Erste Schritte zurück ins Leben

Ein Roboter für gelähmte Schlaganfall-Patienten

Hightech-Hilfe nach dem Schlaganfall: Der Gang-Roboter mit Rucksack-Computer lässt Gelähmte gehen.

München - Nach einem schweren Schlaganfall leiden viele Patienten an einer Hemiparese – so beschreiben Mediziner halbseitige Lähmungserscheinungen. Ein Roboter kann Menschen wieder auf die Beine helfen.

Der Gau im Gehirn kann dramatische Folgen haben: Nach einem schweren Schlaganfall leiden viele Patienten an einer Hemiparese – so beschreiben Mediziner halbseitige Lähmungserscheinungen. Um wieder auf die Beine zu kommen, müssen die Betroffenen das Laufen praktisch neu erlernen. Dazu setzt die Schön-Klinik in Bad Aib­ling als erstes Krankenhaus in Südbayern einen 100 000 Euro teuren Gang-Roboter ein. „Er steht auch gesetzlich versicherten Patienten zur Verfügung“, berichtet Dr. Friedemann Müller. Am Dienstag präsentierte der Chefarzt erste Behandlungsergebnisse.

Chefarzt Dr. Friedermann Müller (l.) und Physiotherapeut Peter Schuurmans.

Das Wunderwerk der Technik stammt aus einer kalifornischen Innovationsschmiede namens Ekso Bionics, die vor neun Jahren gegründet worden ist. Ihr Roboter-Modell Ekso GT kann man sich vorstellen wie einen Hightech-Anzug, der über der Kleidung getragen wird. Er unterstützt den natürlichen Bewegungsablauf beim Gehen – und das funktioniert so: An Dutzenden Stellen des Anzugs sind Sensoren angebracht. Sie messen circa 500-mal pro Sekunde, wieviel Kraft der Patient an der jeweiligen Körperstelle aufbringt. Ist dort zu wenig oder gar keine Kraft vorhanden, hilft der Roboter mit Motoren nach. Herzstück des Anzugs ist ein Computersystem, das wie ein Rucksack auf den Rücken geschnallt wird. Der Anzug wiegt zwar 23 Kilo. Aber der Patient spürt kein Gramm Zusatzbelastung, er wird komplett vom Ekso GT gehalten.

„Das Training mit dem Gang-Roboter ist extrem effektiv und zudem sicher. Wir hatten bislang keinen einzigen Sturz“, berichtet Physiotherapeut Peter Schuurmans. Er ist der Ekso-Spezialist in einem 50-köpfigen Physioteam der Schön-Klinik Bad Aibling, die zu den größten neurologischen Reha-Zentren Europas zählt. Nach Einschätzung von Chefarzt Dr. Müller gehört dem Roboter die Zukunft: „Er kann zwar den Rollstuhl nicht ersetzen, aber dabei helfen, die Lebensqualität der Patienten stark zu erhöhen. Durch das Training mit dem Roboter verbessern sich unter anderem die Gelenkbeweglichkeit, Ausdauer und Kraft sowie die Blasen-Darm-Funktion, die vielen Probleme macht.“

Andreas Beez

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