Akne, Hautkrebs etc.

Münchner Top-Ärzte erklären ihre besten Therapien: Die Haut

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Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan, ihre Gesamtfläche beträgt eineinhalb bis zwei Quadratmeter. Entsprechend viel Angriffsfläche bietet sie.

Millionen Menschen haben mit Hauterkrankungen zu kämpfen – und viele von ihnen leiden nicht nur körperlich darunter, sondern auch psychisch. Klar, denn oft handelt es sich um äußerlich auffällige Probleme: beispielsweise bei Schuppenflechte, bei einer Knollennase oder bei anderen entzündlichen Veränderungen. Wie sich diese und ähnliche Erkrankungen behandeln lassen, erklären Spezialisten aus München und der Region heute in unserer großen Medizinserie. Außerdem geht es in dieser Folge unter anderem um den hellen Hautkrebs, der immer mehr Menschen betrifft. Experten wie Prof. Wilhelm Stolz (siehe Beitrag unten rechts) berichten, dass inzwischen allein in Deutschland bis zu 170.000 Menschen neu daran erkranken. Weitaus weniger bedrohlich, aber für viele Menschen trotzdem belastend sind Probleme wie auffällige Lipome und Hautalterung. Hierbei können beispielsweise spezielle OP-Techniken bzw. kosmetische Methoden wie das koreanische Fadenlifting helfen.

Der Beipackzettel zu unserer Medizin-Serie

Wechselwirkungen: Die Ärzte, die in unserer Serie jeweils nur eine Therapie bzw. eine Erkrankung erklären, kennen sich oft auch bei anderen Behandlungsmöglichkeiten bzw. Krankheitsbildern gut aus. Umgekehrt gilt: Es gibt in der Regel auch viele andere Ärzte, die die hier vorgestellten Therapien gut beherrschen.

Fachbegriffe

  • Psoriasis: Schuppenflechte, eine chronische Entzündungserkrankung, die in der Regel schubweise verläuft. Deutschlandweit leiden etwa zwei Millionen Patienten daran. 
  • Plaque-Psoriasis: Häufigste Form der Schuppenflechte, 90 Prozent der Patienten sind davon betroffen. Typische Merkmale sind scharf begrenzte, gerötete Hautstellen, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Psoriasis kann überall am Körper auftreten, zeigt sich jedoch am häufigsten an der Kopfhaut, den Ellbogen, am unteren Rücken, um den Bauchnabel ­herum und an den Knien. Manchmal sind auch die Finger- und Fußnägel sowie der Genitalbereich besonders befallen.
  • Psoriasis-Arthritis: Schuppenflechte mit Gelenkentzündung. 30 Prozent der Patienten sind davon betroffen.
  • Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe.
  • Lipom: Gutartige Fettgeschwulst, am häufigsten sind sie im Bereich von Kopf und Hals zu finden (circa 15 bis 20 Prozent).

Schuppenflechte

Unser Experte

Prof. Johannes Ring, Haut- und Laserzentrum an der Oper, Perusastr. 5, 80333 München, Tel. 089/26022442, www.haut-und-laserzentrum.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Therapie der Psoriasis (siehe Fachbegriffe). Neue Behandlung mit zielgerichteten Substanzen (englische Bezeichnung: target-oriented). Sie hemmen bestimmte Stoffwechselreaktionen bei der Entstehung der Entzündungen.

Die typischen Beschwerden 

Rote, stark schuppende und rundliche Hautveränderungen am ganzen Körper, manchmal stark juckend. Häufig sind auch Hände und Füße betroffen, manchmal auch Finger- und Zehennägel sowie der Genitalbereich.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Allgemeine und hautärztliche Untersuchung, Labordiagnostik mit Untersuchung des Immunsystems, insbesondere im Hinblick auf Infektionserkrankungen, z. B. auf eine aktuelle oder frühere Tuberkulose.

Das Einsatzgebiet

Schuppenflechte, die auf die übliche äußerliche Behandlung mit Salben oder UV-Strahlung nicht anspricht.

