"Katastrophenwarnungen sind nicht angebracht"

Wie gut ist unsere Notfall-Versorgung?

München - Herzinfarkt! Schlaganfall! Wie steht es um die Notfallversorgung der Münchner? Schlecht, behauptet der Verein „Bürger für unser Münchner Stadtklinikum“, der mit diesem Hinweis gegen den Bettenabbau kämpft.

Die Chefs der großen Kliniken widersprechen: Die Patienten werden so gut wie immer versorgt – erst recht bei Herzinfarkt und Schlaganfall. Wer hat denn nun Recht?

Die „Bürger fürs Stadtklinikum“ haben nun einen Brandbrief an OB Dieter Reiter (SPD) geschrieben: Allein im Januar hätten sich an sieben Tagen gleichzeitig alle Notaufnahmen für Innere Medizin in München von der Notfallversorgung abgemeldet. In solchen Fällen würden Patienten ins Umland gebracht – oder trotzdem in Münchner Kliniken gefahren und behandelt. So eine Zwangseinweisung sei an drei Januartagen insgesamt 86 Patienten widerfahren.

Bedeutet das eine Gefahr? Die Vereinschefin und frühere Schwabinger Ärztin Dr. Ingrid Seyfarth-Metzger verweist auf Studien, nach denen Menschen in vollen Kliniken schneller sterben. Es werde erst recht zu Versorgungslücken kommen, wenn das Städtische Klinikum angeblich bald „770 Notfallbetten“ in Schwabing und Harlaching abbauen würde. In Wahrheit bleiben gerade die Notfallstationen erhalten.

Auch KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle hatte alle Kliniken zur Abmeldung der Notaufnahmen angeschrieben. Auf Nachfrage sagt er: „Es gibt stundenweise Probleme. Das ist nichts Neues. Katastrophenwarnungen sind nicht angebracht.“

Das sehen auch die Klinik-Bosse so. „Die Versorgung der Patienten und auch die medizinische Qualität hat sich nicht verschlechtert“, sagt Dr. Axel Fischer, Chef des Städtischen Klinikums. „Wir nehmen unsere Verantwortung in der Notfallversorgung ernst und wir nehmen sie wahr. Das wird auch künftig so bleiben.“

Prof. Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor der LMU-Unikliniken, sagt, die Engpässe hätten mit dem Pflegemangel in der ganzen Stadt womöglich zugenommen: „Aber Herzinfarkte und Schlaganfall werden immer behandelt!“ Mit solchen Warnungen werde versucht, die politische Diskussion zu beeinflussen.

David Costanzo

Rubriklistenbild: © dpa

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