Ein Arbeitsplatz zum Wohlfühlen

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„Arbeit ist das halbe Leben“ sagt der Volksmund. In Wirklichkeit ist es zwar nicht ganz so viel Zeit, die wir am Arbeitsplatz verbringen, doch das Pensum und der Arbeitsdruck steigen, ebenso wie die Zahl derer, die sich diesem Druck nicht mehr gewachsen fühlen.

5 essenzielle Tipps für einen positiven Arbeitsalltag

Länder wie Schweden oder Norwegen nehmen Vorreiterrollen ein und basteln an alternativen Modellen wie dem Sechs-Stunden-Tag oder der Vier-Tage-Woche, zu denen es sogar schon Testphasen und Pilotprojekte gab. Auch wenn sich diese bis jetzt aus vielerlei Gründen weder langfristig noch flächendeckend durchgesetzt haben, verzeichnete man währenddessen bei den Angestellten eine gesteigerte Produktivität, weniger Fehltage durch Krankheit und eine bessere Stimmung am Arbeitsplatz. Auch viele Unternehmen in Deutschland haben die Zeichen der Zeit erkannt und unterstützen aktiv die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter. Doch auch wer nicht zu den Glücklichen gehört, die davon profitieren können, oder wer noch mehr für sich tun möchte, hat durchaus Möglichkeiten, seinen Büroalltag angenehmer und damit letztendlich auch gesünder zu gestalten. 

1. Ordnung schaffen

So simpel es klingt, aber ein ordentlicher und übersichtlicher Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur positiv auf den Workflow aus, sondern kann auch Stress mindern. Nicht umsonst sind viele Arbeitgeber vehemente Verfechter der Clean Desk Policy. Beim Anblick eines großen Stapels unerledigter Dokumente erscheint das Arbeitspensum, das damit zusammenhängt, schier unüberwindbar. Die permanente Erinnerung an liegengebliebene Arbeit sorgt für ein konstant schlechtes Gewissen und hemmt die Motivation. Ein individuelles Ablagesystem, innerhalb dessen Unterlagen nach Dringlichkeit sortiert sind, kann nicht nur Zeit sparen, sondern auch die Effizienz fördern. Das gilt übrigens für den faktischen Schreibtisch ebenso wie für den Desktop des Computers und den Posteingang des E-Mail-Accounts.

2. Kommunikation optimieren

Wer in einem Unternehmen egal welcher Größe arbeitet, ist auf die Interaktion mit Kollegen, Geschäftspartnern, Kunden oder Dienstleistern angewiesen. Je reibungsloser diese Kommunikation abläuft, umso zufriedener sind Arbeitnehmer meist mit ihrem Berufsalltag. Das heißt allerdings nicht, dass es nie zu problematischen Situationen kommen kann. Leistungsdruck und Stress führen häufig dazu, die Kommunikation mit anderen zu minimieren oder aufzuschieben, um vermeintlich Zeit zu sparen. Tatsächlich ist es aber die Vermeidung von Missverständnissen oder der ungefilterten Weitergabe von Informationen, die allen beteiligten Zeit spart. Anstatt die Kommunikation möglichst kurz und knapp zu halten, sollte sie so konkret wie möglich und so ausführlich wie nötig sein. Wer die Flut an Informationen, die häufig verschiedene Positionen einer Firma durchlaufen, nicht unangetastet weiterleitet, sondern vorher wichtige Punkte herausarbeitet, macht sich nicht nur bei dankbaren Kollegen beliebt, sondern verringert so auch das Risiko, selbst Sachverhalte nicht ausreichend zu durchschauen. Sollte sich trotzdem die eine oder andere Schwierigkeit ergeben, suchen Sie zuerst das persönliche Gespräch, anstatt gleich Vorgesetzte oder andere Projektteilnehmer mit ins Boot zu holen und den Konflikt so zu eskalieren. Und wenn Sie die Möglichkeit haben: Ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht ist meist die bessere Strategie bei Auseinandersetzungen und E-Mails oder auch Telefonaten wann immer es geht vorzuziehen. 

