Nächste Stufe tritt in Kraft

Pflegereform: Das ändert sich 2016

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Rund 2,7 Millionen Deutsche sind pflegebedürftig

München - Zum 1. Januar startet der zweite Teil der Pflegereform, die Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, in den letzten zwei Jahren auf den Weg gebracht hat.

Einige wichtige Bereiche – wie die Umwandlung von bisher drei Pflegestufen in fünf Pflegegrade – werden zwar erst 2017 umgesetzt, doch schon jetzt gibt es einige Veränderungen, die für viele der rund 2,7 Millionen Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen wichtig sind. Die tz erklärt die wichtigsten Punkte:

Beratung: Pflegende Angehörige haben ab 1. Januar einen eigenen Anspruch auf Pflegeberatung. Bisher galt das streng genommen nur für die Pflegebedürftigen selbst. Die Kassen müssen Angehörigen künftig konkrete Ansprechpartner nennen.

Übergangspflege: Patienten, die nicht dauerhaft pflegebedürftig sind, erhalten nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten Behandlung Anspruch auf Übergangspflege als neue Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Das kann eine häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe sowie Kurzzeitpflege sein.

Ausweitung der Kurzzeitpflege: Von Kurzzeitpflege wird gesprochen, wenn ein Pflegebedürftiger für einen begrenzten Zeitraum statt zu Hause in einem Pflegeheim versorgt wird. Bislang war die Kurzzeitpflege grundsätzlich auf maximal vier Wochen im Jahr begrenzt. Dieser Anspruch wird ab 1. Januar auf maximal acht Wochen ausgeweitet. Das Pflegegeld wird in dieser Zeit zur Hälfte weitergezahlt.

Pflege-Begutachtung: Zum 1. Januar tritt das zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft. Künftig sollen alle Pflegebedürftigen gleichen Zugang zu Leistungen haben, unabhängig von körperlichen oder psychischen Einschränkungen. Dazu wird ein neues Begutachtungsverfahren vorbereitet, das allerdings erst 2017 angewandt werden soll. Erst dann werden z. B. Demenzkranke davon profitieren.

Palliativversorgung: Die Hospiz- und Palliativversorgung wird gestärkt, vor allem im ambulanten Bereich. Versicherte haben ab Jahresbeginn einen Anspruch auf Beratung und Hilfe durch ihre Krankenkassen über Leistungen der Hospiz- und Palliativversorgung.

Ungenutzt: Einerseits beklagen viele Angehörige, dass es zu wenig Unterstützung gebe, anderseits werden viele Möglichkeiten nur wenig genutzt. Die 2015 eingeführte Familienpflegezeit (zehn Tage bezahlte Auszeit vom Job, um die Pflege für Angehörige zu organisieren) nahmen nur rund 6000 Personen in Anspruch.

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