So funktioniert’s 

Die sogenannten Biologika hemmen gezielt die Wirkung von Botenstoffen, die in der Haut die Entzündungen hervorrufen und diese befeuern bzw. aufrechterhalten.

Der Ablauf

Die Biologika sind Eiweißverbindungen, zum Beispiel Antikörper, die gespritzt werden – entweder in die Vene oder unter die Haut (subkutan). Manche dieser Mittel kann der Patient sich auch selbst in die Bauchhaut injizieren – und zwar mit Einmalspritzen. Bei einigen Medikamenten ist dies einmal pro Woche nötig, bei anderen nur einmal in drei Monaten.

Chancen und Risiken 

Viele wissenschaftliche Studien haben klar gezeigt, dass diese Stoffe sehr gut wirken. So verringerten sich bei zahlreichen Patienten innerhalb von Wochen bis Monaten die Hauterscheinungen um 75 bis 90 Prozent. Einige Substanzen lindern auch die Gelenkentzündung (siehe Fachbegriffe). Besonders wirksam sind die Mittel bei Nagelentzündungen durch Psoriasis, die sonst sehr schwer zu behandeln sind. Seltene Komplikationen sind allergische Reaktionen und eine Schwächung der Immunabwehr.

Kosten

Die meisten Krankenkassen übernehmen diese sehr teure Therapie (bis zu 30 000 Euro pro Jahr) auf Antrag. Der Patient muss aber nachweisen, dass die Standardtherapieverfahren bei ihm nicht angeschlagen haben.

Offene Beine

Unser Experte

Prof. Hans-Günther Machens, Klinikum rechts der Isar, ­Ismaninger Str. 22; 81675 M., Tel. 089-4140-2176, www.mri.tum.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Behandlung von offenen Beinen. Hier konkret: Regenerative Wundtherapien. Dabei werden Eiweiße und Zellen des Patienten zum Wiederaufbau körpereigenen Gewebes genutzt.

Die typischen Beschwerden 

Wunden sind häufig verbunden mit Schmerzen, oft freiliegende Sehnen oder Knochen.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Befragung, körperliche Untersuchung, mikrobiologischer Wundabstrich, Röntgen, Ultraschall der Blutgefäße.

Das Einsatzgebiet

Nicht heilende Wunden, vor allem im Unterschenkel- und Knöchelbereich, die mindestens seit 6 Wochen bestehen, oft aber schon über Monate oder Jahre vorhanden sind.

So funktioniert’s 

Nach der chirurgischen Säuberung der Wunde wird ein Wundverband mit patienteneigenen Zellen und Eiweißen angelegt, die während der Operation aus dem Blut entnommen und isoliert werden. Die darin enthaltenen Wirkstoffe verbessern die Heilkräfte des Körpers, sodass die Wunde in einigen Wochen zuheilen kann.

Der Ablauf

Jede Behandlung besteht aus 1 bis 2 stationären Aufenthalten mit einer Dauer von jeweils 5 Tagen. OPs in Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung. Die OPs finden im Abstand von circa vier bis sechs Wochen statt, dazwischen müssen sich die Patienten wöchentlich einmal ambulant vorstellen, um den Verband wechseln zu lassen. In der ersten OP wird die Wunde gereinigt und die Regenerative Therapie begonnen, sodass während der ambulanten Behandlung der Körper die Wundheilung fördern kann. Wenn nötig, wird in einer zweiten OP die Wunde verschlossen. Manchmal ist eine oberflächliche Hauttransplantation notwendig.

Chancen und Risiken 

Die Regenerativen Therapien haben die Chance auf eine komplette Wundheilung inzwischen auf 60 bis 100 % steigen lassen. Klassische OP-Risiken wie Infektionen und Thrombosen.

Kosten

Die allgemeinen Krankenhauskosten werden von allen Kassen getragen. Die Regenerativen Therapien müssen vom Krankenhaus übernommen werden.

Anmerkungen, Erläuterungen

Leider gibt es bisher nur wenige Zentren, die solche Regenerativen Therapien interdisziplinär anbieten können. Wichtig ist eine regelmäßige Nachsorge der abgeheilten Wunde, damit diese auch geschlossen bleibt.

