Radikal

Nur noch geimpfte Kinder in den Kindergarten: Radikaler Vorstoß gerechtfertigt?

+
Kein Kindergarten ohne Impfung? In Essen ist das nun Realität.

Immer wieder schockieren Nachrichten von Kinderkrankheiten, die ganze Kindergärten lahmlegen - obwohl sie durch Impfungen verhindert werden könnten. Einrichtungen reagieren nun.

Kinder können gegen Masern, Windpocken und Co. geimpft werden und dennoch entscheiden sich immer wieder Eltern dagegen - mit weitereichenden Folgen. Immer wieder kommt es zu Ausbrüchen von teils gefährlichen Kinderkrankheiten, die die Einrichtungen regelrecht lahmlegen. Ein Umstand, den immer mehr Kindergärten nicht mehr hinnehmen wollen.

Kindergarten entschließt sich zu Impfpflicht

Wie "Express" berichtet, haben sich jetzt verschiedene private Einrichtungen in Essen dazu entschlossen, nur noch Kinder aufzunehmen, die gegen die gängigen Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln geimpft sind. "Unser Elternrat hält die Impfpflicht für notwendig und sinnvoll. Und viele Eltern schließen sich dem an, weil sie ihre Kinder schützen wollen", erklärt die Kita-Betreiberin Jutta Behrwind diesen Schritt. "So wie katholische Einrichtungen sich einen Taufschein vorlegen lassen, verlangen wir einen Impfnachweis von den Eltern", heißt es weiter. Bisher hatte man den Impfstatus mündlich abgefragt und auf Gespräche und Empfehlungen gesetzt. Nun also die Pflicht. "Wenn alle geimpft sind, sind auch alle geschützt. In unsere Kita kommen viele Geschwisterkinder mit und schwangere Mamas", verteidigt Behrwind die Entscheidung.

Lesen Sie auch: Ab wann ist die Grippeschutzimpfung 2019/2020 sinnvoll?

Nicht nur Impfgegner lehnen Impflicht ab

Impfgegner dürfte dieser Schritt auf die Barrikaden bringen. Sie zweifeln die Wirksamkeit von Impfungen an, befürchten Risiken wie Impfreaktionen oder gar -schäden und wollen stattdessen auf die natürlichen Abwehrstoffe des Körpers setzen. Vor dieser Sicht wird von Medizinern und anderen Fachleuten fast einstimmig gewarnt.

Eine flächendeckende staatliche Impfpflicht ist indes nicht in Sicht, stattdessen wird auf Freiwilligkeit gesetzt. Der Schritt des privaten Kindergartens und seiner angeschlossenen Einrichtungen bedarf dennoch keiner behördlichen Genehmigung. Die Verträge können individuell gestaltet werden.

Verraten Sie uns Ihre Meinung!

Lesen Sie auch: Junge Mutter wehrt sich vehement Kinder impfen zu lassen - Ärzte warnen vergeblich.

ante

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist. © 
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Mann isst Gecko nach einer Wette: Mutprobe nimmt unfassbar trauriges Ende
Mann isst Gecko nach einer Wette: Mutprobe nimmt unfassbar trauriges Ende
Verblüffend: Dieser Faktor beeinflusst wirklich, ob Sie im Alter gesund bleiben
Verblüffend: Dieser Faktor beeinflusst wirklich, ob Sie im Alter gesund bleiben
Warum Sie statt Wasser Milch trinken sollten - Forscher weisen verblüffende Wirkung nach
Warum Sie statt Wasser Milch trinken sollten - Forscher weisen verblüffende Wirkung nach
Mutter verliert Hälfte ihres Gewichts - mithilfe dieses einfachen Getränks
Mutter verliert Hälfte ihres Gewichts - mithilfe dieses einfachen Getränks

Kommentare