Nach der Kündigung

Wie lange muss ich Arbeitsverträge aufbewahren?

Nach der Kündigung winkt ein neuer Arbeitgeber. Doch was tun mit dem alten Arbeitsvertrag – muss ich ihn aufbewahren? Und wenn ja, wie lange?

Wer sein Unternehmen verlässt, sei es freiwillig oder wegen einer Kündigung*, für den spielt der alte Arbeitsvertrag meist keine Rolle mehr. Doch einfach wegwerfen sollten Sie das Dokument auf keinen Fall.

Aufbewahrungsfrist für Arbeitsvertrag: Bis zum Jobwechsel oder Rente empfohlen

In der Regel müssen Sie den aktuellen Arbeitsvertrag nur bis zum Jobwechsel aufbewahren. Das gilt auch für sämtliche Vertragsänderungen, individuelle Abreden, Schreiben des Arbeit­gebers, Betriebs­ver­einbarungen und Tarif­verträge. So haben Arbeitnehmer alle wichtigen Rechte und Pflichten wie die Kündigungsfrist oder Gehaltsansprüche stets parat.

Wer in eine Tochterfirma wechseln oder später ins Unternehmen zurück will, sollte seinen alten Vertrag auf jeden Fall aufbewahren, rät Stiftung Warentest. In der Praxis ist es außerdem generell sinnvoll, den Arbeitsvertrag noch bis zur Rente abzuheften.

Lesen Sie auch: Wenn dieser Satz im Arbeitsvertrag steht, können Sie klagen.

Warum sollte ich den alten Arbeitsvertrag aufbewahren?

Der Grund: Zum einen ist der Arbeitsvertrag bei einem Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber wichtig. Manche Schadenersatzansprüche verjähren etwa erst nach zehn Jahren. Zum anderen lassen sich mithilfe des Arbeitsvertrags auch Rentenansprüche bei der Deutschen Renten­versicherung oder bei der Betriebsrente nachweisen. Laut Stiftung Warentest reicht es hier jedoch, eine Kopie des alten Arbeitsvertrags aufzubewahren.

Arbeitsverträge sind wichtige Dokumente, auch nach der Kündigung. Wie lange müssen sie aufbewahrt werden?

Arbeitsvertrag verloren – was tun?

Ihr Arbeitsvertrag ist verschwunden? Bei einer aktuellen Anstellung bitten Sie einfach die Personalabteilung um eine Kopie des Dokuments. Notfalls lassen sich das Arbeits­verhältnis sowie das Gehalt aber auch über Lohnzettel oder Kollegen­aussagen beweisen, heißt es bei Stiftung Warentest . (as)*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Mehr zum Thema: Vorsicht: Bei diesem Fehler ist der Arbeitsvertrag ungültig.

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Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt. © Patrick Pleul / dpa
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus. © Jan-Philipp Strobel / dpa
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters. © Patrick Pleul / dpa
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben. © Monika Skolimowska / ZB / dpa
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen
Kann ich eine Kündigung auch zurückziehen? Ja, aber nur wenn sie der Vorgesetzte noch nicht gelesen hat. Dann müssen Sie die Kündigung schriftlich widerrufen. © Patrick Pleul / dpa
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig.
Der Kündigung durch den Arbeitgeber muss in der Regel eine Abmahnung vorausgehen. Drei Abmahnungen, wie oft angenommen wird, sind dafür nicht nötig. © Robert Schlesinger / dpa Zentralbild / dpa
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.
Bei Kündigungen unterscheidet man zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen bzw. fristlosen Kündigung. Eine ordentliche Kündigung erfolgt mit einer Kündigungsfrist. Die Gründe können vielschichtig sein - von betriebsbedingten Gründen bis hin zu Arbeitsverweigerung oder Alkoholkonsum am Arbeitsplatz. © Tobias Hase/ dpa
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen.
Wer den Arbeitgeber bestiehlt oder andere "erhebliche" Pflichtverstöße begeht, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. © Jens Büttner / dpa
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam.
Wer eine Kündigung in seinem Briefkasten vorfindet, der sollte sofort einen Anwalt einschalten. Nicht selten sind Kündigungen, etwa auf Grund von Formfehlern, unwirksam. © Jens Kalaene / dpa
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen.
Egal ob die Kündigung rechtswirksam ist oder nicht: Melden Sie sich im Falle einer Kündigung schnellstmöglich bei der Agentur für Arbeit. Sonst droht eine Sperrzeit für das Arbeitslosengeld und es können Lücken im Versicherungsschutz entstehen. © Jens Kalaene / ZB / dpa

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