Sommer-Hype 2017

Spielzeug-Trend: Helfen Fidget Spinners wirklich gegen ADHS?

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Nicht nur Sommer-Trend, sondern sogar gesundheitsfördernd: Das verspricht der Hersteller über den Fidget Spinner.

Pokémon Go war gestern – der Sommer-Trend 2017 heißt Fidget Spinner und erobert die Schulhöfe. Das Besondere an dem Spielzeug: Es soll gegen ADHS helfen.

Fidget Spinner – noch nie davon gehört? Dann haben Sie soeben den angesagtesten Trend dieses Sommers verpasst. Besonders bei Kindern ist das kleine Spielzeug sehr beliebt – und ist eine Mischung aus Propeller, Ninja-Wurfstern und Bumerang.

Fidget Spinners: Trend-Spielzeug aus den USA

Und so funktioniert es: Sie halten das bunte Ding zwischen zwei Fingerspitzen, geben ihm einen kräftigen Schubs – und schon wirbelt es um die eigene Achse. Und wer hat’s erfunden? Natürlich ist der Trend erst in den USA aufgekommen und nun auch zu uns herübergeschwappt.

Die Dinger sind gerade so angesagt, dass es wohl keinen deutschen Schulhof mehr gibt, auf dem das Spielzeug, das nur so groß wie ein Handteller ist, nicht kreiselt. In manchen Regionen Deutschlands sind sie sogar bereits ausverkauft. So soll es in Köln bereits einen wahren Lieferengpass geben.

Wer allerdings noch Glück hat, der zahlt für das Trend-Spielzeug etwa fünf bis zehn Euro – je nach Ausstattung. Das Besondere daran: Während der Fidget Spinner auf der Fingerkuppe balanciert, kann er Muster oder Bilder erzeugen, im Dunkeln leuchten oder es blitzen neue Modelle auf.

Helfen Fidget Spinners Kinder zu beruhigen?

Doch die Fidget Spinners erfüllen laut Herstellerangabe sogar noch einen viel tieferen Zweck – die Kreisel sollen nämlich auf Kinder sogar beruhigend wirken und seien daher ideal für diejenigen, die unter ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivität-Störung) leiden. Daher auch der Name: "Fidget" bedeutet nämlich im Deutschen so viel wie "Zappelphilipp" und "to spin" steht für "(herum)wirbeln".

Allerdings ist wissenschaftlich noch gar nicht bewiesen, ob das Spielzeug wirklich geeignet ist, um es in der Therapie gegen ADHS oder gar gegen Autismus einzusetzen. Viele deutsche Schulen sind davon nicht wirklich überzeugt – und haben die Spinners sogar bereits verboten.

Fidget Spinners haben Schulverbot - weil sie stören

Der Grund dafür: Die Kinder sammeln, tauschen und üben Tricks auf dem Pausenhof oder sogar im Klassenzimmer – für manche Lehrer ist daher der Fall klar: Anstatt zu beruhigen, stört das Spielzeug empfindlich den Schulunterricht.

Doch nicht nur hier, auch auf der Straße könnten die Kreisel zum ernsthaften Problem werden. So verriet ein Lehrer im New Yorker Stadtteil Queens gegenüber der "New York Daily News", er habe ein Kind angefahren. "Er ist mir vors Auto gelaufen, total fokussiert auf seinen Fidget Spinner."

Zwar mag der Spinners-Hype erst diesen Sommer Deutschland erobert haben – doch die Idee dazu entstand bereits in den 80er-Jahren von einer gewissen Catherine Hettinger. 1997 soll sie ein entsprechendes Patent angemeldet haben, das junge Kinder ablenken und beruhigen soll. Dieses lief allerdings aus – und sie hat von dem jetzigen Geldregen nie etwas abbekommen.

Schockierend: Laut einer Studie gibt es immer mehr hyperaktive Kinder in Deutschland.

Von Jasmin Pospiech

Smartphones stressen Kinder

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