3. Ergonomischer Arbeitsplatz

Dieser sollte in einem modernen Unternehmen zwar selbstverständlich sein, die Bedeutung, was genau einen ergonomischen Arbeitsplatz darstellt, wird allerdings häufig unterschätzt, denn hier geht es um weit mehr als nur einen bequemen Bürostuhl: Von der richtigen Beleuchtung, der Größe und Höhe des Tisches bis hin zu rückenfreundlichen Sitzmöbeln, individuellen gesundheitlichen Bedürfnissen oder der Möglichkeit, die Arbeitsposition – zum Beispiel mithilfe eines bei Bedarf nutzbaren Stehpults – wechseln zu können, beeinflusst alles nicht nur das körperliche Wohlgefühl. Macht man sich bewusst, wie viel Zeit man täglich am Schreibtisch und vor dem Computer sitzend verbringt, ist es naheliegend, dass beispielsweise eine schlechte Körperhaltung aufgrund fehlender ergonomischer Standards schlimmstenfalls langfristige Folgen haben kann. Arbeitgeber sind deshalb zum Beispiel im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes, der Bildschirmarbeitsverordnung oder der Arbeitsstättenverordnung dazu verpflichtet, den Arbeitsplatz der Mitarbeiter so zu gestalten, dass diese keinen körperlichen oder seelischen Schaden nehmen – wie das im Einzelfall konkret auszusehen hat, ist aber nicht festgelegt. Hier sind deshalb die Arbeitnehmer selbst gefragt, aktiv zu werden und diese Rechte – in angemessenem Tonfall – einzufordern oder Mängel zumindest anzusprechen. Zeigt sich das Unternehmen in diesem Fall uneinsichtig, ist es ratsam, sich soweit möglich aus eigener Tasche um einen ergonomischen Arbeitsplatz zu kümmern, anstatt Energie in den Ärger über die fehlende Kooperationsbereitschaft des Arbeitgebers zu investieren. 

4. Gesunder Körper - gesunder Geist

Neben der Ergonomie spielt ein weiterer entscheidender Aspekt in puncto Gesundheit eine enorm wichtige Rolle: die Ernährung. Termindruck im Büro kann die Ursache für einen ungesunden Ernährungsstil in Form von unausgewogener Kost sein, die nicht selten am eigenen Arbeitsplatz vor dem PC hastig verzehrt wird. Der Ernährungsreport 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft besagt, dass durchschnittlich lediglich 19 Prozent der Erwerbstätigen regelmäßig in der Kantine essen, ins Restaurant gehen sogar nur 4 Prozent. Rund 13 Prozent holen sich ihr Mittagessen in der Bäckerei oder vom Imbiss und rund 56 Prozent setzen auf die klassische Lunchbox. In vielen Unternehmen wird das Essen am Arbeitsplatz zwar toleriert, Arbeitgeber haben aber theoretisch die Möglichkeit, das zu verbieten – und auch Kollegen stören sich manchmal an allzu intensivem Essensgeruch. Fakt ist: Besser erholt ist, wer sich die Zeit für seine Mittagspause bewusst nimmt und auch dem Geist eine kleine Auszeit gönnt. Vom Unternehmen eingerichtete Speiseräume sollten auf jeden Fall genutzt werden und dienen nicht nur zum Essen, sondern auch zum zwanglosen Knüpfen von Kontakten und zum Austausch von Stimmungen. Wer nicht die Zeit oder die Lust hat, jeden Abend vorzukochen, findet heutzutage außerdem eine Auswahl an hochwertigen Fertiggerichten aus frischen Zutaten in Bio-Qualität, die nicht nur bedeutend mehr Vitalstoffe enthalten als die Nudeln vom Vortag oder das üppig belegte Brot aus der Bäckerei, sondern auch dem im Ernährungsreport festgestellten Trend hin zu einem gesünderen Ernährungsstil entsprechen. Zu schwer sollte das Mittagsmahl allerdings nicht sein, denn mit allzu vollem Bauch ist das Nachmittagstief vorprogrammiert. Ideal: wärmende, leckere Suppen, die den Körper mit allem Nötigen versorgen, ohne den Organismus zu belasten.

5. Office-Feng-Shui

Ob man nun an die Wirkung dieser fernöstlichen Harmonielehre glaubt oder nicht – es hat einen Grund, warum große, internationale Unternehmen zum Teil sogar Pro-Kopf-Budgets für die Verschönerung der Büroräume bereitstellen. Nicht selten verbringen Angestellte mehr Zeit im Büro als zu Hause. Wer sich wohlfühlt, kann kreativer, motivierter und mit mehr Elan ans Werk gehen. Ob man dieses Wohlgefühl mit der Farbenlehre nach Feng Shui, Möbel mit abgerundeten Kanten oder dem Aufstellen von Zimmerpflanzen erreicht, ist im Idealfall jedem selbst überlassen. Nur die Clean Desk Policy sollte man in seiner Begeisterung nicht völlig aus den Augen verlieren.

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