"Forever young"?

Studienteilnehmer werden immer jünger: Haben US-Forscher den Jungbrunnen entdeckt?

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Opa und Enkel – ist das ein Bild, das es in Zukunft nicht mehr geben wird?

Unzählige verschiedene Anti-Aging-Produkte sprechen eine deutliche Sprache: Der Mensch hat Angst vorm Alter. Eine Studie behauptet, dass es damit bald vorbei sein könnte.

"Der seltsame Fall des Benjamin Button", ein Film von David Fincher aus dem Jahr 2008 zeigt die fiktive Geschichte eines Mannes, der als Greis geboren und mit der Zeit immer jünger wird. Diese Fiktion klingt unglaublich, aber auch ein wenig verlockend, schwingt doch der Traum nach ewiger Jugend mit.

Um zweieinhalb Jahre verjüngt in nur zwölf Monaten – mit bekannten Wirkstoffen

Wie die Zeit Online kürzlich berichtete, wollen US-Forscher einen Weg gefunden haben, das menschliche Altern umzukehren. Ist es wahr, was die Männer in ihrer Präsentation auf der diesjährigen Aging-Konferenz der Life Extension Advocacy Foundation (Leaf) behaupteten, wurde der "Jungbrunnen" endlich angezapft. Der medizinische Direktor des biopharmazeutischen Unternehmen Intervene Immune gab an, dass eine Kombination von bekannten Wirkstoffen das biologische Lebensalter von neun freiwilligen Versuchsteilnehmern um zweieinhalb Jahre verjüngt hatte – innerhalb von nur zwölf Monaten. Zu diesem Ergebnis sollen die angestellten Fachleuten des Unternehmens gemeinsam mit Forschern der University of California in Los Angeles und der Stanford University gekommen sein.

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TRIIM-Studie hatte eigentlich ein anderes Ziel

Ziel der sogenannten TRIIM-Studie war es ursprünglich gewesen, Menschen im hohen Alter gesund zu erhalten. Dafür sollte der Thymus älterer Männer reaktiviert werden. Diese Drüse ist Teil des Immunsystems und bildet Abwehrzellen. Sobald ein Organismus geschlechtsreif wird, bildet sich die Drüse zurück und wird durch funktionsloses Fettgewebe ersetzt. Diese Entwicklung wollten die Forscher umkehren, unter anderem mithilfe von Wachstumshormonen. Die Forscher behaupten, dass es gelang, Thymusgewebe zum Wachsen anzuregen und das Verhältnis der Blutzellen so zu verändern, dass es wieder dem von jüngeren Menschen entsprach. Dieser Effekt habe sich innerhalb des einjährigen Studienzeitraums sogar beschleunigt, heißt es weiter. Einer Versuchsperson, die bereits ergraut war, wuchsen wieder dunkle Haare nach, wie sie Zeit Online bestätigte.

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Forschungsergebnis haben noch keiner Überprüfung standgehalten

Die Aufregung um diese Ergebnisse ist natürlich groß, aber in Fachkreisen hält man sich noch zurück. Die besagte Studie wurde noch nicht in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht. Die Ergebnisse liegen allerdings vor, dementsprechend wurden die Daten und Methoden noch nicht abschließend von außenstehenden, objektiven Fachkollegen geprüft.

Außerdem handelt es sich bei den neun Versuchsteilnehmer ausschließlich um Männer zwischen 51 und 65, eine Kontrollgruppe, die mit Placebo behandelt worden ist, hat es bisher nicht gegeben. Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt, allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass es bei einer längeren Behandlung zu welchen kommen könnte. Auch ist nicht klar, ob der Effekt anhält oder zum Beispiel eine kontinuierliche Weiterbehandlung erforderlich ist. Diese und weitere Fragen müssen die Forscher beantworten können, aber die Anti-Aging-Industrie dürfte sich schon die Hände reiben.

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Umarmen oder Händeschütteln: Berührungen tun gut

Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen
Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen © Monique Wüstenhagen
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta © Mascha Brichta
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP © Fredi Lang
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn
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Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata
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