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Nahrungsergänzungsmittel gegen Erkältung: Was bringen Zink und Vitamin C wirklich?

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Von: Juliane Gutmann

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Viele schwören bei den ersten Symptomen einer Erkältung auf Brausetabletten mit Vitamin C oder Zink-Präparate. Experten geben eine ernüchternde Einschätzung ab.

Die einen schlafen so viel wie möglich, die anderen trinken Ingwersud, wieder andere greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln: Wohl jeder hat ein Geheimrezept gegen Erkältungen. Doch lässt sich Schnupfen, Husten und Abgeschlagenheit mit Nahrungsergänzung wie Zink und Vitamin C vorbeugen? Und kann die Einnahme die Krankheitsdauer wirklich verkürzen? Glaubt man der aggressiven Werbung in TV und Zeitschriften, kann so manches Mittelchen wahre Wunder wirken und die Erkältung effektiv bekämpfen. Doch ein gesunder Erwachsener nimmt bei ausgewogener Ernährung ausreichend wichtige Nährstoffe auf, die das Immunsystem intakt halten – so die Einschätzung der meisten Ernährungsmediziner. Nahrungsergänzungsmittel sind also in den meisten Fällen überflüssig?

Zu dieser Einschätzung kommt der Spiegel: Ein Test von drei Nahrungsergänzungsmitteln gegen Erkältung führte zu ernüchternden Ergebnissen. Orthomol Immun, Zinktabletten und Esberitox Compact waren Gegenstand der Analyse. Alle drei helfen dem Spiegel zufolge kaum, die Abwehrkräfte zu stärken. „Präparate zur Stärkung des Immunsystems helfen sofort - allerdings nur dem Hersteller und dem Apotheker“, zitiert der Spiegel Ferdinand Gerlach, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Degam) sowie Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Viele greifen vor allem in der Erkältungssaison zu Nahrungsergänzungsmitteln – Sie auch?
Viele greifen vor allem in der Erkältungssaison zu Nahrungsergänzungsmitteln – Sie auch? © Andreas Berheide/imago-images

Einnahme von Vitamin C-Nahrungsergänzung verkürzt Krankheitsdauer nicht

Auch Professor Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin der Universität Lübeck ging der Deutschen Apotheker Zeitung zufolge der Frage nach, wie sinnvoll Nahrungsergänzungsmittel gegen Erkältungen sind. Ihm zufolge verringere Vitamin C (enthält Ascorbinsäure) weder die Häufigkeit von Infekten noch die Infektdauer. Allerdings hätte eine Studie unter Soldaten ergeben, dass die Einnahme von Ascorbinsäure dann Infekten vorbeugen könne, wenn es vor körperlicher Anstrengung eingenommen wird, so Smollich. Die Einnahme von täglich 500 bis 1.000 mg kurz bevor die Soldaten sich körperlich verausgaben mussten, hätten bewirkt, dass diese seltener krank wurden.

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Zink kann bei Überdosierung zur Vergiftung führen

Im Fall von Zinkpräparaten heißt es vonseiten der Verbraucherzentrale, dass bislang keine gesicherten Belege vorliegen, dass sie Erkältungen vorbeugen können. Smollich ist da anderer Ansicht: Zink kann ihm zufolge tatsächlich die Infekthäufigkeit und -dauer reduzieren – allerdings dürfen Zinkpräparate keinesfalls über längeren Zeitraum hochdosiert eingenommen werden. Da sind sich Verbraucherzentrale und Smollich einig. Auch wenn der Körper Zink benötigt, ist und bleibt das Spurenelement ein Schwermetall, das bei Überdosierungen Vergiftungs­erscheinungen hervorrufen kann, informiert die Verbraucherzentrale. Für Kinder und Jugendliche sei Zink-Nahrungsergänzung nicht geeignet, heißt es weiter. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt die Höchstmenge von 6,5 mg Zink pro Tag. Dies könnten gesunde Menschen durch den Verzehr von zinkhaltigen Nahrungsmitteln wie Rind- und Schweinefleisch, Käse, Eiern und Fisch erreichen, so die Verbraucherzentrale.

Auch das Ärzteblatt rät zum vorsichtigen Umgang mit Zink-Nahrungsergänzung. So würden Studien zeigen, dass Zinkacetat als Nahrungsergänzungsmittel (6 × 13 mg/Tag) nicht die Dauer einer Erkältung verkürzt und im Vergleich zu Placebo mehr Nebenwirkungen entfaltet.

Abwehr stärken – mit diesen einfachen Maßnahmen

Gerlach zufolge soll es für die meisten Menschen völlig ausreichend, wissenschaftlich gut belegt und zudem kostengünstig sein, auf folgende Allgemeinmaßnahmen zu setzen, informiert der Spiegel:

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