Heller Hautkrebs

Unser Experte

Prof. Wilhelm Stolz, Städtische Hautklinik, Thalkirchner Straße 48, 80337 M., Tel. 089/5147-6880, www.klinikum-muenchen.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Behandlung des hellen (weißen) Hautkrebs.

Die typischen Beschwerden 

In Deutschland erkranken jedes Jahr bis zu 170 000 Menschen an hellem Hautkrebs. Die zwei wichtigsten Formen sind das Basalzellkarzinom (80 %) und das Plattenepithelkarzinom (20 %). Letzteres entwickelt sich häufig aus Vorläufern, die aktinische Keratosen genannt werden. Darunter versteht man gerötete Herde mit festen, 3 bis 7 mm großen Schuppen an Stirn, Nase, Wangen, Ohren und Handrücken. Das Basalzellkarzinom zeigt sich meist als hautfarbenes bis rötliches, glasiges, derbes Knötchen.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Hautuntersuchung mit Auflichtmikroskop, Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben.

So funktioniert’s 

Wichtig ist die Behandlung der aktinischen Keratosen. Zum einen gibt es mehrere Cremes, die diese Krebsvorläufer abheilen lassen. Zum anderen können diese auch mit Kälte, Laser oder chirurgisch entfernt werden. Ein weiteres Verfahren ist die photodynamische Therapie. Dabei kommt zunächst ein Medikament auf die Haut. Es macht die kranken Zellen vermehrt lichtempfindlich. Sie sterben dann durch Beleuchtung mit einem bestimmten Licht ab. Bei größeren Karzinomen ist eine OP nötig.

Der Ablauf

OP meist in lokaler Betäubung. Dabei werden spezielle Techniken eingesetzt, um sicherzustellen, dass so viel Gewebe wie nötig entfernt wird, gleichzeitig aber so wenig wie möglich.

Chancen und Risiken 

Bei mikroskopisch-kontrollierter OP hohe Sicherheit der vollständigen Tumorentfernung von über 95 Prozent. Risiken wie bei allen OPs: Narbenbildung, Wundheilungsstörungen, Infektionen. Bei zu später Entfernung können Basalzellkarzinome zu größeren Defekten im Bereich des Knorpels und der Muskulatur führen. Bei verspäteter Entfernung von Plattenepithelkarzinomen können Metastasen in den Lymphknoten und in der Lunge auftreten.

Kosten

Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen

UV-Strahlung ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs – besonders bei Menschen mit hellem Hauttyp. Wichtig ist eine gute Nachsorge. Wer einmal ein Basalzellkarzinom hatte, der hat ein 50-prozentiges Risiko, in den nächsten 5 Jahren ein weiteres zu bekommen. Auch bei aktinischen Keratosen und Plattenepithelkarzinomen entstehen häufig neue Herde. Bei mehr als 20 aktinischen Keratosen besteht ein Risiko von 20 Prozent für die Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms.

Knollennase

Unser Experte

PD Dr. Christian Kunte, Artemed Fachklinik München, Mozartstraße 14a-16, 80336 M., 089/ 514 09-170, www.artemed.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Behandlung der Knollennase. Konkret: Abtragung der Haut der Knollennase (englischer Fachbegriff: Rhino-Shaving).

Die typischen Beschwerden 

Vergrößerung der Nase, knollige/knotige Oberfläche, Rötungen, Pusteln, Austritt von Talg, unangenehmer Geruch. Das Rhinophym ist eine Sonderform der Rosacea (Kupferfinne).

Diese Untersuchungen sind nötig 

Befragung, händische Untersuchung, teilweise Biopsie (siehe Fachbegriffe).

Das Einsatzgebiet

Wenn das Erscheinungsbild stört und/oder es ständig zu Entzündungen kommt, kann die knotige Nasenoberfläche operativ abgetragen werden. In sehr frühen Phasen kann eine medikamentöse Therapie versucht werden.

So funktioniert’s 

Abtragung der betroffenen Talgdrüsen mit dem Skalpell, teils mit Laser oder Diamantfräse.

