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Rente ab 65: Sterblichkeit bei Besserverdienenden am höchsten

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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In Rente zu gehen bedeutet für die einen weniger Stress, für die anderen Verlust der Lebensaufgabe – und für manche eine verkürzte Lebensdauer.

Das Ende der Berufstätigkeit und der Renteneintritt betrifft früher oder später jeden von uns. Je nach Berufsgruppe hat der Eintritt in das Rentenalter Auswirkungen auf die Gesundheit, das heißt der Ruhestand kann die Sterblichkeit positiv oder negativ beeinflussen.

Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) hat sowohl der Zeitpunkt der Verrentung als auch der Umfang an Arbeit – Vollzeit oder Teilzeit – Auswirkungen auf die individuelle Sterblichkeit.

Rente in Deutschland: Wie Alter, Erkrankungen und Behinderung den Ruhestand beeinflussen

Älterer Mann, der im Freien Kaffee trinkt und
Während der Ruhestand für die einen Berufstätigen Erleichterung bedeutet, ist es für andere mit sozialer Isolation verbunden. (Symbolbild) © Robijn Page/Imago

Rente und Rentenalter sind seit jeher ein großes Thema in Deutschland. Zuletzt gab es öffentlich hitzige Debatten unter Wirtschaftsökonomen und Politikern, ob das Rentenalter nicht auf 70 Jahre angehoben werden solle. In der Bevölkerung ruft dieser Vorschlag auch Empörung hervor, ist es doch jeder dritte Berufstätige, der eher für einen frühzeitigen Ruhestand plädiert. Es gibt verschiedene Gründe, die für den Wunsch nach früher Rente sprechen können: persönliche Umstände, Erwerbsminderungsrente aufgrund von Erkrankungen oder auch eine Behinderung. Auch die Art der Arbeit, ob soziale Berufe oder schwere körperliche Tätigkeiten, sowie die Menge an Arbeitsstunden, haben Einfluss auf die Rente und letztlich auch die Gesundheit.

Rente ab 65: Sterblichkeit bei Besserverdienenden am höchsten

Im Rahmen der Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) betrachteten die Wissenschaftler verschiedene Berufsgruppen – Akademiker, Geringverdiener, Arbeitslose – und konnten aufzeigen, dass sowohl der Zeitpunkt der Verrentung als auch der Umfang an Arbeit – Vollzeit oder Teilzeit – Auswirkungen auf die individuelle Sterblichkeit hat.

Grundlage der Studie waren Daten der Deutschen Rentenversicherung zu rund 280.000 Rentnerinnen und gut 500.000 Rentnern der Geburtsjahrgänge 1934 bis 1936. „Die Studie zeigt erstmals, welch großen Einfluss die Erwerbsbiografie auf die Gesundheit im Rentenalter hat“, so Dr. Matthias Giesecke, Studienautor und RWI-Wissenschaftler.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten Folgendes:

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Dr. Matthias Giesecke bekräftigt die Ergebnisse mit der Aussage: „Die Erwerbsbiografie ist entscheidend für die Art der Aktivitätsveränderung um den Renteneintritt. Gerade frühere Gutverdiener sind durch den Renteneintritt offenbar größeren Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Bei Ihnen steht wahrscheinlich die soziale Isolation im Rentenalter im Vordergrund, weil sie mit der Berufstätigkeit auch Berufsprestige und soziale Netzwerke verlieren.“

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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