Mundhygiene

Schlanker durch Ölziehen? Das steckt hinter der ungewöhnlichen Prozedur

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Pflanzenöl zur Mundpflege - was bringt Ölziehen?

Es soll die Zähne weißer machen und uns entgiften: Ölziehen. Dabei wird Pflanzenöl im Mund hin- und hergezogen - für zehn Minuten. Hat das einen Effekt?

Sie ist ein wichtiger Bestandteil der alten indischen Heilkunst des Ayurveda: Behandlungen mit Öl. Spezielle Öle sollen - innerlich und äußerlich angewendet - den Körper von Schadstoffen befreien und so vor allem bei chronischen Erkrankungen Erfolge erzielen, die die Schulmedizin nicht erreichen kann. Auch Ölziehen gehört ins ayurvedische Repertoire: Dabei wird Pflanzenöl für mindestens zehn Minuten im Mund hin und her gesaugt. 

Hilft Ölziehen wirklich bei Mundgeruch und Zahnverfärbungen?

Das soll einerseits Schadstoffe aus dem Körper ziehen, indem es die Speicheldrüsen anregt. Auch die Zähne sollen durch Ölziehen weißer werden, indem es Zahnverfärbungen und Zahnbelag beseitigt. Auch bei Zahnfleischbluten, Karies, Mundtrockenheit und Mundgeruch soll es helfen, weil das Öl Nahrungsreste, Abfallstoffe und Bakterien aufnimmt, die oft Grund für Mundgeruch sind.

Verfechter der Ölzieh-Methode sprechen sogar davon, dass sie diversen Leiden vorbeugen und heilende Wirkung bei Erkrankungen der Niere, der Leber, Regelschmerzen, Kopfschmerzen oder Bronchitis haben soll, berichtete das Gesundheitsportal Heilpraxisnet. Jedoch ist keine der genannten Effekte wissenschaftlich belegt.

Auch zu einer etwaigen entschlackende Wirkung von Ölziehen ist nichts bekannt. Unser Körper entgiftet sich selbst, indem Leber und Milz Giftstoffe wie Alkohol oder alte Zellen aus dem Körper befördern. Eine Entgiftung wie sie in vielen Detox-Kuren angepriesen wird, ist damit dem aktuellen Kenntnisstand nach überflüssig.

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Wie geht Ölziehen?

Wer es dennoch ausprobieren möchte, sollte am besten morgens vor dem Zähneputzen Ölziehen: Dazu zwei Esslöffel Speiseöl wie etwa Sonnenblumen- oder Rapsöl in den Mund nehmen und für etwa zehn Minuten im Mund durch die Zähne ziehen. Vergessen Sie dabei die Backenzähne nicht.

Wichtig: Schlucken Sie das Öl nicht herunter, sondern spucken Sie es ins Waschbecken und spülen Sie Ihren Mund danach mit klarem Wasser aus.

Sie leiden an Mundgeruch? Dann sollten Sie diese Angewohnheiten ablegen.

Weiterlesen: Diesen Fehler machen Sie beim Zähneputzen garantiert auch.

jg

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.
Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. © Pixabay
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden.
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden. © Pixabay
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ...
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ... © Pixabay
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen.
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen. © Pixabay
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen.
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen. © Pixabay
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz.
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz. © Pixabay
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden.
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden. © picture alliance / dpa
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.  
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.    © picture alliance / dpa
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen.
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen. © Pixabay

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