000 Einwohner kommen elf Geburten, in ganz Deutschland sind es lediglich 8,42. Dank Geburtenrekorden (und Zuzug) hat die Stadt mittlerweile mehr als 1,5 Millionen Einwohner.

3. Arbeitsplätze

Fast jeder 18. Münchner arbeitet in der Gesundheits- oder Sozialbranche. Sie bietet mehr Menschen Jobs als zum Beispiel die Finanz- und Versicherungsbranche. Insgesamt 80.639 Menschen arbeiteten 2015 in München im Sozial- und Gesundheitswesen, 33.173 davon waren in den 70 Unternehmen im Gesundheitsbereich tätig. In München gab es 2015 über 60 Alten- und Behindertenwohnheime sowie 143 Einrichtungen für Kinderbetreuung. "Kinder- und Familienstadt" ist das Motto der Familienpolitik.

4. Standortfaktoren

Laut Untersuchungen des Instituts für Gesundheitsökonomik ist die Gesundheitswirtschaft in München ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. 2014 waren mehr als 20.000 Menschen bei medizinischen Herstellern beschäftigt. Allein Roche Diagnostics hat in seiner Penzberger Niederlassung rund 5300 Mitarbeiter.

5. Ärztedichte

In München gibt es 19.109 Ärzte. 95 davon sind bei der Bundeswehr, circa 650 sind Allgemeinmediziner. Auf einen Arzt kommen knapp 78 Münchner. Zum Vergleich: Auf 117 Berliner kommt ein Arzt. Praxisärzte sind oft die ersten Ansprechpartner. Auch davon hat München viele zu bieten - mit 5671 Medizinern.

6. Psychotherapeuten

Schon seit Jahren steigen deutschlandweit die Krankschreibungen wegen psychischer Probleme. Dafür braucht man Spezialisten. In München kümmern sich 1481 Psychotherapeuten um die psychische Gesundheit der Einwohner. Allein 200 davon sorgen für das mentale Wohl der Münchner Jugend.

7. Krankenhäuser

Klinikum Schwabing.

Von deutschlandweit 1980 Krankenhäusern sind allein 364 in Bayern. Davon stehen 47 Krankenhäuser mit insgesamt 11.600 Betten auf Münchner Stadtgebiet. In Berlin kommen knapp 175 Patienten auf ein Bett, in München sind es 129.

8. Medizintourismus

Bayern ist unter den Medizintouristen sehr beliebt, gefolgt von Berlin/Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Fakt ist: Die bayerische Landeshauptstadt hat einen Anteil von knapp 30 Prozent an allen Übernachtungen von Gästen aus den arabischen Golfstaaten in Deutschland. Das ist laut der Studie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein Plus von 30 Prozent zum Vorjahr. Fakt ist auch: viele der arabischen Gäste kommen, um sich medizinisch behandeln zu lassen. Neben den arabischen Patienten kommen auch viele Russen der Medizin wegen nach München. Sie sind laut einer Studie der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sogar die größte Gruppe unter den Medizintouristen. Allerdings zeigt sich zuletzt ein Rückgang der Behandlungszahlen wegen des Rubel-Verfalls.

9. Forschung

München ist ein Zentrum für ­medizinische Forschung und Innovation. Von deutschlandweit 18 Max-Planck-Instituten im Medizinbereich ­befinden sich drei im Raum München: Das Institut für Psychiatrie ­sowie die Institute für Neurobiologie und Biochemie in Martinsried. Auch andere Münchner Einrichtungen spielen eine große Rolle - etwa das Helmholtz-Zentrum für Gesundheit und Umwelt, die Hochschule Weihenstephan für Biotechnologie, Bioinformatik und Lebensmitteltechnologie sowie die medizinischen Fakultäten der Elite-Unis TU und LMU. Die beiden Universitäten liegen bei vielen Rankings in der Spitzengruppe, beim CHE ­Forschungs-Ranking ganz ­besonders. Im Vergleich zu ­forschungsstarken Hochschulen in anderen deutschen Städten landete die Fakultät für Humanmedizin der LMU auf Platz eins.

10. Lehre

München ist der einzige ­Standort in ganz Deutschland mit zwei ­medizinischen Fakultäten. An der TU und der LMU sind insgesamt knapp 7500 Studierende für ­Humanmedizin eingeschrieben, das sind 8,6 Prozent aller ­Studierenden der beiden Universitäten. Ein doppelt so hoher Anteil an Medizinstudenten wie in Berlin. Dort sind vier Prozent aller ­Studierenden für Medizin ­eingeschrieben, das entspricht 7000 Menschen (alles Stand Ende 2014). Sowohl TU als auch LMU sind Teil der Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgesellschaft DFG.

