"Der Beruf ist mein Lebenselixier"

Neururer: So änderte er nach dem Infarkt sein Leben

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Heute in München: Trainerlegende Peter Neururer.

München - Peter Neururer (61) hat in seinen 32 Jahren als Fußballtrainer 16 Klubs trainiert, immer unter Vollstrom – der Schlag aber traf ihn im Bunker eines Golfplatzes.

Im Juni 2012 klappte der damals vereinslose Trainer vor dem Abschlag zusammen. Der Arzt sagte: „Peter, das war ein Herzinfarkt.“ Nur zehn Monate später heuerte er beim Zweitligisten Bochum an. „Wenn ich im Job gewesen wäre, wär’ mir der Infarkt nicht passiert“, sagt Neururer, der heute Abend im Kulturhaus Neuperlach zum Thema Risikofaktor Stress spricht  – und erzählt, wie ihn ausgerechnet die Arbeitslosigkeit krank machte.

Wer Peter Neururer auf dem Handy anruft, hört erst einmal „Born to be wild“. Er sitzt im Auto. Wie war das damals auf dem Golfplatz? Zu viel Stress? „Nein, Stress habe ich als Trainer nie empfunden. Dieser Job ist ein Geschenk, ich genieße jede Minute“, sagt er. Neururer hat bei 619 Profi-Pflichtspielen auf der Bank gesessen, ist abgestiegen, aufgestiegen, wurde in den Himmel gelobt, fallengelassen und gefeuert. Er kommt, wenn es brennt. Im Fußball heißt das: Abstiegskampf. Neururer hat vor dem Infarkt täglich mehr als eine Schachtel Zigaretten geraucht. Zurzeit trainiert er keine Mannschaft, als Experte analysiert er Spiele im Fernsehen.

„Ich komme gerade vom Golfen auf Marbella, jetzt mache ich eine Tour mit meiner Harley.“ Für Neururer sei das der Traum eines jeden Menschen. „Aber: Zwei Wochen lang finde ich das grandios.“ Dann setze eine „Art von Stress“ ein. „Ein Tag mehr – und ich finde es fürchterlich! Mein Beruf ist mein Lebenselixier!“

Es folgt ein Neururer-Satz: „Ich brauch kein’ Urlaub. Ich brauch nur Arbeit.“ Ihm sei bewusst, dass so etwas für „normale Menschen mit normalem Job-Profil“ nicht zu verstehen sei – und wahrscheinlich auch nicht gelte. „Ja, ich habe vor meinem Infarkt ungesund gelebt“, räumt Neururer ein. „Was mir aber vor allen Dingen gefehlt hat, war der Antrieb. Das zusammen mit dem Nikotin – deswegen bin ich zusammengeklappt.“

Neururers Leben hat sich seit dem Infarkt verändert: Fitness-Training, keine Zigaretten, kein Schnaps. Im Dezember 2014 feuerte ihn der VfL Bochum. Jetzt sucht Peter Neururer wieder einen neuen Verein.

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