Der Ablauf

OP meist unter örtlicher Betäubung, zusätzlich kann aber eine Dämmerschlaf- oder Vollnarkose sinnvoll sein. Dauer: etwa 45 Minuten. Durch die Abtragung der Talgdrüsen kommt es zunächst zu großflächigen, nässenden und blutenden Wunden, die innerhalb weniger Tage zunächst mit blutigen Krusten abheilen. Die Krusten lösen sich langsam, darunter bildet sich innerhalb von ein bis drei Wochen eine neue Nasenhaut. Nach der OP ist eine Pflege der neuen Nasenhaut mit Cremes oder Salben erforderlich. Sonne meiden!

Chancen und Risiken 

Die Haut der Nase wird durch die OP wieder glatt, bei den meisten Patienten bilden sich keine neuen Pusteln. Bei seltenem Wiederauftreten (Rezidive) hilft eine frühzeitige medikamentöse Behandlung. Selten Narben möglich.

Kosten

Werden von allen Kassen übernommen.

Anmerkungen, Erläuterungen

Ähnliche Veränderungen kommen auch an anderen talgdrüsenreichen Stellen wie Stirn, Kinn, Wangen oder Ohren vor.

Akne

Unser Experte

Dr. Bernd Kessler, Leopoldstraße 18, 80802 München, Tel. 089/ 326570040, www.hautarzt-schwabing.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Moderne Akne-Therapie.

Die typischen Beschwerden 

Kleinste hautfarbene oder schwarze Köpfchen (Komedonen), entzündliche, oft schmerzhafte Knötchen und Eiterpusteln oder dicke Knoten, die später auch zu schlimmen Narben und Verfärbungen (Pigmentstörungen) führen können. Verschlechterung während der Regelblutung.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Es reicht eine genaue Untersuchung der Haut und die Befragung des Patienten: Gibt es eine familiäre Veranlagung? Gibt es vielleicht hormonelle Ursachen?

Das Einsatzgebiet

Man muss jede Akneform unterschiedlich therapieren. Meistens ist eine Therapie mit Cremes und gegebenenfalls zusätzlich mit reinigenden Maßnahmen ausreichend. Dazu ist der Weg zum Facharzt unumgänglich. Die Erkrankung Akne beschränkt sich leider nicht nur auf die Pubertät.

So funktioniert’s 

1. Lokaltherapie: antibiotische, desinfizierende oder schälende Cremes oder Lösungen.

2. Medizinische Aknekosmetik: manuelle Reinigung in Kombination unter anderem mit Peelings.

3. Bei schweren Verläufen Vitamin-A-Säure (sehr wirksam) oder Antibiotika.

4. Der Nutzen von Lichttherapien/Lasertherapien (Rot- und Blaulicht, Blitzlampe) konnte bisher nicht bewiesen werden, ist gegebenenfalls aber im Einzelfall sinnvoll.

Chancen und Risiken 

Bei der Behandlung mit Cremes und Salben kann es zu trockener, geröteter und schuppender Haut kommen. Während der Therapie mit Vitamin-A-Säure dürfen Patientinnen nicht schwanger werden, Kontroll-Blutuntersuchungen sind nötig. Die Haut am ganzen Körper, vor allem an den Lippen, wird sehr trocken.

Kosten

Die Kosten für die lokale und systemische Behandlung der Akne werden von allen Kassen übernommen. Medizinische Aknekosmetik wird in der Regel von gesetzlichen Kassen nicht bezahlt, von privaten meist schon.

Anmerkungen, Erläuterungen

Die besten Erfolge erzielt man durch die systemische Vitamin-A-Säure-Therapie. Diese ist auch bei leichteren Erkrankungsformen manchmal die einzig wirksame Therapie. Man sollte zu viel Milch und Süßigkeiten meiden.

Allergien

Unsere Expertin

Dr. Marcella Kollmann-Hemmerich, Bauseweinallee 2, 81247 München, Tel. 089-87589112, www.hautarzt-kollmann.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Hyposensibilisierung gegen Allergien.

Die typischen Beschwerden 

Tränen der Augen, Niesen, Asthma.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Allergietests (Prick-Test), Bluttests.

Das Einsatzgebiet

Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie, Tierhaarallergie.