11. Patente

Deutsches Patentamt.

Bei Patentanmeldungen in der Medizintechnik ist München wegen Unternehmen wie Siemens vorne dabei. 62 Patente wurden laut Europäischem Patentamt allein im Jahr 2015 gemeldet.

12. Biotechnologie

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Wissenschaft zählt den Medizinstandort Bayern – natürlich vor allem einschließlich München - zu den führenden in Deutschland und ganz Europa. Dabei geht es um Forschung, Wissenschaft und Innovation. "Besonders herausheben kann man die Biomedizin", sagt Pressesprecher Ludwig Unger. Das Stadtreferat für Arbeit und Wirtschaft spricht der Region München international eine hohe Anziehungskraft im Bereich Biotechnologie zu. So gehöre der Raum München zu den herausragenden Standorten der Biotech- und Pharmaindustrie in Deutschland. Laut Wirtschaftsreferat haben 15 Prozent der deutschen Biotechnologie-Unternehmen in München ihren Hauptsitz. Und: 30 Prozent der nationalen biotechnologischen Wirkstoffentwicklung finden hier statt.

13. Sonne

Sonnenschein wirkt sich ­positiv auf das Gemüt und somit auch auf die Gesundheit aus. Und davon gibt es in München reichlich. Eine Studie des Deutschen Wetterdienstes erklärte München zur sonnigsten Stadt Deutschlands mit rund 18.560 Sonnenstunden in den vergangenen zehn Jahren. Auf Platz zwei und drei folgen Stuttgart und Rostock. Im Jahr 2015 schien die Sonne 1984 ­Stunden lang auf Bayerns Hauptstadt.

14. Grünflächen

Natur ist gesund, Rausgehen macht glücklich. 4158 Hektar Grünflächen laden die Münchner und Münchnerinnen zum Flanieren und Verweilen ein. Das entspricht einer Fläche von rund 5823 Fußballfeldern. Der Englische Garten mit seinen 375 Hektar ist sogar größer als der Central Park in New York.

15. Lebensqualität

München zählt zu den lebenswertesten Städten Deutschlands - und der Welt. Das zeigen Städtevergleiche immer wieder, zuletzt die Mercer-Studie. München landete weltweit auf Platz vier, deutschlandweit auf Platz eins. Dazu gehört auch faire Entlohnung (jedenfalls im Durchschnitt), wie eine Studie von UBS zeigte. Für ein Kilo Brot muss ein durchschnittlicher Arbeitnehmer etwa sieben Minuten arbeiten, in Berlin sind es neun. Auch bei der Zukunftsfähigkeit liegt München laut einem Ranking des Hamburgischen WeltwirtschaftsInstitut HWWI und Berenberg in Deutschland ganz vorne. „München hat weite Teile des Strukturwandels hin zu wissensintensiven Dienstleistungsbranchen und forschungsintensiven Industrien bereits vollzogen und gehört zu den herausragenden Wissensmetropolen“, sagt HWWI-Direktor Prof. Dr. Henning Vöpel.

16. Und die Zukunft?

München bietet hohe Lebensqualität – dennoch gibt es einiges zu tun, vor allem bei der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. "Im Kino, in der Gastronomie, selbst im öffentlichen Nahverkehr ist Barrierefreiheit keine Selbstverständlichkeit", sagt etwa Oswald Utz, Grünen-Stadtrat und Behindertenbeauftragter. Am Isartor gibt es zum Beispiel keine Aufzüge, es fahren immer noch Trams, in die Rollstuhlfahrer nicht ohne Hilfe einsteigen können. Der Sozialverband VdK hat die Aktion „Weg mit den Barrieren“ gestartet. Auf einer interaktiven Landkarte können Bürgerinnen und Bürger Barrieren anzeigen. In München und Umgebung sind es derzeit 77.

Sechs Schülerinnen der DJS arbeiteten an diesem Zahlen- und Faktenstück.

Dieser Text ist im Rahmen eines gemeinsamen Projektes von tz und Deutscher Journalistenschule (DJS) entstanden. Informationen dazu finden Sie auch unter djs-medizin.de.

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