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Wenn etwas Ihren Bauch bewegt

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Die Verdauung gehört zu unseren wichtigsten Körperfunktionen.
Die Verdauung gehört zu unseren wichtigsten Körperfunktionen. © SXC

München - Die meisten von uns reden nicht gern über die Verdauung. Dabei gehört sie zu unseren wichtigsten Körperfunktionen.

Ist mit Magen und Darm alles in Ordnung, trägt das einen großen Teil zu unserem Wohlbefinden bei. Gibt es aber Probleme – wie Blockaden auf dem stillen Örtchen – beeinträchtigt uns das sehr. Die Signale unseres Bauches haben auf jeden Fall große Wirkung. Auch, wenn es um unseren allgemeinen Gesundheitszustand geht:

Bauchknurren: Wenn der Bauch laut rumort, kann das zwar – z. B. in Gesellschaft – peinlich sein, deutet aber normalerweise auf ein gut funktionierendes Verdauungssystem hin. Die Bauchgeräusche, medizinisch Borborygmus, entstehen durch wellenartige Kontraktionen des Magen-Darm-Trakts. Die Kontraktionen helfen, Nahrung, Flüssigkeit und Gase durch das Verdauungssystem zu schleusen. Gehen die Bauchgeräusche mit Blähungen, einem aufgetriebenen Bauch, Krämpfen und Durchfall einher, deuten sie jedoch auf Magen-Darm-Probleme hin. Mögliche Erkrankungen, die sich hinter den Bauchgeräuschen verbergen können, sind Virusinfektionen, Verstopfungen, das Reizdarmsyndrom (RDS) oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (IBD).

Exzessives Aufstoßen: Rülpsen ist eine andere Form der Blähungen. Durch Aufstoßen entledigen wir uns überschüssiger Luft, die beim Schlucken in das Verdauungssystem gelangt ist. Wenn man jedoch ständig aufstoßen muss, kann das daran liegen, dass man zu große Mengen kohlensäurehaltiger Getränke zu sich genommen oder zu hastig gegessen hat. Auch zu viel Ballaststoffe (z. B. Bohnen und Vollkornprodukte), Milchprodukte, künstliche Süßstoffe und Kohlenhydrate – insbesondere Zucker und Stärke – sind mögliche Ursachen für das Aufstoßen. Darüber hinaus kann es Anzeichen von Milchzucker-unverträglichkeit (Laktoseintoleranz), einem verdorbenen Magen oder einer Nahrungsmittelallergie sein.

Häufige Blähungen: Mediziner nennen große Ansammlung der lautstarken Gase im Verdauungstrakt Flatulenz. Die Gase können sich im Darm stauen und Schmerzen verursachen. Normalerweise sind Fürze – vornehmer Darmwinde – geruchslos und bestehen u. a. aus Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserstoff. Wenn die abgehenden Winde stinken, so liegt das in der Regel an Schwefel im Gas. Der ensteht durch schwefelhaltige Gemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Weiskohl, aber auch durch Zwiebel, Knoblauch, Eier und Milchprodukte. Des Weiteren können die Gase auf zu viele Bakterien im Dickdarm hinweisen.

Völlegefühl deutet darauf hin, dass sich im Bauch zu viele Gase gebildet haben, die nicht abgehen können. Ergebnis: ein aufgeblähter Bauch. Das Völlegefühl kann wie Aufstoßen durch eine Milchzuckerunverträglichkeit und Magen-Darm-Erkrankungen entstehen. Manchmal deutet ein Völlegefühl auch auf Flüssigkeitsablagerungen – fachsprachlich Ödeme – hin. Auch können zahlreiche Darmprobleme wie Verstopfung, Darmverengung und Reizdarm ein Völlegefühl erzeugen.

Grüner Stuhl kann ein harmloses Zeichen dafür sein, dass Sie zu viel grünes Gemüse mit viel Chlorophyll (dem grünen Farbstoff der Pflanzen) gegessen haben. Zudem ist er eine recht häufige Nebenwirkung, wenn man Eisenpräparate und bestimmte Antibiotika nimmt. Sind Sie zudem auch ein bisschen grün um die Nase, ist der grüne Stuhl wahrscheinlich Zeichen einer Magen-Darm-Infektion oder anderer Durchfallserkrankungen.

Roter Stuhl: Dabei klingeln bei vielen die Alarmglocken – man denkt an Blut im Stuhl. Die Rotfärbung kann aber auch harmlose Ursachen haben. Z. B. verfärbt sich der Stuhl beim Verzehr vieler roter Nahrungsmittel wie rote Beete, Tomatensaft oder rote Gelatine. Haben Sie rote Flecken oder Streifen im Kot, weisen diese möglicherweise auf Hämorrhoiden hin. Wenn es im Magen-Darm-Trakt zu Blutungen kommt, kann tatsächlich auch Blut im Stuhl sein. Möglicherweise ist er Anzeichen einer Darminfektion, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (siehe Blähungen), von Darmpolypen, Darmkrebs oder eines Parasitenbefalls.

Schwarzer Stuhl: Zu viele Eisenpräparate, Kohletabletten (gegen Durchfall), schwarze Lakritze oder auch Blaubeeren können Schuld sein. Ist der Kot jedoch auch teerig, deutet das auf Blut im oberen Verdauungstrakt hin – auf dem Weg nach unten wird es dunkel und klebrig. In diesem Fall kann der schwarze Stuhl auf ein blutendes Magengeschwür oder ein Zwölffingerdarmgeschwür hinweisen. Möglicherweise stecken auch zu viel Alkohol oder Medikamente, die Magenblutungen verursachen, hinter dem schwarzen Stuhl.

Schwimmender Stuhl: Normalerweise verschwindet der Stuhl mit der Spülung in den Weiten der Kanalisation. Wenn er trotz Spülung aber wieder an die Oberfläche kommt, befinden sich zu viele Gase darin. Enstehen die Gase aufgrund von Essgewohnheiten, ist schwimmender Stuhl unproblematisch. Steckt eine Magen-Darm-Erkrankung dahinter, könnte es sich um Zöliakie, eine Glutenunverträglichkeit, handeln. Gluten sind klebrige Getreideeiweiße und kommen hauptsächlich in Weizen vor. Schwimmender Stuhl kann auch mit RDS und IBD (siehe Bauchknurren) einhergehen.

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Verstopfungen: Bei weniger als drei Stuhlgängen pro Woche spricht man von Verstopfung. Die möglichen Gründe dafür sind vielfältig, zu ihnen gehören zu wenig Ballaststoffe, zu wenig Bewegung, zu wenig Trinken, Stress, eine gestörte Darmflora, ungewohnte Lebensbedingungen, Schwangerschaft und Erkrankungen des Darmes (z. B. Entzündungen, Tumore).

Durchfall: Muss man am Tag öfters als dreimal seinen Darm entleeren, spricht man von Durchfall. Auch hierfür kommen viele Ursachen in Betracht, u. a.: Lebensmittelvergiftungen (z. B. Salmonellen), Viren- oder Bakterieninfektionen des Darms, bestimmte Medikamente, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (wie Laktoseintoleranz).

Eine tz-Serie von Diana Faust

Quelle: tz

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