Wir halten zusammen – die Eltern-Kind-Bindung stärken

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Sie beeinflusst das spätere Leben von Kindern und Jugendlichen ungemein: die Beziehung zwischen Eltern und Kind soll stark sein. Das klappt aber nicht unbedingt von heute auf morgen.

Es erfordert Arbeit und Geduld, aber es kann Eltern auch große Glücksgefühle bescheren. Die Arbeit, die man in eine starke Eltern-Kind-Bindung steckt, muss sich auch nicht unbedingt nach Arbeit anfühlen, wenn man denn spielerisch an die Sache herangeht. Dennoch wird es in allen Alters- und Entwicklungsstufen des Kindes immer mal wieder zu Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten kommen. Gerade dann hilft eine feste Bindung über diese Komplikationen hinwegzukommen.

Früh übt sich

Eine enge Bindung kann bereits ab dem Tag der Geburt etabliert werden. Das beginnt mit dem richtigen Füttern der Babys, über Wickel-Rituale, bis hin zur gemeinsamen Spielstunde. Das Kind vertraut Mutter und Vater und lernt, dass sie diejenigen sind, die seine unterschiedlichen Bedürfnisse befriedigen können. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Eltern diese Bindung vertiefen:

  • Eltern gehen auf Fürsorge- und Bindungsbedürfnisse des Kinds ein.
  • Eltern reagieren sofort und trösten das Kind geduldig, wenn es schreit.
  • Ob bei der Pflege, beim Stillen oder Füttern – Eltern nehmen sich Zeit und sprechen währenddessen mit dem Kind und erklären beispielsweise, was sie gerade tun.
  • Das Kind bestimmt, wie viel Körperkontakt es möchte.
  • Eltern zeigen Freude, wenn sich das Kind für etwas begeistert und unterstützen dessen Neugier.

Gemeinsame Unternehmungen

Ausflüge und Unternehmungen schaffen Bindung. Jeder weiß auch wie sehr das Meistern einer gefährlichen Situation Menschen zusammenschweißt. Das lässt sich auch auf die Bindung zwischen Eltern und Kind übertragen. Hier gibt es auch verschiedene Möglichkeiten. Je nach Alter eignet sich ein Nachtspaziergang, eine Nacht im Zelt im Wald oder für größere Kinder auch eine Klettertour. Durch gemeinsames Erleben und vor allem gemeinsames Überwinden wird hier nachhaltig die Bindung gefestigt.

Schaut sich der Vater mit seinem Kind beispielsweise regelmäßig Rennsport im Fernsehen an, stärkt nichts die Bindung mehr als ein Besuch bei einem solchen Event.

Im Gegensatz zu dem Besuch von Auto- oder von schnellen Motorradrennen bietet es sich auch mal an dem Ganzen zu entfliehen. Alternativ könnte die Familie einfach mal einen Tag in der Natur verbringen. Eine kleine Familienwanderung bietet sehr viel Raum, zum Entdecken und stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind ungemein.

Zusammen Lachen

Nichts verbindet, zumindest für einen Augenblick, mehr als ein gemeinsames Lachen. Es ist nicht nur gesund und macht glücklich, sondern fördert die Bindung ungemein. Grund sind die Hormone, die das Hirn dabei ausschüttet. Der Blutdruck sinkt und eine Beruhigung setzt ein. Deshalb sollten Eltern so oft wie möglich mit ihrem Kind lachen und herumalbern.

Rituale aufbauen

Ein Ritual kann aus allen möglichen Situationen entstehen. Beispielsweise ein Einschlafritual. Das Kind wird nicht einfach ins Bett gebracht, sondern es bekommt noch eine Geschichte vorgelesen oder man spielt noch ein kleines Spiel vorm Schlafen gehen.

Rituale können aber auch beim Essen entstehen. Das einfachste ist, wenn sich die ganze Familie täglich und immer zur gleichen Zeit am Esstisch trifft, um gemeinsam zu frühstücken oder zu Abend zu essen. Noch besser ist natürlich, wenn Eltern und ihre Kinder das Essen gemeinsam zubereiten.

Bindung vs. Erziehung

Beide Konzepte müssen sich nicht unbedingt widersprechen. Eltern sind auch nur Menschen und da kann es auch mal vorkommen, dass der Geduldsfaden reißt. Die Bindung zwischen Mutter, Vater und Kind wird darunter in der Regel aber nicht leiden. Auch klare Anweisungen und Verbote fördern eigentlich die Bindung. Sie geben Sicherheit und auch Orientierung.

Bindung geht aber nicht nur mit Erziehung einher, sie ist auch eine Grundvoraussetzung für Bildung. Sichere Bindungen können Kinder nämlich stabiler und lernaktiver machen. Wenn sie so ein Gefühl kennen, dann haben sie eine größere Grundsicherheit und fühlen sich eher ihrem inneren Forscherdrang nachzugehen. Denn ein neugieriges Kind ist ein Kind, das dazulernen will.

Es ist nicht immer leicht

Eltern brauchen Zeit, Energie und viel Ruhe, damit sich die Beziehung zwischen ihnen und ihrem Kind optimal entwickeln kann. Eine Unterstützung durch Freunde und Familie kann dabei auf jeden Fall auch hilfreich. Natürlich werden auf die Eltern teils komplizierte Zeiten zukommen, und das in allen Altersstufen. Hinzu kommen Überforderung, Übermüdung und äußere Einflüsse wie der Job und andere Verpflichtungen.

Um selbst in solchen Situationen noch einen kühlen Kopf zu bewahren, empfiehlt sich der Austausch mit Ärzten oder auch Erziehern, die wichtige Hilfestellungen leisten können. Das gilt auch für Probleme mit Kleinkindern oder Babys. Hier gibt es auch noch die Möglichkeit Eltern-Kind-Kurse, Elternschulen und andere Veranstaltungen zu besuchen. Eltern erhalten hier Tipps für den Umgang mit dem Kind, die das Leben deutlich erleichtern können und vor allem helfen eine feste Bindung zu etablieren oder zu pflegen.

Vieles vom Genannten werden Eltern wohl generell bereits unbewusst in ihren Alltag eingebaut haben. Trotzdem ist es doch förderlich sich noch einmal die wichtigsten Punkte bewusst zu machen, wie eine gute Eltern-Kind-Bindung entsteht, wie man sie vertieft und wie man sie pflegt.

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