Prostatakrebs: Der Prostate Cancer Awareness Day naht

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Im Jahr 2019 findet am 22. Januar wieder der Prostate Cancer Awareness Day (EPAD) statt. Auf der ganzen Welt wird zu diesem Datum versucht, verstärkt auf die Gefahr des Prostatakrebs aufmerksam zu machen.

Obwohl es sich um die unter Männern am weitesten verbreitete Krebsart handelt, kann sogleich von einem Thema gesprochen werden, welches nicht die öffentliche Aufmerksamkeit erhält, die ihm eigentlich gebührt.

Oft verschwiegen und ignoriert

Das Prostatakarzinom ist der bei Männern am häufigsten festgestellte bösartige Tumor. Bereits seit dem Jahr 1998 erkranken nach den offiziellen Zahlen mehr Männer an Prostata- als an Lungenkrebs. In rund 23 Prozent der Fälle kann dort inzwischen die Wurzel der Krankheit ausgemacht werden. Nicht zuletzt aufgrund der rektalen Untersuchung, die von vielen Männern befürchtet wird, bleibt die Erkrankung in vielen Fällen unerkannt.

Eine solche Verschwiegenheit kann nicht nur auf persönlicher Ebene ausgemacht werden. Auch medial handelt es sich um ein Thema, welches selten am Rande Erwähnung findet. Der weltweite Prostate Cancer Awareness Day hat aus diesem Grund das Ziel, zumindest im zweijährigen Turnus auf die lauernde Gefahr aufmerksam zu machen und Männer auf der ganzen Welt über das Thema zu informieren.

Frühe Erkennung für bessere Behandlungschancen

Generell handelt es sich bei Prostatakrebs um eine Erkrankung, die in den späteren Lebensjahren deutlich häufiger festgestellt werden kann. Bereits ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko einer Erkrankung deutlich. Dank einfacher Tests ist es heute auch ohne eine rektale Untersuchung möglich, den Zustand der Prostata zu überprüfen. Bei einem gesunden Mann produziert die Prostata ein prostataspezifische Antigen (PSA), welches im Sperma nachgewiesen werden kann. Selbst in der Blutbahn ist das Sekret bei gesunden Männern, wenn auch in deutlich geringerer Konzentration, nachweisbar.

Mit dem sogenannten PSA-Test bietet sich heute die Möglichkeit, die Funktionstüchtigkeit der Prostata im Labor zu überprüfen und sie auf verschiedene Erkrankungen zu testen. Neben der bösartigen Vergrößerung (Prostatakrebs) zählt dazu auch die gutartige Vergrößerung. Weit verbreitet ist zudem eine Entzündung der Prostata (Prostatitis), die ebenfalls diagnostiziert werden kann. Gibt der PSA Test den ersten Hinweis, so können weitere Untersuchungen beim Urologen folgen, die keineswegs aufgeschoben werden sollten.

Besonders bei einer bösartigen Tumorerkrankung ist es von größter Bedeutung, für eine frühzeitige Diagnose zu sorgen. Krankenkassen und öffentliche Stellen weisen deshalb Männer ab 50 regelmäßig auf die Chance hin, den jährlichen Check-Up wahrzunehmen. Sofern es möglich ist, eine Tumorerkrankung bereits im frühen Stadium zu erkennen, steigen die Heilungschancen erheblich.

Die Sterblichkeitsrate

Unter den zum Tode führenden Krebserkrankungen liegt das Prostatakarzinom mit etwa 11 Prozent noch immer deutlich hinter dem Lungenkrebs (24 Prozent). Zurückzuführen ist dies auch auf die verbesserten Diagnosemöglichkeiten der vergangenen Jahre. Drei von vier Karzinomen werden heute in den Anfangsstadien T1 und T2 diagnostiziert. Darüber hinaus bietet sich heute die Möglichkeit, verschiedene Therapien zum Einsatz zu bringen, um eine Heilung zu erreichen.

Besonders bei den unter 50-jährigen Männern ist das Risiko allgemein gering, an einem Prostatakarzinom zu erkranken. Das Risiko eines 35 Jahre alter Mannes, innerhalb der nächsten zehn Jahre an Prostatakrebs zu erkranken, liegt etwa bei 0,1 Prozent. Im Alter von 75 Jahren ist dieser Wert bereits auf fünf Prozent gestiegen.

Eine besondere Aufmerksamkeit sollte dem Thema in Familien gewidmet werden, in denen Verwandte bereits eine solche Erkrankung diagnostiziert bekamen. In diesem Fall ist es hilfreich, diese Veranlagung nicht zu verdrängen, sondern die frühzeitige Diagnose als Chance zu sehen, um einen bösartigen Verlauf der Krankheit zu verhindern. Experten raten im Falle einer ungünstigen genetischen Disposition bereits ab dem Alter von 40 Jahren zu regelmäßigen Kontrollen.

Neben diesem Potenzial auf dem Gebiet der Popularität könnte es in den nächsten Jahren auch durch neue Behandlungsmöglichkeiten denkbar sein, die Heilungschancen bei der Diagnose Prostatakrebs zu verbessern. Häufig gehen diese medizinischen Ansätze jedoch Hand in Hand mit einer Erkennung in den frühen Stadien. Kommt es zuvor sogar zur Streuung im Körper, so sinken die Überlebenschancen innerhalb von nur wenigen Wochen rapide. Auch an diesen Punkten zeigt sich, wie bedeutend die Arbeit in der Aufklärung ist.

Ein weltweites Problem

Die Tatsache, dass sich der zweijährige Prostate Cancer Awareness Day an die gesamte männliche Weltbevölkerung richtet, hat einen bedeutenden Grund. In den klassischen westlichen Gesellschaften Nordamerikas und Europas zählt der Prostatakrebs bereits seit Jahren zu den häufigsten Tumor-Neuerkrankungen. Noch stärker sind die Männer Afrikas betroffen. Dort liegt nicht nur die Zahl der Diagnosen auf einem weit höheren Niveau. Auch aufgrund der fehlenden Aufmerksamkeit, der medizinischen Infrastruktur und der damit verbundenen Behandlungschancen liegt die Sterblichkeit auf einem weit höheren Niveau. In Asien ist das Risiko für Männer derweil geringer, an Prostatakrebs zu erkranken.

Trotz der Erfolge, die in den vergangenen Jahren schon im Umgang mit der Erkrankung geleistet werden konnten, bleibt der Prostatakrebs eine große medizinische Aufgabe. Solange es noch Männer gibt, die aus Schamgefühl auf die womöglich lebensrettende Untersuchung zur Entdeckung in einem frühen Stadium verzichten, ist noch weiteres medizinisches Potenzial vorhanden. Bei verschiedenen Events und Kampagnen erhoffen sich die Veranstalter deshalb auch am 22. Januar 2019 die Möglichkeit, viele Männer auf der ganzen Welt für das Thema zu sensibilisieren. Auf diese Weise könnte es möglich sein, in den nächsten Jahren weitere Erfolge bei Diagnose und Behandlung zu erzielen.

Angesichts der zahlreichen Einflussfaktoren, die durch das geschaffene Bewusstsein zu einem glimpflichen Verlauf der Erkrankung führen können, erfüllt der Prostate Cancer Awareness Day weltweit eine wichtige Aufgabe. Es bleibt zu hoffen, dass das mediale Echo auch 2019 deutlich wahrzunehmen ist.

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