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Gut fürs Gehirn ist Minze: Die Pflanze fördert das Langzeitgedächtnis, wie Studie belegt

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Minze schmeckt gut, an warmen und kalten Tagen, als Sirup im Erfrischungsgetränk oder warmer Tee. Und Minze ist auch ein guter Wachmacher fürs Gehirn.

München – Sie zählt zu den beliebtesten Kräutern der Deutschen: die Minze. Ihr wohltuend frischer Duft und der leckere Geschmack sind unschlagbar und besonders die Pfefferminze, die mit Abstand bekannteste Minze-Gattung, trumpft mit ihrer gesundheitsfördernden Wirkung. Vor rund 300 Jahren wurde die Pflanze der Familie der Lippenblütengewächse erstmalig in England gezüchtet. Charakteristisch sind ihre dunkelgrünen, leicht haarigen Blätter an bläulichen Stängeln.

Die Pfefferminze zeichnet sich durch ihren sehr hohen Menthol-Gehalt aus, weshalb ihre ätherischen Öle zum Beispiel zur Behandlung von Kopf- und Nervenschmerzen sowie Magen-Darmbeschwerden in der Medizin erfolgreich zum Einsatz kommen.

Minze hilft nicht nur gegen Kopfschmerzen und Schnupfen

Frische Pfefferminze im Garten.
Minze hilft dank ihrer antiseptischen und schleimlösenden Eigenschaften nicht nur bei Schnupfen. Ihr enthaltenes Menthol wirkt auch gegen Kopfschmerzen und ist gut fürs Gehirn. (Symbolbild) © Pengejarsenja/Imago

Minze zählt zu den schnell wachsenden Pflanzen und kann mehrmals in einer Saison geerntet werden. Daher ziert sie auch häufig Balkone und Gärten der Deutschen, da sie gerne für Desserts und Drinks mit Minzesirup verwendet wird. Doch Vorsicht: Damit Sie länger etwas von Ihrer Minze haben, sollten Sie ganze Stängel mit einer scharfen, desinfizierten Schere abschneiden, statt die Blätter einfach abzurupfen.

Beim Beschneiden der Minze ist ihr enthaltenes Menthol sehr deutlich zu riechen. Dies ist es auch, das für die medizinische Wirkung der Minze verantwortlich ist. Menthol bewirkt tatsächlich eine Veränderung der Zellmembran, mit einer lokal anästhesierenden Wirkung. Pfefferminzöl kann zudem die Schmerz-Nerven-Botenstoffe Serotonin und Substanz-P hemmen, die beide eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Kopfschmerzen spielen. Geben Sie also häufig etwas Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen an die Schläfen und Sie werden die positive Wirkung deutlich spüren.

Neben den antiseptischen und schleimlösenden Eigenschaften des Minzöl zur Bekämpfung von Schnupfen ist die Heilpflanze auch gut für unser Gehirn, wie eine Studie aus Großbritannien zeigt.

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Minze ist gut fürs Gehirn – Studie belegt: Die Pflanze fördert das Langzeitgedächtnis

Dr. Mark Moss, Robert Jones und Lucy Moss von der Northumbria University in Großbritannien ließen im Rahmen ihrer Studie, die auf einer Konferenz der British Psychological Society in Nottingham vorgestellt wurde, 180 Studienteilnehmer entweder Pfefferminztee, Kamillentee oder heißes Wasser trinken. Nach einer Pause von 20 Minuten wurden kognitive Tests durchgeführt, mit denen sich die Gedächtnisleistung und eine Reihe anderer geistiger Funktionen prüfen ließ. Zu Beginn und zum Schluss der Testphase sollten die Studienteilnehmer Fragebögen hinsichtlich ihres Befindens ausfüllen.

Aus den Ergebnissen konnte folgendes abgeleitet werden: Der mentholhaltige Pfefferminztee wirkte sich positiv auf das Langzeitgedächtnis und das Arbeitsgedächtnis der Studienteilnehmer aus und machte sie aufmerksamer, im Gegensatz zum Kamillentee und dem heißen Wasser. Es zeigte sich, dass sich nach dem Genuss von Kamillentee sogar die Aufmerksamkeit und die Schnelligkeit des Gedächtnisses der jeweiligen Probanden verlangsamte.

„Es ist interessant, die gegensätzlichen Effekte dieser zwei Kräutertees zu sehen. Auf der einen Seite die steigernde und anregende Wirkung der Pfefferminze, auf der anderen die beruhigende, dämpfende Wirkung der Kamille“, meint Dr. Moss im Rahmen der Konferenz abschließend.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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