1. tz
  2. Leben
  3. Gesundheit

Schock-Studie! Jedes 4. Kind ist psychisch krank

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
VERGRÖSSERN

München - Diese Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK) schockieren: Jedes vierte Kind in Bayern ist psychisch krank! Und die Zahlen steigen.

Immer mehr Eltern und ihr Nachwuchs werden mit den Diagnosen Entwicklungsstörung, Depression, Angst oder ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) konfrontiert. Jetzt will die TK mit einem neuen Leitfaden für Kinderärzte und Eltern gegensteuern.

„Das Wichtigste ist, dass die Ärzte den Kindern zuhören“, so Entwicklungsmediziner Hubertus Voß. Den Professor aus Martinsried wundert es nicht, dass Kinder und Jugendliche es immer schwerer damit haben, gesund aufzuwachsen: „Der Druck in unserer Gesellschaft steigt ständig, und manche halten das nicht aus“, sagt Voss.

Eine falsche Bildungspolitik trage einen Großteil der Schuld an der Zunahme der Krankheiten der Seele. „Dass es in der Schule immer hektischer zugeht, damit kommen auch normal intelligente Kinder nicht zurecht.“ Verschreibt der Arzt dann gleich Medikamente, mache das alles nur schlimmer. Voss: „Wenn man ihnen stattdessen zuhört, sagen viele, dass sie traurig sind und große Angst haben.“ Diese Angst macht die Kinder krank.

null
VERGRÖSSERN

„Die Zahlen an sich, aber auch die enorme Steigerung haben uns schockiert“, sagt Christian Bredl, Leiter der TK-Bayern. 30 000 bei der TK versicherte Kinder und 14 000 Jugendliche leiden an seelischen Erkrankungen. Gegenüber dem Jahr 2007 ist bei den Kindern eine Steigerung von zwölf Prozent zu beobachten, bei den Jugendlichen sogar um 23 Prozent. „Wir müssen gegensteuern“, fordert Professor Voß. Schuld an den Krankheiten sind seiner Meinung nach Leistungsdruck, Computerspiele, („die lassen die Jugendlichen vereinsamen“) und das Zerbrechen der Familien („jedes dritte Kind erlebt eine Scheidung“).

null
VERGRÖSSERN

Dagegen helfen keine Medikamente. Im Gegenteil: „In den USA wird sogar Vierjährigen Ritalin verschrieben, dabei weiß man, dass das Schwierigkeiten beim Wachstum verursachen kann. „Das ist unverantwortlich!“, sorgt sich Professor Voß. Er fordert: „Lehrer, Ärzte und Eltern müssen sich Zeit nehmen und zuhören statt Pillen zu verabreichen!“

S. Sasse

Auch interessant

Kommentare