So funktioniert’s 

Die zu behandelnden Allergene – das sind die Substanzen, die die Unverträglichkeiten auslösen – werden in kleinen Dosen dem Körper zugeführt, um das Immunsystem „umzuprogrammieren“. Dies geschieht mit Spritzen, Tabletten oder Tropfen.

Der Ablauf

Die Behandlung sollte über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren erfolgen – entweder vor der Allergiesaison oder auch ganzjährig. Die Spritzen mit den Allergenen werden circa alle vier Wochen in der Arztpraxis verabreicht, wo der Patient dann auch noch für kurze Zeit überwacht wird. Tabletten oder Tropfen können täglich zu Hause eingenommen werden.

Chancen und Risiken 

Bei den Spritzen kann es vereinzelt zu sehr schweren Nebenwirkungen kommen, beispielsweise zu einem allergischen Schock. Häufig treten Schwellungen an der Einstichstelle der Spritze auf. Wenn der Patient Tropfen oder Tabletten einnimmt, verspürt er anfänglich oft ein leichtes Brennen und Kribbeln im Mund. Dieses Kribbeln hält allerdings nur für wenige Minuten an.

Kosten

Werden von gesetzlichen und privaten Krankenkassen getragen.

Anmerkungen, Erläuterungen

Wissenschaftliche Studien haben den Nutzen der Hyposensibilisierung mit beiden Therapieverianten (Spritzen; Kurzbezeichnung SIT und Tabletten/Tropfen; SLIT) belegt. Beide Verfahren sind 2014 in die Leitlinien zur Behandlung von Allergien aufgenommen worden.

Lipom

Unser Experte

Dr. Claus Jung, Untere Bahnhofstr. 42, 82110 Germering, Telefon. 089/843077, www.hautarzt-jung.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Moderne OP-Verfahren bei einem Lipom (siehe Fachbegriffe). Fettabsaugung in Kombination mit minimal-invasiver Chirurgie.

Die typischen Beschwerden 

Kleinere Lipome bereiten in der Regel keine Beschwerden. Wenn Lipome wachsen oder auf Nerven drücken, können sie aber ein Spannungsgefühl und Druckschmerzen, in Extremfällen auch ein Taubheitsgefühl verursachen.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Befragung, händische Untersuchung, nur in Zweifelsfällen Ultraschall.

Das Einsatzgebiet

Da Lipome gutartig sind, sollten sie nur entfernt werden, wenn sie aufgrund ihrer ungünstigen Position optisch stören oder Beschwerden bereiten. Die Fettabsaugung eignet sich vor allem für größere, weiche Lipome.

So funktioniert’s 

Inhaltsstoffe der Betäubungsflüssigkeit verflüssigen das Fettgewebe. Anschließend lassen sich die Fettzellen leichter absaugen.

Der Ablauf

Ambulanter Eingriff unter örtlicher Betäubung. Dauer ca. 30 bis 60 Minuten. Über einen kleinen Hautschnitt werden zunächst die Fettzellen mit einer Kanüle abgesaugt und dann die restlichen Bindegewebsanteile minimal-invasiv entfernt. Bei großen Lipomen ist für einige Tage ein Druckverband erforderlich.

Chancen und Risiken 

Nebenwirkungen: jeweils vorübergehend schmerzhafte Rötung und Schwellung, Bluterguss, Taubheitsgefühl, Flüssigkeitsansammlung in der Wundhöhle. Vorteile: kaum sichtbare Narbe. Das Risiko, dass Fettzellen nach der Absaugung wieder nachwachsen, wird durch die Entfernung der Lipomreste über einen kleinen Hautschnitt minimiert. Nicht behandelt werden dürfen Patienten mit Allergie auf das Betäubungsmittel und Schwangere.

Kosten

Je nach Größe zwischen 500 und 1500 Euro.

Anmerkungen, Erläuterungen

Bei einzelnen, kleinen und derben Lipomen ist immer noch die Entfernung über einen kleinen Hautschnitt die Methode der Wahl.

