Neuer Gesundheitsreport von DAK

Frauen sind anders krank als Männer

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Während Frauen öfter wegen psychischer Erkrankungen fehlen, fallen Männer häufiger wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus.

München - Männer sind anders krank als Frauen. Das ist das Ergebnis des neuen Gesundheitsreports der DAK. Außerdem gibt es bundesweit Unterschiede.

G’sund samma – jedenfalls im Vergleich zu den Preißn! Zwar ist der Krankenstand in Bayern 2015 auf einen neuen Höchstwert seit 16 Jahren geklettert, liegt aber mit 3,6 Prozent immer noch deutlich unter dem Bundesschnitt von 4,1 Prozent. Auffällig dabei: Frauen sind anders krank als Männer. Sie fehlen etwas häufiger in ihrem Job, allerdings auch kürzer als ihre männlichen Kollegen. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport hervor, den die Krankenkasse DAK gestern präsentierte. Die wichtigsten Unterschiede im tz-Überblick:

Der Krankenstand war bei den Frauen sechs Prozent höher als bei den Männern. Rein statistisch gesehen meldete sich jede Frau 1,2-mal krank und blieb an insgesamt 13,5 Kalendertagen daheim. Jeder Mann lieferte 1-mal einen gelben Zettel ab und fehlte 12,8 Kalendertage lang.

Männer gehen seltener zum Arzt

Frauen gehen im Schnitt sieben Mal pro Jahr zum Arzt, Männer nur vier Mal. „Selbst wenn man Vorsorgeuntersuchungen und schwangerschaftsbedingte Behandlungen herausrechnet, sind Männer weitaus seltener beim Arzt“, analysierte DAK-Bayernchef Gottfried Prehofer.

Andererseits schleppen sich Frauen häufiger als Männer krank zur Arbeit. 65 Prozent der Arbeitnehmerinnen haben dies 2015 mindestens einmal gemacht – bei den Männern waren es 60 Prozent. Als Grund gaben 85,9 Prozent der Frauen und 80,8 Prozent der Männer an, sie wollten ihre Kollegen nicht hängen lassen. Rund 66 Prozent bei beiden Geschlechtern erklärten, sie mussten ihre Arbeit fertigbekommen. Männer sind häufiger wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen arbeitsunfähig – diese Diagnose verursacht 72 Prozent mehr Fehltage als bei den Frauen. Ein Grund dafür: „Frauen haben in der Regel einen gesünderen Lebensstil, und Männer nehmen es mit den Risikofaktoren wie ungesunder Ernährung, Übergewicht, Rauchen und Stress oft nicht so genau“, erläuterte Prof. Dr. Anne Maria Möller-Leimkühler, leitende Sozialwissenschaftlerin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU. Sie betonte, dass auch Depressionen als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht unterschätzt werden dürften. „Der Volksmund sagt nicht umsonst: Herz und Seele gehören zusammen“, so die Expertin.

Frauen haben öfter Krebs - oft bereits in relativ jungen Jahren

Bei den Arbeitnehmerinnen waren 59 Prozent mehr Fehltage wegen Krebsleiden zu verzeichnen. Das liegt im Wesentlichen daran, dass Brustkrebs als häufigste Tumorerkrankung bei Frauen oft bereits in relativ jungen Jahren vorkommt. Dagegen trifft Prostatakrebs als weit verbreitetes Tumorleiden bei den Männern oft erst ältere Patienten, die zum Teil bereits das Rentenalter erreicht haben.

Erstaunlich ist der um 44 Prozent höhere Anteil von Hauterkrankungen bei den Männern. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln. Allerdings konnten die DAK-Experten eine Erklärung für den um 48 Prozent höheren Anteil an Fehltagen wegen Verletzungen liefern. So übten Männer häufiger körperlich belastende Tätigkeiten aus und legten im Freizeitsport eine höhere Risikobereitschaft an den Tag.

Frauen fallen viel häufiger als Männer wegen psychischer Erkrankungen aus – hier steht ein Mehr an Fehltagen von 39 Prozent in der Statistik. Dies bedeute aber nicht, dass Männer viel seltener als Frauen beispielsweise unter Depressionen leiden, betonte Prof. Möller-Leimkühler. „Die Krankheit wird bei Männern seltener diagnostiziert als bei Frauen. Auch deshalb, weil viele Männer die Symptome einer Depression ablehnen. Sie fürchten, als unmännlich zu gelten.“

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