Patiententag am 20. März: Organe retten Leben

Marianne Koch: „Organspende sollte jeden angehen“

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Marianne Koch findet: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sei mit gutem Beispiel einer Lebendspende vorangegangen, als er seiner Ehefrau eine Niere spendete. 

Marianne Koch ist Ärztin – und kennt die Sorgen von Menschen zum Thema Organspende. Ihr großer Wunsch: Sie will dazu beitragen, „all die Unsicherheiten, die bei vielen vorhanden sind, aufzuklären“.

Haben Sie einen Organspendeausweis?

Ich habe seit vielen Jahren einen Organspendeausweis. Aus voller Überzeugung, weil ich denke, es ist gut, noch im Tod Menschen helfen zu können.

Sie moderieren unseren Patiententag am 20. März – was ist Ihr Ansporn?

Organspende ist ein wichtiges Thema, das jeden angehen sollte. Ich hoffe, dass der Patiententag dazu beitragen kann, all die Unsicherheiten, die bei vielen Leuten vorhanden sind, aufzuklären und ihre Ängste zu beseitigen.

Salopp gefragt: Was läuft in Deutschland „falsch“? Es herrscht „Organmangel“.

Zum einen sind viele Kliniken, in die potenzielle Spender eingeliefert werden, gar nicht in der Lage, die Betroffenen und ihre Angehörigen zu betreuen. Dadurch gehen viele Spenderorgane verloren. Immerhin sollen jetzt solche Krankenhäuser finanziell und personell deutlich bessergestellt werden. Zum anderen wissen die meisten Menschen in Deutschland viel zu wenig über ihren Körper und über medizinische Fakten. Das hat gerade wieder die repräsentative Umfrage einer medizinischen Zeitschrift bestätigt. Wenn man aber nicht genau weiß, was zum Beispiel „Hirntod“ oder „Herz-Lungen-Maschine“ bedeutet, dann überwiegen die Ängste – und man füllt den Organspendeausweis eben nicht aus.

Für was plädieren Sie? Für die Widerspruchslösung, bei der jeder automatisch Organspender ist im Fall seines Todes – es sei denn, er hat zu Lebzeiten dem klar widersprochen?

Ich weiß, dass die Widerspruchsregelung in manchen Ländern funktioniert. Ich habe aber ein ungutes Gefühl, wenn ein Mensch in seinem Sterben plötzlich der Allgemeinheit gehört und zum Organspender gemacht wird, nur weil er vergessen hat oder zu träge war, rechtzeitig Einspruch zu erheben. Organspender sollte man freiwillig sein – oder eben nicht.

Viele Menschen haben Bedenken, dass sie vorzeitig Organspender werden, sprich: dass sie noch nicht „richtig“ tot sind. Was sagen Sie darauf – als Ärztin?

Diese Bedenken auszuräumen wie auch die Bereitschaft, Spender zu sein, können nur durch geduldige – und groß angelegte – Informationskampagnen erreicht werden. Unser Transplantationsrecht ist hervorragend. Und ein Missbrauch gegenüber Sterbenden ist praktisch ausgeschlossen.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie mit dem Thema Organspende gemacht?

Wenn man erlebt, welch ungeheure Freude und Dankbarkeit bei den Empfängern eines Organs, zum Beispiel einer Niere, herrscht, wenn man weiß, wie viele Leben gerettet werden könnten, braucht man sich nicht zu fragen, ob man seine Organe spenden möchte. Unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist da mit gutem Beispiel einer Lebendspende vorangegangen: Er hat seiner Frau Elke Büdenbender eine Niere gespendet.

Das Interview führte: Barbara Nazarewska

Video: Nierenpatient wäscht sein Blut zu Hause mittels Dialyse

Patiententag: Organe retten Leben

Füllen Sie das Formular unten auf dieser Seite aus und melden Sie sich an für den Patiententag am 20. März, 17.30 Uhr, im Münchner Pressehaus. Die Teilnahme am Patiententag ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt.

Die Anmeldefrist ist leider abgelaufen.

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