Fadenlifting

Unser Experte

Dr. Stefan Duve, Haut- und ­Laserzentrum an der Oper, ­Perusastr. 5, 80333 München, Tel. 089.260 22 442, www.haut-und-laser-zentrum.de

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Fadenlifting (Koreanisches Fadenlifting).

Die typischen Beschwerden 

Erschlaffte Haut, Zeichen von Hautalterung.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Befragung, Untersuchung der zu behandelnden Körperregion.

Das Einsatzgebiet

Ein Fadenlifting ist immer dann eine Behandlungsmöglichkeit, wenn Haut erschlafft oder hängt – klassischerweise zum Beispiel an den Wangen, an den Oberarmen, an den Oberschenkeln oder am Gesäß.

So funktioniert’s 

Das zu behandelnde Gebiet wird mittels Spritzen (Lokalanästhesie) betäubt. Dann werden je nach Schwere der Hautalterung zwischen 50 und 150 Fäden mithilfe von Nadeln unter die Haut eingezogen. ­Anschließend wird die Haut desinfiziert.

Der Ablauf

Der Eingriff dauert ca. 30 Minuten. Nach 3 bis 5 Tagen Kontrolle und nach 4 Wochen weitere Nachkontrolle zum Endergebnis. Ersichtliches Ergebnis nach circa 1 Woche.

Chancen und Risiken 

Verbesserung der Hautstraffung um 40 bis 60 Prozent. Nebenwirkungen kommen in wenigen Fällen vor. Dazu gehören Blutergüsse, Schwellungen und leichte Schmerzen im behandelten Gebiet und übliche Infektionsgefahr wie bei allen operativen und minimalinvasiven Eingriffen.

Kosten

Zwischen 800 Euro (beispielsweise im Augenbereich) und 4000 Euro (etwa an Beinen, Armen und Gesäß).

Totes-Meer-Salz

Unser Experte

Dr. Christoph Liebich, Hackenstr. 2, 80331 München, Tel. 089/ 265863, www.hautarzt-muenchen.com

Art bzw. Bezeichnung der Therapie

Totes-Meer-Salz-Therapie (Tomesa). Der Fachbegriff lautet: synchrone Balneophototherapie.

Die typischen Beschwerden 

Schuppen, Hautentzündung, Rötung und Juckreiz.

Diese Untersuchungen sind nötig 

Bei Psoriasis: eventuell Gelenkbeteiligung abklären (siehe Fachbegriffe), internistische Untersuchung zum Ausschluss von Begleiterkrankungen wie beispielsweise Adipositas (sehr starkes Übergewicht). Bei Neurodermitis: Abklärung anderer Ursachen wie Pilze oder Allergie; bei Vitiligo (auch Weißfleckenkrankheit genannt): Abklärung allgemeiner Autoimmunerkrankungen. Grundsätzlich vorher Hautkrebsvorsorge.

Das Einsatzgebiet

Psoriasis, Neurodermitis, Vitiligo, Prurigo.

So funktioniert’s 

Kombinationstherapie aus Bad mit einem Anteil von 10 Prozent an Salz aus dem Toten Meer in Israel, gleichzeitig spezielle Bestrahlung mit UVB-Licht.

Der Ablauf

Der Patient liegt in einer Salzlösung und wird 3 bis 5 Mal pro Woche mit steigender UVB-Dosis bestrahlt, Strahlen kommen aus einem Lichthimmel über dem Patienten, er wendet sich nach Anleitung in der Wanne, um überall gleichzeitig bestrahlt zu werden.

Chancen und Risiken

Deutliche Verbesserung der Beschwerden bzw. des Zustands der Haut, sehr geringe Gefahr der Hautkrebsentwichlung.

Kosten

Werden von allen Krankenkassen übernommen, auch von den gesetzlichen.

Anmerkungen, Erläuterungen

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Tomesa-Therapie insbesondere bei Schuppenflechte sehr gut anschlägt. Die Wirksamkeit setzt nach dem zehnten Bad ein.

Lesen Sie außerdem in unserer Ärzte-Serie:

Das Herz

Narkose, Anästhesie, Schmerztherapie

Die Lunge

Hand & Arm

Knie

Gefäße

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